Freiheit für Tiere
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No need for meat

Andreas Bär Läsker ist weder Schriftsteller noch Koch, aber vielen bekannt als Manager der Fantastischen Vier. Seit er vegan lebt, hat er sich als kreativer Rezept-Entwickler entpuppt: »Es kommt im absolut wahrsten Sinne des Wortes Leben in die Küche, wenn das tote Fleisch verschwunden ist«, so der Musikmanager. Seine spannende und extrem interessante Lebensgeschichte mit seinem Weg zur veganen Ernährung und die besten Rezepte aus seiner veganen Küche teilt »der Bär« nun in seinem ersten Buch »No need for meat«, einem »teilautobiographischen Ernährungsumstellungs-Inspirationsratgeber mit illustriertem Kochbuchanteil«.

Andreas Bär Läsker, geboren 1963 in Ludwigsburg, Stuttgarter DJ-Legende aus den Achtzigern, seit 1989 Manager der »Fantastischen Vier«, ehemaliger DSDS-Juror und begeisterter Fotograf mit wechselnden Ausstellungen ist seit 30 Jahren schlichtweg bekannt als »der Bär«. Dieser Name, den sogar in seinem Pass eingetragen ist, kommt nicht von ungefähr: Mit seinen 1,93 Metern brachte er in den 80er und 90er Jahren 160 Kilo auf die Waage. Ab 1999 begann er, seine Ernährung auf frisch und vollwertig umzustellen und regelmäßig Sport zu treiben. Nach der Lektüre des Buchs »China Study«, in dem T. Colin Campbell die wissenschaftliche Begründung für die pflanzenbasierte Ernährung liefert, hörte er am Rosenmontag 2011 von einem Tag auf den anderen auf, Fleisch zu essen.

Die "China Study" - BÄMM!

»Ich habe wirklich von einem Tag auf den anderen kein Stück Fleisch mehr angerührt«, erzählt »der Bär« in seinem Buch »No need for meat«. Kurze Zeit später sei es auch mit dem Fisch vorbei gewesen, die Eier und Milchprodukte folgten einige Zeit später.

Ja, und was war denn nun so krass an der »China Study«, dass der Musikmanager von einem Tag auf den anderen seine Ernährung komplett änderte? - Es war die Logik: empirisch erfasstes Wissen kombiniert mit entwaffnenden Erklärungen. Andreas Bär Lasker führt aber keine Zitate von Colin Campell an, sondern sagt: »Lesen Sie die China Study. Oder laden Sie sich das Hörbuch runter, das vom großartigen Christoph Maria Herbst gelesen wird.« Er selbst habe die China Study bis heute nicht einmal zu Ende gelesen. »Aber das musste ich auch nicht. Nachdem ich dieses Buch zugeklappt habe, war Fleisch für mich kein Thema mehr.«

Die Lektüre des Buches verschmolz zudem »mit meinem jahrelang mit mir herumgetragenen schlechten Gewissen, was die Beteiligung am milliardenfachen Tiermord anging«.

Denn schon länger hatte sich Andreas Bär Lasker mit dem Gedanken getragen, ob es richtig ist, Fleisch zu essen. »Ich bin seit fast 26 Jahren der Manager der ‚Fantastischen Vier’, und einer der Bandmitglieder, sein Name ist Thomas D, ist schon seit Ewigkeiten bzw. Veganer. Wenn man so will, ist er der Urvater meines schlechten Gewissens, was das Thema angeht.«

»Diese Tiere, deren Fleisch zu Lebensmitteln verarbeitet wird, werden unter solch grauenhaften Umständen gehalten, gequält und getötet, dass diese Zustände nur mit Filmen über dieses Thema dokumentiert werden können, verbal ist das kaum auszudrücken, dazu fehlt es selbst der so ausdrucksstarken und gut kombinierbaren deutschen Sprache schlichtweg am notwendigen, extrem drastischen Vokabular«, schreibt Andreas Bär Lasker in seinem ersten Buch »No need for meat«. »Dazu kommt, dass diese Menge an Antibiotika und Hormonen, die gegeben werden muss, damit diese armen Wesen diese Haltungsbedingungen überhaupt bis zu ihrem berechneten Todestag überleben, jedes vertretbare Maß tausendfach überschreitet.«

"Nachdem ich das Buch gelesen habe,

habe ich meine Ernährung komplett umgestellt. Ich vermisse nichts und es geht mir Bombe." (Christoph Maria Herbst)

Thomas D mit Schweinedame Erika für PETA:

»Don’t eat my friends!«

"Jetzt spüre ich keine Schuld mehr"

Seit etwa zwei Jahren lebt Andreas Bär Lasker vegan. Und er ist gar kein Bär mehr: Der Musikmanager wiegt inzwischen rund 60 Kilo weniger. Und nicht nur das: Er schlafe nun besser, sei im Kopf fitter, habe keine Verdauungsprobleme mehr. Auch das Völlegefühl nach dem Essen sei weg. Vor allem ist er erleichtert: »Jetzt spüre ich keine Schuld mehr, wenn ich zuschaue, wie Tiere unter unsäglichen Bedingungen gezüchtet und getötet werden.«

Die WELT wollte von ihm in einem Interview wissen, ob er jetzt seinen Namen »Bär« ändern wolle? Vielleicht in »Gorilla«, weil der ein Pflanzenesser sei? »Bären können problemlos von Wurzeln und Beeren überleben, tage-, monate-, jahrelang. Das können übrigens alle. Selbst Löwen könnten das. Der Löwe tötet unschuldig aus Instinkt. Wir töten schuldig, weil wir genusssüchtig sind.«

»Es kann aus kranken Tieren nun mal kein gesundes Fleisch entstehen«

»Wir leben alle in einer Welt, die es als mehr oder weniger normal betrachtet, Tiere zu essen. Oder zumindest deren Milch und deren Eier zu verzehren«, so Andreas Bär Lasker. »Wir sind alle mit den Werbesprüchen der Metzger-Innung ‚Fleisch ist ein Stück Lebenskraft’ oder dem Sprichwörtlichen Sinnbild (oder Trugbild) ‚Die Milch machts’ aufgewachsen. Im Grunde sind wir davon indoktriniert worden.«

Wenn er sich mit Leuten unterhält, die wissen, dass er Veganer ist, dann erlebt »der Bär«, wie tief verankert diese Werbesprüche sind – und dass die meisten Leute wirklich glauben, sich mit Fleisch und Milch etwas Gutes zu tun.

Oft beschränkt sich der Versuch, sich gesund ernähren zu wollen, auf Salat mit Putenbruststreifen statt Schnitzel mit Pommes. Andreas Bär Läsker meint, das sei ein Widerspruch in sich: Es gebe für den Menschen kein wirklich gesundes Fleisch, sondern maximal schädliches und weniger schädliches. »Es kann aus kranken Tieren nun mal kein gesundes Fleisch entstehen. Und so, wie die Puten gezüchtet und gehalten werden, sind sie in leider 95 % aller Fälle krank.« Mit der ihm eigenen unverblümten Sprache beschreibt »der Bär« die Putenhaltung, berichtet von furchtbaren Überzüchtungen, fünf Hennen pro Quadratmeter, weswegen die Tiere zu »mentalen Krüppeln« würden, und Zuchtbetrieben, denen Schmerzen egal sind, die Mortalitätsrate aber nicht, weswegen am Ende »stark mit Medikamenten, Hormonen und Restkeimen belastetes Fleisch« herauskomme. Und er kommt zu dem Schluss: »Geflügel ist auf gut Deutsch das Letzte, was sie sich auf einem Salat antun sollten«.

Und auch sonst, so Andreas Bär Läsker, ist das »deutlich übermächtige Fleisch-Fisch-Wurst-Angebot« zu einem »vollkommen unkontrollierten Overkill-Angebot mutiert«. Und wenn dann noch in Würste Käse eingespritzt wird, steigert sich der tierische Fettanteil »von ursprünglich 40-70% auf locker 80%«. Die Folge: »Wir, und vor allem unsere Kinder, werden ohne jegliche Kontrolle Angeboten von wirklich vollkommen ungesunden bis schädlichen, so genannten Lebensmitteln ausgesetzt, und es ist wirklich kein Wunder, dass es immer mehr fehlernährte, kranke oder unter starken, multiplen Allergien leidende Kinder gibt.«

Andreas Bär Läsker kocht

mit rein pflanzlichen Zutaten - und das mit großer Begeisterung und Kreativität. · Bild: © Charalambos Triantafillidis, TRIAS Verlag

"Keine Zeit" & "Gesunde Bio-Lebensmittel zu teuer"

Andreas Bär Lasker widmet sich ausführlich den »zwei schlimmsten Statements zum Thema Ernährung«: »Ich habe keine Zeit zum Kochen« und »Eine Ernährung mit frischen, biologischen Zutaten ist zu teuer für mich«. Und er sagt: »Ihre Ernährung MUSS die Nummer Eins in Ihrem Leben sein. Nichts ist wichtiger als das, was Sie essen, trinken oder atmen.« Lebens-Mittel seien Mittel zum Leben – also im Prinzip eine ganz klare Sache. Entsprechend gelte es, zu selektieren und Prioritäten zu setzen: »Zum Beispiel, ob sie sich ein Jahr lang wirklich gesund und gut ernähren wollen oder ob Sie lieber einen neuen Fernseher kaufen, vor dem Sie Zeit verschwenden, die Sie eigentlich nicht haben, und deswegen lieber Chips und Fertigpizza essen, die zwar billig sind, aber krank machen, und das kostet dann wieder Zeit…« Und das gelte sowohl für Alles-Esser als auch für Veganer. »Merkwürdigerweise habe ich noch nie erlebt, dass jemand einen Kredit aufgenommen hat, um sich ein paar Jahre gut und gesund zu ernähren. Das würde aber deutlich mehr Sinn machen, als sich einen sauteuren Urlaub zu leisten und dafür das ganze Jahr über nur entsetzlich minderwertiges bis nahezu giftiges Zeug zu sich zu nehmen, nur weil es so schön billig ist.«

»Und das alles, weil’s schmeckt?«

Nun ernährt sich die Mehrheit der Menschen von Fleisch und Milchprodukten. Die Supermärkte sind voll davon, und an jeder Straßenecke gibt´s Bratwürstchen, Döner, Käsestangen und natürlich Latte Macchiato. Es ist »normal«. Und: »Es schmeckt«. »Weil’s schmeckt« bezeichnet Andreas Bär Lasker als »das ultimative, alles wegbügelnde, megaklare und wirklich an Logik, Unumstößlichkeit und Zeitgeist nicht zu überbietende Monster-Endgegner-Totschlagargument«.

»Als einziges, pseudo-valides Argument für eine Ernährung mit tierischen Produkten den Geschmack anzuführen, ist aus meiner Sicht eine Mischung aus Zynismus, Ignoranz, unfassbarer Arroganz und einer stark reaktionären Haltung«, schreibt »der Bär«. Denn es werde unfassbares Leid auf dieser Erde durch dieses lächerliche Argument verursacht. »Milliarden von Tieren werden unter unsäglichen Bedingungen gehalten und getötet, dazu kommt eine Ressourcenverschwendung, die kaum noch zu beschreiben ist. Von der Klimazerstörung durch die Rinderhaltung und der rasend schnellen Entwicklung von multiresistenten Keimen durch den unkontrollierten Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht ganz zu schweigen. Und das alles, weil´s schmeckt?«

Außerdem: »Schmecken tun auch Tausende und Abertausende von anderen Lebensmitteln, die nicht aus Fleisch, Fisch, Milch und Eiern bestehen«. Man müsse diese Lebensmittel nur einmal an sich heranlassen und sie gezielt suchen.

"Ja, was darfst du denn dann noch essen?!"

Essen darf ein Veganer alles, aber er will es nicht. Andreas Bär Läsker ist daher der himmelweite Unterschied zwischen »Verzichten« und »Vermeiden« wichtig. Denn ein Verzicht ist Zwang, während man etwas vollkommen freiwillig vermeidet: »In dem Moment, in dem Sie sich zu einer pflanzlichen Ernährung entschlossen haben, verzichten Sie nicht auf Fleisch, Milch und Eier. Sie vermeiden sie. Weil Sie es wollen. Niemand hat Sie dazu gezwungen, niemand befiehlt es Ihnen.«

Es ist eine Entscheidung aus freien Stücken – eine Entscheidung für die gesündeste Ernährung die es gibt. »Und diese Entscheidung ist nicht nur gut für Sie, sondern für uns alle, unseren Planeten und die die Tiere das Beste. Wenn das keine Motivation ist ;-)…«

Eine intergalaktische, neue, interessante

und unfassbar vielfältige Welt der Ernährung

Abgesehen von den positiven Auswirkungen auf die Gesund­heit und vom guten Gewissen tun sich bei der pflanzlichen Ernährung eine Vielzahl bisher unbekannter Lebensmittel und völlig neue Geschmackswelten auf: »Im Vergleich zu dem, was Sie hinter dieser riesigen Mauer aus Fleisch, Wurst und Käse erwartet, vor der Sie jetzt vielleicht noch stehen, ist das, was Sie jetzt haben, nur ein armseliger, kleiner Bruchteil dessen, was man - bleiben wir ruhig mal kurz innerhalb der Weltraum-Metapher - Ernährungsuniversum bezeichnen kann. Als Fleischesser erreichen Sie nicht einmal den Orbit, als Veganer reisen Sie mit der Leichtig­keit des eigenen - nebenher erwähnt, extrem umweltfreundlichen - Antriebs durch eine intergalaktische, neue, interessante und unfassbar vielfältige Welt der Ernährung, die nicht nur um vieles größer ist als die der anderen Seite, sondern sich über Jahre hinweg selbst immer weiter potenziert. Hört sich übertrieben an? Isses - aaaaaaber - nich.«

»Der Bär« hätte es sich vor fünf Jahren nicht träumen lassen, mit Zutaten wie Amaranth, Buchweizenflocken, Chia-Samen, Pak-Choi, Maulbeeren, Cashewnüssen, Hefeflocken, Braunhirse­mehl oder Mönchsbart rumzuhantieren. »Heute bin ich um so viele Geschmacks- und Zubereitungserfahrungen reicher, die ich niemals gemacht hätte, wenn ich weiterhin bei dem ewigen ‚Ein Stück Fleisch mit Beilagen’ geblieben wäre.«

In »No need for meat« stellt Andreas Bär Läsker seine Lieblingsrezepte vor: Jetzt können auch Sie seine bislang nur im Freundeskreis beliebten Rote-Bete-Küchle endlich nachkochen... Denn dieses kulinarische Party-Highlight ist bei Festivitäten im Hause Läsker sofort vergriffen. Zusammen mit den Spinatküchle der Tipp für die sommerliche Grillsaison.

Kunterbunt gemischt werden die Rezepte in die informativ-unterhaltsamen Texte rund um pflanzliche Ernährung eingestreut. Zum Teil ohne erkennbare Systematik. Manchmal aber schon: Da gibt’s einen Text über Wurzeln (Möhren, Rote Beete…), anschließend folgen drei oder vier Rezepte (Pastinakensuppe, Rote-Beete-Salat..). Dann folgt die »Ode an die Kartoffel«, an die sich fünf Kartoffelrezepte (Mangold-Kartoffelpüree, Süßkartoffeltaler,…) anschließen. »No need for meat« ist ja auch nicht wirklich ein Kochbuch, sondern eben ein »teilautobiographischer Ernährungsumstellungs-Inspirationsratgeber mit illustriertem Kochbuchanteil«. Auf insgesamt 211 Seiten sind 60 Rezepte zu finden. Die schönen Fotos stammen von Charalambos Triantafillidis. Der Fotograf ist seit Jahren mit Andreas Bär Läsker befreundet und hat vor zwei Jahren auch seine Ernährung auf pflanzlich umgestellt.

Einige Rezepte stellen wir Ihnen vor: Natürlich dabei sind selbstgemachte Maultaschen, schließlich kommt »der Bär« aus dem Schwabenland. Als »Kracher aus meinem Repertoire leckerer Party Finger Foods« bezeichnet er seine Vuggets mit Tzatziki: Die kleinen Bratlinge auf Polenta-Basis sind einfach und schnell herzustellen und werden mit veganem Tzatziki gedippt. Auch die »Küchle« müssen Sie probieren, »bei jedem Grill-Event der absolute Oberburner«.

Läskers Küche ist eine experimentelle Küche, in der er alles selbst zubereitet und aus der sämtliche Fertig- und Industrieprodukte (Weißmehl, weißer Zucker…) verbannt sind. So ist seine frische Spinatsauce absolut zu empfehlen, ebenso wie sein Hummus, das er gleich in großen Mengen herstellt und in Einweckgläser als Mitbringsel an Freunde verschenkt. In seinem Buch stellt er außerdem wissenswerte Informationen zu Gemüsen, Gewürzen und weiteren Zutaten vor, gibt Tipps zur Zubereitung und auch allgemeine hilfreiche Küchentipps, zum Beispiel welche Werkzeuge sich in seiner vollwertigen Pflanzenküche bewährt haben. Und das alles im überaus unterhaltsamen Erzählstil.

Umdenken

»Vegane Ernährung ist kein Hype, keine Mode und kein Trend. Sie ist Ausdruck und Folge eines weltweit erfolgenden Umdenkens«, so »der Bär« am Schluss seines Buches. »Vegane Ernährung ist gut für Sie, für Ihre Kinder und Ihre Freunde. Sie ist gut für die Tiere, die weder gezüchtet noch getötet werden müssen. Und last but not least ist vegane Ernährung gut für unseren Planeten, diese wunderschöne blaue Kugel namens Erde.«

Wenn man es schaffe, sich vegan zu ernähren, sei das letzte Tier, für dessen Tod man aktiv verantwortlich ist, der innere Schweinehund.

»Die meisten Menschen, die aufhören Fleisch

zu essen und dann irgendwann den einzig konsequenten Weg gehen, also sich vegan ernähren, tun dies aus Gründen des Mitgefühls gegenüber den Tieren und natürlich auch aus Verantwortungsgefühl für ihre Umwelt und damit ganz automatisch ihren Mitmenschen gegenüber.« · Bild: © Charalambos Triantafillidis, TRIAS Verlag

NO NEED FOR MEAT:

Kurzweilige und überaus interessante Hymne auf pflanzliche Ernährung, gewürzt mit Rezepten

»No need for meat« von Andreas Bär Läsker ist eine kurzweilige und überaus interessante Lektüre: Sie kann Menschen, die noch Fleisch essen oder weniger Fleisch essen wollen, völlig unverkrampft - aber auf den Punkt – zum Nachdenken bringen.

Neu-Vegetarier und Neu-Veganer werden auf wertvolle Tipps stoßen und sich und ihre allienähnliche Situation als Veganer in einer Welt von Fleischessern und Milchtrinkern in den köstlich formulierten Erzählungen des Fanta4-Managers wieder finden.

Und alle, die schon längst überzeugte Pflanzenesser sind, werden in »der Bär« einen Gleichgesinnten erkennen, der viele Gedanken, die sie schon längst so oder so ähnlich hatten, auf höchst unterhaltsame Weise auf’s Papier bringt. Und ach ja: Rezepte gibt es ja auch in dem Buch, welche sich wirklich lohnen, einmal auszuprobieren.

»NO NEED FOR MEAT« von Andreas Bär Läsker

ist im TRIAS-Verlag erschienen.

Andreas Bär Läsker: NO NEED FOR MEAT
Flexicover
216 Seiten, 150 Abbildungen
TRIAS-Verlag, Stuttgart, 2015
ISBN: 9783830482321
Preis: 24,99 Euro

Auf seiner facebook-Seite teilt Andreas Bär Läsker der Internet-Communitiy fast täglich seine Sicht der Dinge mit - erfrischend unverblümt, was nicht nur von Fanta 4-Fans »liken«, sondern auch eine wachsende Zahl von Tierfreunden und Veganern.

Rezepte aus "NO NEED FOR MEAT"

SELBSTGEMACHTE MAULTASCHEN

Bild: © Charalambos Triantafillidis, TRIAS Verlag

ZUTATEN
FÜR 4 PERSONEN

Maultaschenteig:
400g Hartweizengries
1 Prise Salz
1 EL Olivenöl
180 ml lauwarmes Wasser

Maultaschenfüllung:
130 g Schnellkoch-Polenta
100 g Kartoffelmehl
40 g Maisstärke
1 kleine Zwiebel, klein gehackt
2 Knoblauchzehen, klein gehackt
4 TL (12 g) Backpulver
15 g (6-8 EL) gepuffter Amaranth
2 TL Würz-Hefeflocken
1 1/2 gehäufte EL frische Petersilie,
fein gehackt
1 TL Gemüsebrühe
1 1/2 TL Himalayasalz
1 TL schwarzer Pfeffer
3 TL getrocknete Kräuter der Provence
150 g frischer Spinat,
im Mixer zerhäckselt
1 1/2 EL Olivenöl
1TL gemahlener Liebstöckl
Olivenöl zum Braten
170 ml Wasser mit Kohlensäure
100 ml Wasser ohne Kohlensäure

ZUBEREITUNG

Alle Zutaten für den Teig zusammenmischen und zu einem Teig kneten.
Den Teig zugedeckt 30 Min. ruhen lassen.

Zwiebeln und Knoblauch in einer Pfanne in Olivenöl gut anbraten.
Währenddessen die restlichen Zutaten für die Maultaschenfüllung in einer Schüssel zusammenmischen. Knoblauch und Zwiebeln zur Masse dazugeben, sobald sie fertig gebraten sind, und alles gut verrühren.

Wer keinen Spinat mag, kann je nach Geschmack anderes Blattgemüse verwenden. Dabei muss lediglich beachtet werden dass die ganze Mischung nicht zu flüssig wird!

Den Teig, nachdem er geruht hat, in einer Nudelmaschine oder mit einem Nudelholz dünn ausrollen und in rechteckige Streifen schneiden.
Nun kann man nach Belieben Maultaschen formen.
Entweder 16 cm lange und 6 cm breite Streifen nehmen und mit der Füllung dünn bestreichen und dann zu einer Maultaschenrolle der Länge nach zusammenrollen, oder einen rechteckigen Teigstreifen in der Mitte teilen.
1 bis 2 EL Füllung in die Mitte der einen Teigstreifenhälfte packen und den zweiten Teigstreifenteil darauf legen und dann die Ränder zusammenpressen damit die klassische eckige Maultaschenform entsteht.

Die Maultaschen je nach Stärke des Nudelteigs 8 bis 10 Min. lang in Gemüsebrühe kochen. Nun kann man sie mit frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer garnieren und mit Gemüsebrühe und Röstzwiebeln servieren.

Eine weitere Variante ist, die gekochten Maultaschen in Olivenöl anzubraten.

VUGGETS MIT TZATZIKI

Bild: © Charalambos Triantafillidis, TRIAS Verlag

»Ein weiterer Kracher aus meinem Repertoire leckerer Party Finger Foods: Vuggets sind einfach herzustellen und bieten mit ihrer perfekten Konsistenz einen idealen Geschmacksträger für viele verschiedene Saucen und Dips.
Man kann sie mit wenig Aufwand geschmacklich variieren, indem man weitere Gewürze zur Teigmischung hinzugibt, und so z.B. asiatische oder mexikanische Geschmacksrichtungen erzeugen.
Nachfolgend ein Grundrezept, das die perfekte Konsistenz garantiert.«


VUGGETS

ZUTATEN
FÜR 4 PERSONEN

200 g Schnellkoch-Polenta
150 g Kartoffelmehl
70 g Maisstärke
1 Päckchen (17 g) Backpulver
20 (6-8 EL) gepuffter Amaranth
1 EL Hefe-Würzflocken
2 gehäufte EL frische Petersilie,
fein gehackt
1 gehäufter TL Gemüsebrühe
1TL Himalayasalz
1/2 TL schwarzer Pfeffer
1 Zwiebel, klein gehackt
2 Knoblauchzehen, klein gewürfelt
250 ml Wasser mit Kohlensäure
150 ml Wasser ohne Kohlensäure
2 EL Olivenöl
Olivenöl zum Braten

ZUBEREITUNG

Zwiebeln und Knoblauchzehen in Olivenöl andünsten, bis sie Röstaromen annehmen und goldgelb bis hellbraun sind.
Währenddessen alle restlichen Zutaten außer Wasser und Olivenöl in einer Schüssel zu einer Trockenmasse verrühren.
Zwiebeln und Knoblauch aus der Pfanne dazugeben und gut einrühren.
Nun das Olivenöl und vorsichtig und portionsweise das Wasser dazugeben und währenddessen ständig rühren. Nicht zu viel Wasser auf einmal hineingeben und kräftig genug rühren, damit keine Klumpen entstehen.
Weitermachen, bis ein formbarer Teig entsteht.
Den Teig zu einer oder mehreren dicken Rollen rollen. Der Durchmesser hängt davon ab, vie groß man die Vuggets am Ende haben möchte.
Die Rolle danach in 1 cm dicke Scheiben schneiden und die so entstandenen Vuggets in einer Pfanne mit Olivenöl goldgelb und knuspig ausbraten.

Bild: © Charalambos Triantafillidis, TRIAS Verlag

»Der griechische Vorspeisen- und Beilagenklassiker überhaupt. Allerdings in einer deutlich kalorienreduzierten, aber dennoch relevant eiweißhaltigen Version. Durch die Gurke liefert Tzatziki zudem hohe Mengen an Kalium, Zink, Eisen, Magnesium und Phosphor.
Um den vollen Gehalt der Mikronährstoffe der Gurke zu erhalten, sollte man sie ungeschält verarbeiten.
Dabei sollte man darauf achten, möglichst unbehandelte, also pestizidfreie Bioware zu verwenden. Der Knoblauch fördert die Durchblutung und stärkt das Immunsystem.«


TZATZIKI

ZUTATEN
FÜR 4 PERSONEN

1 kleine Gurke
400 g ungesüßter Sojajoghurt
4 kleine Knoblauchzehen,
sehr fein gehackt oder durch
die Knoblauchpresse gedrückt
Schwarzer Pfeffer und Salz nach Geschmack
1 EL Olivenöl
Optional frischer Dill, fein gehackt

ZUBEREITUNG

Die Gurke in eine Schüssel raspeln und die restlichen Zutaten dazugeben und sehr gut verrühren.
Mindestens eine Stunde (besser zwei) in den Kühlschrank stellen, damit die Geschmacksnoten sich verbinden können.
Wer eine festere Konsistenz mag, presst vor der Zugabe der anderen Zutaten in einem Küchensieb aus den Gurkenraspeln so gut es geht die Flüssigkeit heraus.

SPINATKÜCHLE

Bild: © Charalambos Triantafillidis, TRIAS Verlag

»Neben meinen Rote-Bete-Küchlein ist diese Version eines veganen Burgerbratlings bei jedem Grill-Event der absolute Oberburner. Die Küchle sind sehr schnell und einfach zu machen, was sie zu besonders interessantem Partyfood macht. Über die gesundheitlichen Vorteile von Spinat schreibe ich noch in weiteren Rezepten.
Erwähnenswert sind auch noch die Leinsamen, die ich bei diesem Gericht als Ei-Ersatz verwende und die wertvolle, essentielle Omega-3-Fettsäuren beisteuern. Der Tofu rundet den Nährstoffmix mit seinem hohen Eiweißgehalt ab.«


DIE ZUTATEN FÜR CA. 15 BRATLINGE
(JE NACH GRÖSSE)

400 g weicher Tofu
1 kg frischer Blattspinat
2 Zwiebeln, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 gestrichene TL Salz
1/2 TL Muskat
1/2 TL schwarzer Pfeffer
10-15 gehäufte EL Semmelbrösel
4 EL gemahlene Leinsamen
2 EL Kichererbsenmehl
1 EL Senf
1 TL Rohrzucker
Olivenöl zum Braten
ZUBEREITUNG

Den Tofu in eine große Schüssel oder direkt auf die Kuchenarbeitsplatte (je nach Gesamtmenge) klein bröseln. Blattspinat kurz mit kochend heißem Wasser übergießen, in der Küchenmaschine zerkleinern und danach gut ausdrücken, um Flüssigkeit zu entfernen. Zum zerbröselten Tofu dazugeben.

Die restlichen Zutaten dazugeben und mit den Händen sorgfältig zu einem Teig kneten. Daraus dann flache Burgerbratlinge formen. Am besten geht das, wenn man die Hände immer wieder anfeuchtet. Dann kleben die Bratlinge nicht an den Händen.

In einer oder mehreren Pfannen reichlich Olivenöl erhitzen und die Bratlinge kurz auf beiden Seiten anbraten, bis sich Röstaromen bilden und die Oberfläche saftig-kross wird.
Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenpapier auslegen, damit überflüssiges Fett ablaufen kann. Etwas abkühlen lassen und danach für 20 bis 30 Min. in den auf 180 Grad Umluft vorgeheizten Backofen geben.