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Muskelaufbau mit Pflanzenprotein

Patrik Baboumian kann mehr als 550 Kilo tragen

und errang bei den Strongman-Meisterschaften Titel „Stärkster Mann Deutschlands“. Patrik Baboumian ernährt sich aus Liebe zu den Tieren vegan. · Bild: PETA

Wir alle wissen: Wer Muskeln bekommen will, braucht Proteine. Die meisten Menschen glauben, dazu bräuchte es tierisches Eiweiß, wie Rindfleisch, Hühnerfleisch oder Milchprodukte. Doch können pflanzliche Proteine, zum Beispiel aus Hülsenfrüchten wie Linsen, Soja, Kichererbsen oder Lupinen genauso gut Muskeln aufbauen?

Die Frage, ob tierische oder pflanzliche Proteine mehr Muskelwachstum erzeugen, haben Forscher der University of Massachusetts und vom Hebrew Senior Life Institute untersucht.

Studie: Höhere Proteinzufuhr führt zu Muskelzuwachs - egal, ob tierisches oder pflanzliches Protein.

Das Ergebnis der Studie: Für den Muskelaufbau ist egal, aus welcher Quelle die Proteine stammen. »Unsere Untersuchung hat ergeben, dass höhere Proteinzufuhr aus jedweder Ernährungsart bei Erwachsenen zu Muskel- und Kraftzuwachs führt«, so Studienleiterin Kelsey Mangano.

Studienteilnehmer, die in der Gruppe für rotes Fleisch eingestuft worden waren, erzielten vergleichbare Muskel-Ergebnisse wie Studienteilnehmer aus der Hülsenfrüchte-Gruppe. Dabei hatten die Forscher die Hypothese aufgestellt, dass es Unterschiede geben würde, schreiben sie im Fachmagazin American Journal of Clinical Nutrition.

Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Kichererbsen,

Soja, Erdnüsse oder Lupine sind besonders proteinreich. Eine große Ernährungsstudie der Harvard Medical School hat 2016 eindrücklich gezeigt, dass ein Mehrverzehr pflanzlicher Proteine die Sterblichkeit deutlich senken kann. Pflanzliche Proteine sind außerdem gut für Cholesterinspiegel und Blutdruck. Bild: peangdao - Fotolia.com

Die Süßlupine ist ein wahres Eiweißwunder:

Sie enthält bis zu 40 Prozent an hochwertigem Protein mit allen essenziellen Aminosäuren. Bild: VChiccoDodiFC - Fotolia.com

Hoher Verzehr von tierischem Protein

begünstigt Krankheiten

Während die Forscher beim Muskelaufbau keine Unterschiede zwischen tierischen und pflanzlichen Proteinen feststellen konnten, fanden jedoch einen anderen Unterschied:
In einer vorigen Untersuchung hatten ältere Studienteilnehmer, die ihre Proteine überwiegend aus rotem oder verarbeitetem Fleisch bezogen, eine geringere Knochendichte. Das könnte Krankheiten wie Osteoporose begünstigen.

Der übermäßige Verzehr von tierischem Protein wird schon seit Jahren mit Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht. Mehrere Studien kamen zu dem Schluss, dass Menschen, die viel Fleisch, Käse und Milch konsumieren, ein höheres Risiko für ernährungsbedingte Krankheiten haben: Ein Übermaß an tierischen Proteinen lässt nicht nur Cholesterinwerte steigen, sondern begünstigt auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das Wachstum von Krebstumoren.
Quellen:
· Kelsey M Mangano et al: Dietary protein is associated with musculoskeletal health independently of dietary pattern: the Framingham Third Generation Study. In: The American Journal of Clinical Nutrition, 8.2.2017. doi: 10.3945/​ajcn.116.136762
· Neue Studie belegt: Auch Tofu macht Muskeln. Hamburger Abendblatt, 14.2.2017