Immer mehr Wildschweine und Rehe durch mehr Jagd

Nachwuchsschwemme hausgemacht

Jägerlatein lehrt: Wildschweine und Rehe müssen massiv bejagt werden. Die Realität zeigt: Je mehr Wildschweine und Rehe geschossen werden, desto stärker vermehren sie sich. Während in den 1980er Jahren jedes Jahr noch etwa 800.000 bis 900.000 Rehe und 150.000 - 250.000 Wildschweine erlegt wurden, waren es im letzten Jahrzehnt bis zu 1.250.000 Rehe und 600.000 - 880.000 Wildscheine pro Jahr - Tendenz steigend. Dies beweist: Die Jagd wird ihrem Anspruch einer wirklichen Bestandsregulierung nicht gerecht. Trotz der zunehmenden Intensivierung der Jagd, trotz Treib- und Drückjagden mit bis zu 300 Jägern und Treibern plus Hunden und trotz Aufhebung von Schonzeiten gibt es nicht weniger Wildschweine, Rehe und Füchse, sondern mehr.



Während 1982/83 etwa 150.000 Wildschweine pro Jahr erschossen wurden, sind es inzwischen bis zu 880.000 Wildscheine pro Jahr.



Während 1982/83 etwa 800.000 Rehe pro Jahr erschossen wurden, sind es heute bis zu 1.250.000 Rehe pro Jahr - Tendenz steigend.


Der Sinn der Freizeitbeschäftigung Jagd wird in der Öffentlichkeit immer mehr in Frage gestellt: Warum dürfen Jäger in vielen Bundesländern immer noch Hunde und Katzen erschießen? Warum haben wir in Deutschland die längsten Jagdzeiten für Rehe, Wildschweine und Hirsche in Europa? Wann wird endlich diskutiert, für welche Tiere es überhaupt einen vernünftigen Grund für die Jagd gemäß Tierschutzgesetz gibt? Warum folgt die Politik bei der Jagd fast ausschließlich Lobbygruppen und nicht wissenschaftlichen Erkenntnissen?

Eine Langzeitstudie zeigte: Bei intensiver Bejagung ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt die Geschlechtsreife viel früher - vor Ende des ersten Lebensjahres - ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden.

Norbert Happ, Jäger und bekanntester deutscher Wildschwein­kenner prangerte bereits 2002 an: »Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht.« Für die explosionsartige Vermehrung seien die Jäger selbst verantwortlich: »Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten.«


Informationen: Wildtierschutz Deutschland
www.wildtierschutz-deutschland.de

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