Freiheit für Tiere
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MAGIE DER MOORE

Kinotrailer

Stimmungsvoller Sonnenuntergang

über der Moorlandschaft mit Bär ·

In dem Kinofilm MAGIE DER MOORE lenkt der renommierte Naturfilmer Jan Haft („Das grüne Wunder – Unser Wald“) den Blick auf eines unserer wichtigsten und schönsten Biotope.

Im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten beobachten wir die Veränderungen in Flora und Fauna. Wir erleben Wölfe, die durch weiße Wollgrasbüschel ziehen. Wir sehen einen Bären, der durch Nebelfelder schleicht, Kraniche, die im Bruchwald ihre Jungen füttern, Moorfrösche und anmutig tanzende Kreuzottern. Und wir tauchen sogar hinab ins dunkle Moorwasser zu Kleinstlebewesen wie den Rädertierchen. Moore sind ein filigranes Kunstwerk, das von der Natur in Jahrtausenden geschaffen wurde und das wir erst allmählich beginnen zu erforschen, zu verstehen – und zu bewahren.

Ein Braunbär streift durch das Wollgras.

© nautilusfilm / polyband Medien

Bärenkinder im Moor

© nautilusfilm / polyband Medien

In fünf Jahren Drehzeit schuf Regisseur Jan Haft ein schillerndes Kaleidoskop einer einzigartigen Flora und Fauna und zeigt ein sensibles Ökosystem, das es zu schützen gilt. Dabei kam modernste Kameratechnik zum Einsatz: Nah- und Makroaufnahmen zeigen Tiere (und Pflanzen) oft aus einer extremen Nähe und lassen die Distanz zu diesen schwinden. Details werden sichtbar, die mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar wären. Viele Zeitrafferaufnahmen ermöglichen es, in der Natur nur sehr langsam ablaufende Prozesse im Schnelldurchlauf zu zeigen und Veränderungen oder Entwicklungen sichtbar zu machen – vom Ufer der Moorseen, die stets in Bewegung sind, bis hin zum Nebel, der aufzieht und wieder verschwindet, oder Pflanzen, die im Nu aus dem Boden sprießen und heranwachsen.Flugaufnahmen zeigen, wie sich Moore wie Inseln in unsere Kulturlandschaft einfügen. Zudem erfährt der Zuschauer, dass Moore gigantische CO2-Speicher und elementar für unser Klima sind.

Erzählt von Grimme-Preisträger Axel Milberg („Tatort“, „Hannah Arendt“) ist MAGIE DER MOORE eine erstaunliche Reise zu faszinierenden Lebensformen, die auch ganz in unserer Nähe zu finden sind.

Eine mit Morgentau überzogene Libelle im Moor

Ein Braunbär streift durch das Wollgras. © nautilusfilm / polyband Medien

Kranich mit Kücken

© Andreas Hartl / nautilusfilm

Die ökologische Bedeutung der Moore

Weltweit werden durch Torfabbau und Urbarmachung jährlich 5.000 Quadratkilometer Moore vernichtet.
Die Moore verschwinden zehn Mal schneller, als sie sich nach der letzten Eiszeit ausgebreitet haben. Torfabbau ist nur eine Ursache für das Sterben. Die andere ist die Landwirtschaft. Sie zerstört durch die Trockenlegung und Urbarmachung die meisten Moore.
Weniger als drei Prozent der Erdoberfläche sind heute von Mooren bedeckt. Aber diese Moore speichern in ihrem Torf mehr Kohlenstoff, als die tropischen Regenwälder, die Nadelwälder der Taiga und alle sonstigen Wälder zusammen. Rücken Maschinen an und entwässern das Moor, werden die von der Natur unterdrückten Zersetzungsprozesse aktiviert, Kohlenstoff und Nährstoffe werden freigesetzt. Die heute noch lebenden Moore der Welt binden jährlich 200 Millionen Tonnen CO2 .
Eine Folge der Trockenlegung ist, dass der Kohlenstoff im Moorboden, der über Jahrtausende angesammelt wurde, plötzlich an die Luft kommt. Die Zerstörung der Moore nimmt nicht nur den Tieren den Lebensraum, der CO2-Ausstoß verändert auch das Klima.

»Heute sind wir in der Lage, genau auszurechnen, wie viel CO2 ein Moor aus der Luft fischt, wie viel Kohlenstoff es in seinem Torfkörper speichert, welch riesige Regenwassermengen es zurückhalten kann, wie viel es dem Tourismus bringt. Lauter guter Argumente. Aber sind es die einzigen Gründe für den Erhalt der letzten Moore?«, heißt es in dem Film. Und weiter: »Genügt nicht das Staunen vor ihren Schönheiten? Reicht nicht die Ehrfurcht, die jeder empfinden muss, der mit wachen Sinnen durchs Moor geht? Ist es nicht richtig, die Reste eines Lebensraums zu bewahren, der seit Jahrtausenden da ist, der so komplex ist, dass wir noch nicht einmal alles verstanden haben, was dort passiert?«

So wird MAGIE DER MOORE zu einer exemplarischen Dokumentation über das Ökosystem Moor und zu einem universellen Plädoyer für den Erhalt der Moore.

Zwergdommel in ihrem Nest im Moor

© nautilusfilm / polyband Medien

Wasserralle

© Andreas Hartl / nautilusfilm / polyband Medien

Birkhahn im Morgenrot der Moorlandschaft

© nautilusfilm / polyband Medien

Blick auf die Moorlandschaft von oben

© nautilusfilm / polyband Medien

Im Wald, auf der Wiese, am Meer oder am See trifft man immer auch andere Menschen. Nicht aber im Moor [...]
Hier sind wir meist allein. Dieses Alleinsein in der Natur öffnet die Sinne: Für Geräusche und Gerüche, die anders sind als in den uns vertrauteren Lebensräumen. Wir treffen auf sumpfigen Boden, surreal anmutende Pflanzen und faszinierend fremdartige Tiere, Spezialisten mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit an ihren Lebensraum.
Jan Haft, Regisseur von MAGIE DER MOORE

Regisseur Jan Haft beim Dreh im Moor

© nautilusfilm / polyband Medien

Mit an den beweglichen Untergrund angepasster

Kameratechnik ist Regisseur Jan Haft schwer filmbaren Motiven auf der Spur. © nautilusfilm / polyband Medien

MAGIE DER MOORE
Von Jan Haft (Drehbuch, Regie, Schnitt, Text, Kamera)
Erzähler: Grimme-Preisträger Axel Milberg
Deutschland, 2010-2015, ca. 95 Minuten
Ausgezeichnet mit dem FBW Prädikat »besonders wertvoll«
Ab 25. März 2016 auf DVD!