Freiheit für Tiere
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Tiere totschießen weltweit

Karikatur von Bruno Haberzettl

Weil man's sich leisten kann und weil's Spaß macht

Karikatur von Bruno Haberzettl aus "Brunos Jagdfieber" (Ueberreuter-Verlag)

Männer, die über der Leiche eines Tieres posieren: Ein älterer Mann hockt stolz zwischen zwei riesigen toten Büffeln, die er auf einer Jagdreise in Kanada geschossen hat. Ein dickbäuchiger Jäger im Safarilook posiert mit Gewehr vor einem toten Elefanten.

»Jäger auf der ganzen Welt setzen sich für den Artenschutz ein«, so die Jägerzeitschrift WILD UND HUND (3.3.2015). Ist es nicht beeindruckend, dass Jäger Artenschutz völlig selbstlos nicht nur in heimischen Wäldern, sondern überall auf der Welt betreiben? Oder sind es in Wirklichkeit doch eher niedere Triebe, die Jäger dazu bewegen, riesige Elefanten, majestätische Löwen oder Hirsche mit großem Geweih für viel Geld tot zu schießen?

Jagdmesse "Hohe Jagd" in Salzburg:

Aussteller werben mit Jagdreisen in alle Welt · Bild: www.RespekTiere.at

"Jagen Sie

in den schönsten und größten Naturreservaten der Welt, mit einer faszinierenden Artenvielfalt und Trophäen für echte Großwildjäger." (Aus der Werbung eines Jagdreiseveranstalters) · Bild: www.RespekTiere.at

Wer in Mosambik einen Elefanten schießen will,

zahlt je nach Größe der Stoßzähne 15.000 bis 20.000 Dollar Abschussgebühr. · Bild: www.RespekTiere.at

Ein Jäger hat in Ungarn seinen »Lebenshirsch« »gestreckt«, kniet über dem toten Tier und präsentiert das 12,5 Kilogramm schwere Geweih. Die Abschussgebühren berechnen sich nach dem Gewicht des Geweihs: 10,5 Kilo Geweih kosten 7.450 Euro pro Hirsch, für jede weitere 10 Gramm Geweihgewicht kommen 60 Euro dazu. (12,5 Kilo Geweih kosten also 19.450 Euro).

Eine Pauschalreise mit 6 Jagdtagen und dem Abschuss eines Büffels in Mosambik wird für 11.140 US-Dollar angeboten. Einen Löwen totschießen kostet 20.000 Dollar Abschussgebühr. Eine Jagdreise nach Alaska, bei der man Elch, Braunbär, Wolf und Schwarzbär tot schießen kann, kostet inkl. Trophäen 22.800 Dollar. Wer nicht so viel Geld übrig hat, bucht eine Bockjagd in Tschechien (5 Tage inkl. 3 Böcke ab 1.149 Euro).

»Hinter jeder Trophäe steckt ein Erlebnis, eine schweißtreibende Pirsch in afrikanischer Savanne oder eine Mondnacht in klirrender Kälte«, schwärmt der Chefredakteur der Zeitschrift Jagen weltweit (1/2015) und spricht vom »Kräftemessen mit den Sinnen des Wildes«. - Wenn ein Jäger wirklich seine Kräfte mit Wildtieren messen will, sollte man ihn doch mal ohne seine hochtechnisierten Präzisionswaffen, ohne moderne Funktionskleidung und ohne Allradantrieb in der freien Natur aussetzen. Wie viele Hirsche, Löwen oder Elefanten er allein durch seine Pranken, Krallen und scharfen Reißzähne wohl erlegen kann?

Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des deutschen Tierschutzbundes, brachte es einmal wie folgt auf den Punkt: »Ich vermute, dass Lust am Töten aus nichtbefriedigtem Sexual- und Machtstreben... zur Massentötung als makabrem Hobby führt.«

Der Psychoanalytiker Paul Parin - selbst Jäger - erklärte in seinem Buch »Die Leidenschaft des Jägers«: »Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selber aufhebt... Und weil es sich bei der Jagd um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt - um ein Fieber eben -, geht es ... um sex and crime, um sexuelle Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.«