Freiheit für Tiere
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Jagd - schützenswertes Kulturgut?

Wie begründen Jäger ihr Hobby? Während in Jagdzeitschriften und Jägerforen von »Passion«, »Freude am Beutemachen« und »Lust am Töten« die Rede ist, wird die Jagd in der Öffentlichkeit als »Natur- und Artenschutz« oder sogar als »schützenswertes Kulturgut« verbrämt. Wildtierschutz Deutschland e.V. nimmt das Jägerlatein unter die Lupe.

"Die Jagd ist eines der sichersten Mittel,

das Gefühl der Menschen für ihre Mitgeschöpfe abzutöten." François Voltaire, Schriftsteller und Philosoph

»Jagd ist ein schützenswertes Kulturgut«

Standpunkt des Deutschen Jagdschutzverbands:

»Die Jagd ist die älteste Form nachhaltiger, schonender Nutzung natürlicher Ressourcen. Sie dient auch dem Natur- und Artenschutz und ist ein schützenswertes Kulturgut.«

(DJV-Diskussionspapier: Standortbestimmung der Jagd)

"Jagd ist überflüssige Freizeitbeschäftigung"

Kommentar von Wildtierschutz Deutschland e.V.:

»Die Jagd ist heutzutage eine überflüssige Freizeitbeschäftigung, die häufig untrennbar mit Leid von Tieren verbunden ist und Wildtieren samt ihren Lebensräumen erheblichen Schaden zufügt. Mit gezielter Fehlinformation versucht die Jägerschaft ihr antiquiertes Tun vor den Augen einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit zu rechtfertigen.«


Begründung: Schon die Tatsache, dass hochentwickelte Tiere lediglich als »Ressourcen«, also als Rohstoffe, bezeichnet werden, entlarvt des Jägers Verhältnis zur Natur.

Bei Tieren, welche weder als Fleisch- noch als Pelzlieferant dienen - das sind etwa 80 Prozent der von Jägern getöteten Tiere - kann man überhaupt nicht von der Nutzung von Ressourcen sprechen. Hier stellt sich vielmehr eine andere Frage, nämlich die nach einem »vernünftigen Grund« für das Töten von Millionen von Tieren.

Natur- und Artenschutz sind nichts als ein Vorwand für die Jagd. Ja, es gibt Projekte, bei denen Jägern zum Erhalt und zur Schaffung von Lebensraum für wohlbemerkt jagdbare Arten beitragen, aber wie viele Jäger gibt es, die als Landnutzer Lebensräume und Lebensgemeinschaften zerstören? Wenn Sie ein Glas Wasser in einen 20-Liter-Eimer kippen, haben Sie in etwa das Verhältnis an jagdbarer Fläche, welche pro-aktiv von Jägern als Lebensraum gepflegt wird. Ein Vielfaches von dem, was Jäger vorgeben, für den Natur- und Artenschutz zu tun, schaffen friedliche in Tier- und Naturschutz­organisationen zusammengeschlossene Menschen, ohne tonnenweise hochgiftiges Blei in die Natur zu verschießen.

Schwerpunkt dessen, was der Jagdverband als Artenschutz bezeichnet, dürfte die Jagd auf Fuchs, Marder und Co. sein, mit dem Vorwand, das Niederwild oder - wie in den letzten Jahren argumentiert wird - die Bodenbrüter zu schützen. Zahlreiche Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass die Jagd eben nicht zur Reduzierung von Beutegreiferbeständen beiträgt und auch weitgehend nicht zum Erhalt von bodenbrütenden Arten. Das Defizit von Lebensraum kann nicht durch das Zurechtschießen der Natur kompensiert werden.

Die Nachhaltigkeit muss man spätestens in Zweifel ziehen, wenn man weiß, dass selbst Rebhuhn und Waldschnepfe auf der Abschussliste der so genannten Artenschützer stehen. Beide Arten werden in den Roten Listen als gefährdete Tierarten genannt. Wenn man ferner weiß, wie viele Rehe, Hirsche, Wildschweine bei »Gesellschaftsjagden« wie Treib- oder Drückjagden lediglich verletzt werden, wie ein angeschossener Hase schreit, Fuchs oder Jagdhund bei der Baujagd ums Leben kommen oder schwer verletzt werden und wie viele Greifvögel an Bleivergiftungen verenden, der weiß auch, dass Jagd mit Schonung - zumindest der Kreatur - häufig nicht viel am Hut hat.

Informationen: Wildtierschutz Deutschland e.V.
www.wildtierschutz-deutschland.de

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