Freiheit für Tiere
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Der Tierleichen-Fresser

3. Auflage

"Das Fleisch, das wir essen, ist ein mindestens zwei bis fünf Tage alter Leichnam."
Volker Elis Pilgrim, Schriftsteller

Essen Sie Tierleichenteile?

Unsere Art von Kannibalismus

92% aller Deutschen essen regelmäßig gewürzte, gesottene und gebratene Leichenteile. In ihrem Auftrag töten Schlächter die Tiere, schneiden die Kadaver auseinander und hängen sie ab.
Der Verwesungsprozess beginnt. Der Leichenwürzer gibt Gewürze und Geschmacksverstärker hinzu. Im Supermarkt findet der Kunde die Tierleichen unter der Bezeichnung »Fleisch« in der Kühltheke wieder: aus Muskeln wird ein »Schnitzel«, ein in Streifen geschnittener Magen heißt »Kutteln«, zermanschte und gewürzte Leichenreste werden unter der Bezeichnung »Wurst« verkauft.
Wir sind es gewöhnt, zubereitetes Fleisch zu essen - fix und fertig gewürzt und mundgerecht geschnitten. Immer weniger Menschen bringen ihr Steak oder ihre Wurst tatsächlich mit lebendigen Geschöpfen in Verbindung, die wie der Mensch Trauer, Freude, Leid und Schmerz empfinden können.

»Töten von Tieren« - das erscheint grausam. Beim Metzger ein Stück Wurst einzukaufen ist hingegen normal. Würden wir auch Katzenfleisch im Supermarkt kaufen, wenn es lecker angemacht wäre? - Natürlich nicht! Würden wir unseren eigenen Hund essen oder unser Meerschweinchen? Nein! - Warum aber essen wir das Kalb?

»Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen.«
Christian Morgenstern

Unser Fleischhunger ist so grenzenlos wie unsere Respektlosigkeit gegenüber den Tieren in der Massentierhaltung.

Ein deutscher Durchschnittsbürger verspeist im Lauf seines Lebens 7 Rinder, 22 Schweine, 20 Schafe, 600 Hühner sowie zusätzlich etliche Wildtiere, See- und Meeresfische.
Mit 88,4 Kilo pro Kopf erreichte der Fleischverbrauch in Deutschland 2008 einen Rekordwert. Verzehrt wurden laut Fleischwarenverband 60,4 Kilo, der Rest ging in die industrielle Verwertung (z.B. für Cremes). Pro Woche isst der Durchschnittsdeutsche 1,160 Kilo Fleisch - die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens 300 bis 600 Gramm je Woche.
Männer essen im Schnitt doppelt so viel Fleisch wie Frauen. Am beliebtesten ist Schwein: 2008 wurden 38,4 Kilo pro Kopf verzehrt. Auf Platz zwei folgt Geflügel (11,2 kg) vor Rindfleisch (8,6 kg).

Warum haben wir eigentlich so wenig Skrupel, Fleisch zu essen? Wenn jeder Mensch sein Tier eigenhändig umbringen müsste, würden die meisten es wohl nicht übers Herz bringen - und würden statt dessen lieber auf ihr Fleisch verzichten. Schließlich würde sich bei so manchem das Gewissen regen, wenn er ein Tier selbst umbringen müsste. So mancher würde dem Tier in die Augen schauen und könnte ihm nicht mehr das Leben nehmen.

Über das Leid der Tiere in den Massenbetrieben, Legebatterien, Schlachthöfen oder Transportwägen erfährt der Normalverbraucher wenig. Allenfalls hört er hie und da die Forderungen von Tierrechtsbewegungen, spendet am Welttierschutztag ein paar Euro - und bei schockierenden Fernsehsendungen über Tiertransporte wird lieber umgeschaltet.

Seit dem 26. Juli 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Doch hat sich seither etwas für die Tiere verbessert?
Das Tierschutzgesetz schützt in § 1 Satz 1 nicht nur das Wohlbefinden des Tieres, sondern auch dessen Leben. Satz 2 verbietet, Tieren ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. - Was aber ist ein »vernünftiger Grund«?

Die Tiere sind uns Menschen artverwandt. Erstaunt stellten Biologen eine genetische Übereinstimmung bis zu 98% zwischen Mensch und Tier fest. Tiere fühlen Freude und Schmerz wie wir. Sie sind unsere Mitgeschöpfe hier auf Erden und auf ihre Weise intelligent. Tiere haben wie wir ein Recht auf Leben.

»Ich glaube, dass spiritueller Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten..«
Mahatma Gandhi

60 Kilo Leichenteile pro Jahr

Fleischkonsum in Zahlen

In Deutschland werden pro Jahr geschlachtet:

367.600.000 Jungmasthühner
54.800.0000 Schweine (2008)
31.300.000 Suppenhühner
30.800.000 Puten
13.800.000 Enten
3.300.000 Rinder (2008)
2.100.000 Schafe und Ziegen
400.000 Gänse
12.600 Pferde
1.600 Perlhühner

Die Zahlen stammen aus dem Tierschutzbericht der Bundesregierung 2003 (seither gibt der Tierschutzbericht leider keine Zahlen mehr an). Die Zahlen für Schweine und Rinder 2008 stammen aus der afz allgemeine fleischer zeitung.

Verzehr pro Kopf im Jahr 2008:

60,4 kg Fleisch insgesamt, davon 38,4 kg Schweinefleisch
11,2 kg Geflügel
8,6 kg Rindfleisch