Freiheit für Tiere
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Horror in der Schweinemast

Über diese grauenvollen Zustände in einem Schweinemastbetrieb im niedersächsischen Cappeln berichten die PETA-Ermittler.
Zahlreiche Schweine lagen in den Stallabteilen in ihren eigenen Exkrementen. Dazwischen Fliegen, Maden, Kakerlaken, Rattenkot sowie etliche tote Mäuse, deren Kadaver teilweise schon am Boden festgerottet waren. Die Spaltenböden, durch die Kot und Urin abfließen sollen, waren so verstopft, dass die Tiere völlig nass und verdreckt waren.

Die Tiere stehen in ihren eigenen Exkrementen,

sind völlig nass und verdreckt. Bild: peta.de

Zwischen lebenden Schweinen

liegen tote Artgenossen. Bild: peta.de

Die gemessenen Ammoniakwerte

überstiegen teilweise sogar die 56 ppm. Bild: peta.de

Viele Tiere leiden an Mastdarmvorfällen

oder kindskopfgroßen Abszessen. Bild: peta.de

Kranke Schweine zwischen Blut und Kot

Einige Schweine konnten nicht aufstehen oder sich nur sehr schwerfällig bewegen. Manche hatten Nabelbrüche und teilweise bis zu kindskopfgroße Abszesse. Ein totes Schwein lag mitten unter den lebenden. Auch in der so genannten Krankenbucht vegetierten zahlreiche Schweine unter schlimmsten Bedingungen vor sich hin. Hier wurden die Abteile ebenfalls nicht gereinigt. Die kranken Tiere, die zum großen Teil an Mastdarmvorfällen litten, hatten nicht einmal die Möglichkeit, sich auf einer trockenen Stelle hinzulegen. Blut von ihren offenen Darmvorfällen klebte an den kotverschmierten Wänden.

Zahlreiche weitere Missstände

Die in der Anlage gemessenen Ammoniakwerte waren viel zu hoch (bis zu 60 ppm), was bei den Tieren zu schweren Atemwegsproblemen führen kann. Die PETA-Ermittler konnten sich nur dank Atemschutzmasken über einen längeren Zeitraum in dem Gebäude aufhalten.
Für die Tiere gab es keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten. Die vorgeschriebenen Ketten, die den Schweinen als »Spielzeug« dienen sollen, hingen außerhalb der Stallabteile.
Die Tränkvorrichtungen waren verstopft oder kaputt, so dass die Tiere Flüssigkeit nur aus dem Futterbrei erhielten, der einmal pro Tag in die Steinkübel gefüllt wurde.
Zahlreiche offene und verschlossene Packungen verschiedener Antibiotika-Präparate standen ungeschützt im Vorraum, teilweise sogar auf dem Boden. Da das Gebäude nicht verschlossen war, hätte jeder Zugang zu diesen großen Mengen an Medikamenten gehabt.

Ermittlungen über mehrere Wochen

Die PETA-Ermittler beobachteten den Schweinemastbetrieb über mehrere Wochen hinweg und dokumentierten die katastrophalen Zustände. Eines wurde klar: Diese Missstände sind keine Momentaufnahme, sondern die Regel. Die Kadavertonne des Betriebes füllte sich zunehmend mit toten, ausgewachsenen Schweinen, die die Mast nicht überlebt hatten.

PETA stellt Strafanzeige

PETA meldete diese skandalösen Zustände umgehend dem Veterinäramt und erstattete Strafanzeige*. Außerdem konfrontierten die Ermittler vor Ort den Betreiber der Anlange. Dieser hatte zunächst für alle Verstöße Ausreden, zeigte sich am Ende jedoch einsichtig und bedauerte die Zustände. Der Schweinemastbetreiber hat zugesagt, die Missstände innerhalb von zwei Wochen zu beseitigen. Das Veterinäramt ist für die Überwachung zuständig.

Was Sie tun können

Millionen Schweine leiden in den Mastbetrieben. Von dort aus werden sie nach nur etwa sechs Monaten zum Schlachthof gebracht und getötet. Selbst wenn sich alle Beteiligten an die Tierschutzgesetze und Richtlinen halten, kann das Leiden und Sterben der Tiere nicht verhindert werden. Die einzige Möglichkeit, den Tieren wirklich zu helfen, ist die vegetarische und vegane Ernährung!

*Aktenzeichen der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft: NZS 240 Js 17587/13 StA Oldenburg