Freiheit für Tiere
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Schluss mit Wildtieren im Zirkus!

oto: www.peta.de

Der Vorfall ging durch Presse und Fernsehen: Am 13.6.2015 verletzte ein Elefant des »Circus Luna« in Buchen (Baden-Württemberg) einen 65-jährigen Spaziergänger tödlich. Tierschutzorganisationen hatten seit Jahren vor einem solchen Unglück gewarnt. Angesichts des Todesfalls forderte die baden-württembergische Landesregierung die Bundesregierung auf, die Haltung von Elefanten im Zirkus zu verbieten.

Den Tieren fehle es dort an Auslauf und Beschäftigung, und sie könnten nicht wirklich sicher untergebracht werden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums für den ländlichen Raum. Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen setzen sich seit langem für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus ein.

Absehbares Unglück

»Baby« (auch Benjamin genannt) ist ein weiblicher Afrikanischer Elefant. Als Wildfang wurde sie vor etwa 32 Jahren im Babyalter ihren Eltern gewaltsam entrissen. »Wir haben jahrelang versucht, den Zirkus zu stoppen und auf die Gefährlichkeit des Tieres hingewiesen«, erklärte Peter Höffken von PETA nach dem Todesfall von Buchen. Durch jahrelange Einzelhaltung und äußerst mangel­hafte Unterbringung weise »Baby« starke Verhaltensstörungen auf. Die Elefantenkuh hatte bereits bei drei Unfällen insgesamt vier
Menschen teilweise schwer verletzt. Die Tierrechtsorganisation hatte sich immer wieder an Ministerien, Regierungspräsidien und an zahlreiche Veterinärbehörden in Baden-Württemberg gewandt. Doch musste es erst zu einem Todesfall kommen?

»Baby« lebt jetzt im Safaripark Stukenbrock. In der Elefanten-Anlage hat sie Kontakt zu drei anderen Elefantenkühen. Ziel ist, die ehemalige Zirkus-Elefantin in die Elefantenherde zu integrieren.

Ankettung und Einsatz von »Elefantenhaken« immer noch erlaubt

In Deutschland werden derzeit rund 50 Elefanten in Zirkussen gehalten. Für die kommerzielle Nutzung der Tiere, die Ausbildung und Haltung hat das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Leitfaden herausgegeben. Danach dürfen Elefanten nachts an zwei Beinen angekettet werden und auch der Einsatz des »Elefantenhakens« aus Stahl, um die Tiere besser zu kontrollieren, ist erlaubt.

18 Länder in Europa haben Wildtiere im Zirkus verboten

18 europäische Länder, darunter Österreich, haben bereits alle oder bestimmte Wildtiere im Zirkus verboten. Doch was ist mit Deutschland?

2003 und nochmals 2011 beauftragte der Bundesrat die Bundes­regierung in zwei Entschließungen, die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu verbieten. Doch bislang unternimmt das zuständige Bundesministerium (BMELV) nichts! Die Bundestierärztekammer hat 2010 deutlich Stellung bezogen und ein Verbot von Wildtieren in einem reisenden Zirkus gefordert.

Zwei Drittel der Deutschen Wildtiere finden im Zirkus nicht mehr zeitgemäß - dies zeigten mehrere repräsentative Umfragen. Auch FC Bayern-Star Rafinha appelliert: »Wildtiere gehören in die Freiheit und nicht in den Zirkus!« Eingeklemmt zwischen Betonplatten symbolisiert Rafinha mit seinem Motiv die Enge, Einsamkeit und Qual, die Wildtiere im Zirkus erleiden müssen.

Informationen & Online-Petition:

FC Bayern-Star Rafinha appelliert:

»Wildtiere gehören in die Freiheit und nicht in den Zirkus!" · Foto: Marc Rehbeck/PETA