Freiheit für Tiere
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Sind Wildtiere von Natur aus scheu?

Wilde Tiere

haben in unseren Großstädten einen neuen Lebensraum gefunden. Inzwischen gibt es Füchse in fast jeder Stadt und Rehe in fast jedem größeren Stadtwald. Bild: Pim Leijen · fotolia.com

Von Julia Brunke

Immer mehr Wildtiere zieht es in die Nähe der Menschen. Es scheint unglaublich: In unseren Großstädten findet sich eine ganz erstaunliche und immer weiter zunehmende Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten. Und je größer die Stadt, desto vielfältiger und reichhaltiger ist ihr Tierleben. Füchse ziehen ihre Jungen seelenruhig vor den Augen der Spaziergänger in Parks groß, Wildschweine laufen am helllichten Tage mit ihrem Nachwuchs durch die Grünanlage, Waschbären ziehen im Gartenhäuschen ein, Habichte und Wanderfalken nisten mitten in der Innenstadt.

Berlin

gilt als »Hauptstadt der Wildschweine«. Bild aus: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

"Schneewittchen und die 7 Zwerge",

so tauften die Berliner diese Wildschweinfamilie. Bild: Florian Möllers

Städte - Inseln der Artenvielfalt

„Die Wildnis drängt in die Städte und ehemals scheue Tierarten, die sich, solange man denken konnte, vom Menschen fernhielten, werden zu einem Teil der Stadtnatur“, schreibt Bernhard Kegel in seinem neuen Buch „Tiere in der Stadt“. Inzwischen gibt es sogar eine eigene Wissenschaftsdisziplin, die sich mit den wild lebenden Tieren und Pflanzen der Städte beschäftigt: die Stadtökologie.

Es scheint, als habe sich eine Umkehr vollzogen: Auf dem Land verkommen ehemals fruchtbare und lebensfreundliche Flächen durch die industrielle Landwirtschaft mit ihren giftigen Spritzmitteln, intensive Düngung und Monokulturen zu regelrechten Agrarwüsten. In einem Umland der Monotonie werden Städte zu Inseln der Artenvielfalt, die Lebensraum für unzählige Tierarten bieten. Der in München lebende Naturforscher Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der TU München war, spricht bei den großen Städten gar von "Rettungsinseln der Artenvielfalt". Er meint damit, dass viele Tierarten, die eigentlich vom Aussterben bedroht sind, in den Städten überleben können.

„Die Zugewinne in der neuen städtischen Artenvielfalt waren keineswegs nur irgendwelche, früher vielleicht einfach übersehene Kleintiere und exotische Pflänzchen, sondern durchaus auffällige Arten wie Wildschwein und Biber, Wanderfalke und seltene europäische Entenarten“, schreibt Reichholf in seinem Buchbeitrag „Städte – Insel der Artenvielfalt“ (in: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt). Wanderfalken ziehen am Kölner Dom, am Roten Rathaus in Berlin oder den Türmen der Münchner Frauenkirche ihre Jungen groß. In München hat sich infolge der Renaturierung der Isar sogar der Biber wieder angesiedelt, der eigentlich als extrem menschenscheu gilt. Sogar Feldhasen wurden zu Stadthasen. „Verständlicherweise, denn wie die Kaninchen werden sie in der Stadt, wenn überhaupt, weit weniger gejagt als draußen in der ‚freien Natur’“, so Reichholf.

Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke

brütet in Berlin im Turm des Roten Rathauses. Bild aus: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

Auf jeden Münchner kommt ein Vogel

In einer europäischen Großstadt leben durchschnittlich mehr als 10.000 unterschiedliche Arten. Die Städte sind sehr reich an Strukturen, viel reichhaltiger, als das ausgeräumte, intensiv genutzte Land. „Gebäude aller Art bieten Sonnen- und Schattenseiten, Unterschlupf und Nistplätze; Gärten bilden Mosaike von buntem Grün; Parkanlagen locken mit Licht und Nahrungsfülle, weil auf den Freiflächen nicht ‚produziert’ wird wie draußen auf der Flur“, erklärt der renommierte Biologe Prof. Dr. Reichholf (ebda.). Und was mindestens genauso wichtig ist: Die Städte sind nicht überdüngt - es wird in den Städten keine Gülle ausgefahren oder im großen Stil künstlich gedüngt. Daher bieten sie den Pflanzen den Lebensraum, den sie brauchen: In einigen Städten finden sich doppelt so viele Wildpflanzenarten wie in ihrem Umland.

Die Vielfalt an Pflanzen bietet wiederum einen Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren: Im Park der Zoologischen Staatssammlung München leben 650 verschiedene Schmetterlingsarten – das ist eine Zahl, wie man sie vielleicht in einigen wenigen sehr guten Naturschutzgebieten finden kann. Und auch mit seinen 110 verschiedenen Brutvogelarten kann es München mit den meisten bayerischen Naturschutzgebieten an Artenvielfalt durchaus aufnehmen. Auf jeden Münchner kommt ein Vogel – mindestens. Und auf jeden der dreieinhalb Millionen Berliner kommt sogar mindestens ein Vogelpaar.

In der Hauptstadt brüten über 150 Vogelarten – das sind zwei Drittel aller Vogelarten, die in Mitteleuropa zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen vorkommen. „Hamburg konkurriert mit noch mehr Arten“, schreibt Reichholf in seinem Buchbeitrag „Städte – Insel der Artenvielfalt“ (in: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt). „Küstenvögel, die naturgemäß in Berlin nicht vorkommen, kommen in Hamburg ja dazu.“ Und in Köln seien mit bis zu 1150 Brutpaaren pro Quadratkilometer die bislang dichtesten Brutvogelbestände überhaupt nachgewiesen worden. „Sortiert man die Städte nach ihrer Größe, so gilt: je größer die Stadt, desto reichhaltiger die Vogelwelt und umso zahlreicher auch der Brutbestand an Vögeln“, so Reichholf (ebda.) Aber auch Fledermäuse fliegen in der Dämmerung und im Dunkeln durch die Parks.

Bernhard Kegel schreibt in „Tiere in der Stadt“: »Unter Ornithologen kursiert ein Witz, bei dem man allerdings bei näherer Überlegung nicht weiß, ob man ihn wirklich komisch finden soll: Wenn ein südamerikanischer Kollege nach Deutschland käme, um die hiesige Vogelwelt kennenzulernen, schickte man ihn am besten..., ja, wohin? In die Nationalparks und Biosphärenreservate, in den Harz oder Bayerischen Wald, nach Hiddensee, ins Untere Odertal? Nein, in die Hauptstadt, nach Berlin! An kaum einem anderen Ort in diesem Land, schon gar nicht in der viel gerühmten, aber intensiv genutzten Kulturlandschaft lassen sich so viele Vogelarten (151) auf so kleiner Fläche (892 Quadratkilometer) beobachten.«

In keiner anderen deutschen Stadt

gibt es so viele Turmfalken wie in Berlin: Hier brüten etwa 180 bis 250 Turmfalkenpaare. Auch Waldkauz, Schleiereule und andere Fels-, Nischen- und Höhlenbewohner wie Mauersegler, Mehlschwalbe, Ringeltaube sowie verschiedene - auch seltene - Fledermausarten haben längst die Stadt als Lebensraum erobert. Bild: Jearu - Fotolia.com

"Unter Ornithologen kursiert ein Witz, bei dem man allerdings bei näherer Überlegung nicht weiß, ob man ihn wirklich komisch finden soll: Wenn ein südamerikanischer Kollege nach Deutschland käme, um die hiesige Vogelwelt kennenzulernen, schickte man ihn am besten..., ja, wohin? In die Nationalparks und Biosphärenreservate, in den Harz oder Bayerischen Wald, nach Hiddensee, ins Untere Odertal? Nein, in die Hauptstadt, nach Berlin! An kaum einem anderen Ort in diesem Land, schon gar nicht in der viel
gerühmten, aber intensiv genutzten Kulturlandschaft lassen sich so viele Vogelarten (151) auf so kleiner Fläche (892 Quadratkilometer) beobachten."
Bernhard Kegel in: Tiere in der Stadt

In Berlin kann man Wildschweine

so hautnah und vertraut erleben, wie sonst wohl nirgends in Europa. Auf 890 Quadratkilometer Berliner Stadtgebiet sollen etwa 6.000 Wildschweine leben. Wildschweinmütter bringen ihre Jungen in Vorgärten, Gartensiedlungen und Parks zur Welt - und lassen sich von Anwohnern, Spaziergängern, Auto- und Fahrradfahrern nicht stören. Bild: Photohunter - Fotolia.com

Berlin: Hauptstadt der Tiere

Berlin gilt als Hauptstadt der Tiere: In keiner anderen europäischen Stadt gibt es so eine große Arten- und Pflanzenvielfalt. Mehr als 20.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten kommen inzwischen in der Bundeshauptstadt vor. Mittlerweile leben in Berlin mehr Nachtigallen als in ganz Bayern. Und der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke brütet im Turm des Roten Rathauses. Und neben mehr als 150 Brutvogelarten leben in Berlin 53 Säugetierarten.

In Berlin ist nur ein Viertel von 890 Quadratkilometern Stadtfläche bebaut. Die innerstädtische Waldfläche erstreckt sich über 161 Quadratkilometer. Nahezu 2500 Parks und Grünanlagen bilden ein Mosaik von Lebensräumen im gesamten Stadtgebiet. 6 Prozent der Stadtfläche besteht aus einem weitverzweigten Netz von Flüssen, Kanälen, Seen, Teichen, Feuchtgebieten und Kleingewässern. Hinzu kommen zahllose Kleingärten und verwilderte Brachen an aufgegebenen Bahntrassen, ehemaligen Industriegebieten und im Bereich des ehemaligen Mauerstreifens. Das "grüne Berlin" ist zum Lebensraum einst extrem menschenscheuer Wildtiere geworden.

„In Berlin gebären Wildschweinmütter ihre Jungen in einem wenige Meter breiten Waldstreifen zwischen der Autobahn und einer Parallelstraße, in der jedes Wochenende Tausende von Fitnessfans mit Rädern oder Rollerskates entlangrasen“, schreibt der in Berlin lebende Stadtökologe Bernhard Kegel. „Kaninchen fühlen sich in unmittelbarer Ku’dammnähe auf einer kaum fußballplatzgroßen, mit Rasen und Büschen bepflanzten Verkehrsinsel wohl.“ (in: Tiere in der Stadt)

Auf den 890 Quadratkilometern des Berliner Stadtgebiets sollen etwa 6.000 Wildschweine leben – sie wissen das reichhaltige Menü der Kleingartenanlagen zu schätzen. Florian Möllers berichtet in seinem Buch „Wilde Tiere in der Stadt“ von Schneewittchen, einer jungen Wildschweinmutter, die in der Waldsiedlung Zehlendorf in einem kleinen Gebüsch unter dem Küchenfenster von Nr. 191 Mitte März ihre Jungen bekam: „Nachdem der erste Schrecken über die ungewöhnlichen Untermieter verflogen war, hatte die Anwohnerin sofort die Polizei verständigt. Zusammen mit den Berliner Forsten wurde daraufhin der bereich des Wurfkessels, eine flache Mulde überhäuft mit Zweigen, Gras und anderem Pflanzenmaterial, großräumig mit einem Flatterband gekennzeichnet. Die Nachricht von ‚die süßen Kleenen’ verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Eine fürsorgliche Gruppe von Wildschweinsympathisanten formierte sich, nachdem die Ausflüge der jungen Familie immer weiter Richtung Bürgersteig und Straße führten. Bald hingen an Laternenpfählen, Baugruben und Straßenbäumen selbst gedruckte Hinweisschilder: 2Vorsicht Wildschweine! Bitte langsam fahren!’“

Die junge Wildschweinfamilie wurde nicht nur in Zehlendorf zu einer Attraktion - aus ganz Berlin und Umgebung reisten Wildschweintouristen an, um die Tiere einmal aus so unmittelbarer Nähe zu sehen.

Als Schneewittchen und ihre sieben putzmunteren Frischlinge gepflegte Rasenflächen und Vorgärten auf der Suche nach Nahrung umpflügten, wurde es manchen Anwohnern zu viel: „Natürlich wolle man sie nicht gleich erschießen, erklärten die Wildschweingegner, aber ob man sie denn nicht fangen und woanders aussetzen könne?“ Marc Franusch, Pressesprecher der Berliner Forsten, versuchte die Wildschweinnachbarn bei einem Ortstermin zu beruhigen: „Wenn die Tiere nicht gefüttert werden, dann zieht die Mutter mit ihren Kleinen in spätestens zwei bis drei Wochen zurück in den Wald.“ – Es sollte allerdings sechs Wochen dauern, bis Schneewittchen ihre sieben Zwerge wohlbehalten zurück in den Wald führte. (Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt)

„Wenn es Probleme gibt mit Wildschweinen im Stadtgebiet, dann liegt das eigentlich immer an Leuten, die die Tiere füttern“, berichtet Derk Ehlert, Wildtierreferent des Berliner Senats. Denn wenn die Tiere gefüttert werden, suchen sie diese Orte immer wieder auf und können dann beim Stöbern durchaus Schäden verursachen.
In der Regel bedeutet das ihr Todesurteil, weil dann ganz sicher irgendjemand den Jäger ruft. Im Übrigen kann das Füttern mit unnatürlicher Nahrung wie Kuchen oder Süßigkeiten bei den Tieren zu Organschäden oder Stoffwechselerkrankungen führen. Somit ist das Füttern eine falsch verstandene Tierliebe.

In den Berliner Parks kann man Füchse beobachten, während sich nur paar Schritte weiter unbekümmert Wildkaninchen tummeln. Derk Ehlert hat sogar schon beobachtet, dass sich in der Nähe des Hauses der Kulturen der Welt Kaninchen und Füchse einen Bau teilen. Unter dem Titel „Seltsame Wohngemeinschaft“ schrieb die Berliner Morgenpost: „Ehlert kannte den Kaninchenbau schon lange. Ein Bau mit vielen Ein- und Ausgängen. Und er hatte schon häufiger beobachtet, wie Kaninchen rein- und raushoppelten. Eines Tages aber schlüpfte aus einem Loch ein Fuchs. Ganz friedlich.“ (Berliner Morgenpost, 18.9.2011) „Burgfrieden“ wird dieses friedliche Zusammenleben von Beutegreifern und Beutetieren in der Fachliteratur genannt. 

Der Wildtierreferent des Senats beruhigt Anwohner, wenn sie sich Sorgen wegen Tollwut und Fuchsbandwurm machen: Seit mehr als 20 Jahren wurde die Fuchstollwut nicht mehr registriert, seit vielen Jahren auch kein Fuchs mit Bandwürmern mehr gefunden. Wer keinen Fuchs im Garten haben will, sollte sich Nachbars Hund einmal ausleihen: „Um einen Fuchs zu vertreiben, muss man nicht auf ihn schießen. Es reicht meist, in seinem Revier mit einem Hund spazieren zu gehen und es ihn markieren zu lassen. Füchse haben Angst vor Hunden. Binnen drei Wochen sind die Tiere weg“, so Derk Ehlert im NABU-Magazin „Naturschutz heute“ 1/2012.

In einem Park mitten in München

ist diese Fuchsfamilie zu bestaunen. Zwei Tierfreundinnen haben diese Fotos mit ihrer Handykamera gemacht: »Insgesamt sind es fünf Junge und zwei Elterntiere. Man ist rundherum (also Anwohner, Arbeitende, Spaziergänger und Touristen) begeistert!« Bild: M. Haberl

Fuchsfamilie mitten in München

Bild: A. Hauer

Stadtbevölkerung Tieren gegenüber viel toleranter

Neben dem reich strukturierten Lebensraum, den die Großstädte bieten, gibt einen weiteren wichtigen Grund, der die Wildtiere in unsere Metropolen zieht: Die Stadtbevölkerung ist den wild lebenden Tieren gegenüber viel toleranter eingestellt als die Landbevölkerung – nicht nur gegenüber Vögeln, sondern auch Füchsen, Mardern, Waschbären und Wildschweinen. Die Tiere lernen, dass ihnen die Städter nichts anhaben wollen.

So traut sich der Fuchs in den Städten anders als auf dem Land wieder am Tage ins Freie, da er sich hier nicht mehr vor den Jägern verstecken muss. „Man könnte sich wie auf den weltfernen Galapagosinseln wähnen, wenn Füchslein im hellen Sonnenschein zur Terrasse eines Hauses schlendern, um sich dort zu einem Schläfchen zusammenzurollen. Oder wenn im Stadtpark der Waldkauz im Eingang seiner Höhle sitzt und am Tag die milde Sonne genießt, ohne sich um die Menschen zu kümmern“, schreibt Josef H. Reichholf in seinem Buchbeitrag „Städte – Insel der Artenvielfalt“ (a.a.O). Dieser Abbau der Scheu, das Wiederauferstehen der ursprünglichen Vertrautheit, mache die Stadttiere so großartig.

Reichholf berichtet von Gänsesängern, Silberreihern, Graureihern und Kormoranen, die in den Münchner Stadtgewässern vor den Augen zahlloser Menschen tauchen und Fische fangen – und denen deswegen kein von der Anglerfischerei erwirktes Todesurteil durch Abschuss droht. Er berichtet von ansonsten unduldsamen Autofahrern, die plötzlich zu Kavalieren werden, wenn Mutter Ente einfach die stark befahrene Straße im Watschelgang überquert. Selbst wenn ein Marder ein Kabel in einem Auto durchbeiße, drohe ihm keine Hundertschaft der Polizei, um ihn unschädlich zu machen.

„Die Städte sind zu einer, vielleicht sogar der entscheidenden Schnittstelle zwischen Natur und Mensch geworden“, so der Stadtökologe Bernhard Kegel in seinem Buch „Tiere in der Stadt“. Er verweist darauf, dass in den Städten die Käufer ökologischer Lebensmittel leben, die Mitglieder der Natur- und Tierschutzverbände, die Vegetarier und Veganer.

Auf dem Land hingegen werden wild lebende Tiere bekämpft: Wehe dem Spatz, der Kirschen nascht! Wehe den arktischen Gänsen, die während des Vogelzugs auf einem Acker Rast machen! Wehe dem Reh, das an einem Baum knabbert! Wehe der Wildschweinmutter, die ihre Kinder in einem Maisfeld groß zieht! Wehe dem Hasen, der ins Gemüsebeet kommt! Es scheint, als würden die Bauern den Tieren kein einziges Körnchen gönnen – und die Bauern sind es, die nach den Jägern schreien, dass mehr Tiere tot geschossen werden.

Die Verfolgung durch den Menschen hat eigentlich tagaktive Tiere wie Füchse oder Wildschweine nachtaktiv gemacht, so dass Erholungssuchende nur selten überhaupt ein Tier zu Gesicht bekommen. Denn die ständige Bejagung macht die Tiere scheu und führt zu großen Fluchtdistanzen. Auch der tierliebende Spaziergänger fällt für die Tiere in die Kategorie „Feindbild Mensch“, vor dem man sich verstecken und die Flucht ergreifen muss.

Füchse - intelligente und sehr soziale Tiere

Im Fuchs vereinen sich Schönheit und sprichwörtliche Schläue, unbändiger Überlebenswille und einzigartige Anpassungsfähigkeit.
Füchse sind überaus soziale Tiere, die im Normalfall in Gruppen oder Einehe zusammen leben. Sofern der Mensch Fuchs und Füchsin am Leben lässt, ziehen beide Elternteile ihren Nachwuchs gemeinsam groß.

Füchse erfüllen eine wichtige Rolle als »Gesundheitspolizei«: Sie fangen hauptsächlich Mäuse, was zum Nutzen der Landwirtschaft ist, vertilgen Aas und erbeuten meist kranke oder verletzte Tiere - und tragen somit zur Gesunderhaltung der Tierpopulationen bei. Doch der Fuchs ist nicht nur »Gesundheitspolizei« in der Natur, sondern trägt auch zum Schutz des Waldes bei, da er Waldwühlmäuse vertilgt.

Füchse sind heute weitaus häufiger in Siedlungsgebieten anzutreffen als noch vor fünfzig oder gar hundert Jahren. In den grünen Oasen der Städte finden sie hervorragende Lebens­bedingungen vor. Gärten und Parks sind reich an Deckung und Nahrung. Und: In der Stadt finden Füchse Schutz vor Jägern.

Gnadenlose Jagd auf Füchse

600.000 Füchse erlegen deutsche Jäger jedes Jahr deutschlandweit. Diese gnadenlose Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und dem Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Zudem ist in Deutschland kein einziger Fall einer Fuchsbandwurminfektion eines Menschen über Waldbeeren etc. dokumentiert. So berichtete das Magazin Welt der Wunder am 18.6.2012 unter Berufung auf Mediziner vom Uniklinikum Ulm und von der Universität Würzburg, die offiziell Entwarnung gaben: »Dass man sich auf diese Weise mit dem Fuchsbandwurm infizieren kann, darf endgültig ins Reich der Legenden verbannt werden.«

Die Initiative Schonzeit für Füchse weist darauf hin, dass eine »Regulierung« der Fuchsbestände mit jagdlichen Mitteln gar nicht möglich ist: Je mehr Füchse durch Jagd sterben, desto stärker steigt die Geburtenrate. Andersherum führt eine sinkende Sterblichkeit durch soziale Regulationsmechanismen der Fuchspopulationen zu weniger Nachwuchs. Diese Ansicht bestätigt der Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzbund NABU gegenüber dem FOCUS: »Das Abschießen vieler Füchse stört die Sozialstruktur, was wiederum die Reproduktion ankurbelt.« (FOCUS online, 16.2.2012) Studien zeigen, dass durch starke Bejagung mehr Füchsinnen trächtig werden und zudem eine größere Zahl Junge bekommen.

Dieses Füchslein hat ein Tierfreund als Waisenkind

aufgenommen, als es etwa vier Wochen alt war. Inzwischen ist der Fuchs wieder in Freiheit, kommt aber jeden Abend zum Spielen im Garten vorbei. Bild: Thorsten Emberger

Informationen:
www.fuechse.info - DIE Informationsseite über Füchse
www.schonzeit-fuer-fuechse.de

An Berliner Gewässern

sind in den letzten Jahren etliche Graureiher zu beobachten. Graureiher wurden lange intensiv verfolgt, so dass die Bestände stark zurückgingen. Doch als man Schonzeiten einführte, erholten sich die Bestände - und plötzlich zeigen die Graureiher ein verändertes Verhalten: Ihre Fluchtdistanz beträgt nur noch wenige Meter. Bild: lumen-digital - Fotolia.com

Ohne Jagd: Tiere verlieren die Scheu

Tatsache ist, dass die Scheu, welche die Wildtiere auf dem Land zeigen, in der Stadt abgebaut ist. Dies liegt vor allem daran, dass in der Stadt nicht gejagt wird. Der Mensch ist für die Tiere in der Stadt damit kein Feindbild mehr – ganz anders in der freien Natur, in Wäldern und Feldern. Auf dem Land werden Tiere das ganze Jahr gejagt, die Städte bieten ihnen dagegen Schutz. In Parks, Gartensiedlungen und auf Brachen gibt es Nischen zum Leben, die sogar sicherer sind als die freie Wildbahn. 

Früher waren Graureiher in Berlin eine Seltenheit. Nur am östlichen Stadtrand gab es einige wenige Brutkolonien. Im Jahr 2001 wurde im Zoologischen Garten das erste innerstädtische Brutpaar beobachtet. Heute leben in Berlin etliche Graureiher. Sie lassen sich vom Lärm der Menschen nicht beunruhigen.

„Irgendetwas ist mit den Vögeln geschehen“, schreibt Bernhard Kegel in seinem Buch „Tiere in der Stadt“. Er verweist darauf, dass die Graureiher lange intensiv verfolgt wurden, so dass die Bestände stark zurückgingen. „Doch als man Schonzeiten einführte, erholten sich die Bestände und mit ihrem Comeback zeigten die Graureiher plötzlich ein verändertes Verhalten. Nun drangen sie auch in Gebiete vor, die sie vorher wegen der Menschen gemieden hatten.“ Immer häufiger sind Graureiher nun in Städten zu sehen. Ihre Fluchtdistanz verringerte sich auf wenige Meter.

Bild: Pim Leijen - Fotolia.com

Tiere entwickeln neue Verhaltenskulturen

Füchse sind sehr anpassungsfähig. Ihr Speiseplan ist breitgefächert und reicht von Mäusen und Regenwürmern über Aas bis hin zu Beeren und Früchten. In den Städten finden Füchse reichlich Nahrung in Gärten, auf Komposthaufen und in Küchenresten. »Beste Voraussetzungen also, um auch in Städten erfolgreich zu sein. Sie mussten ‚nur’ ihre Angst vor dem Homo sapiens besiegen«, schreibt der Berliner Stadtökologe Bernhard Kegel. Doch als die ersten Fuchs-Pioniere in die Städte zogen, machten sie die Erfahrung, dass die Stadtmenschen keine Füchse töten. In einer Zeit, in der Filme wie »Der Fuchs und das Mädchen« von Oscarpreisträger Luc Jacquet ein Millionenpublikum in die Kinos locken, freuen sich viele Städter sogar über den Anblick von Füchsen. Wenn heutzutage ein Städter im Frühjahr einen ausgezehrten Fuchs zu Gesicht bekommt, ruft er bei den zuständigen Behörden an und fragt, ob man das arme Tier nicht füttern müsse – um dann zu erfahren, dass es sich wahrscheinlich um eine Fuchsmutter handelt, die gerade ihr Winterfell verloren hat und einige Jungfüchse zu säugen hat.

Für moderne Biologen ist Fuchs nicht gleich Fuchs: sie beobachten Stadtfüchse als individuelle Tiere und nicht einfach als Exemplar einer Gattung. In seinem Buch Tiere in der Stadt erklärt Bernhard Kegel, dass die Tiere, welche in den letzten Jahrzehnten vom Land in die Städte einwanderten, besondere Tierpersönlichkeiten« innerhalb ihrer Art darstellen: Sie sind die neugierigsten und am wenigsten ängstlichen Tiere, mutige Pioniere, die das Wagnis eingehen, eine neue Lebenswelt zu erobern. Ihre Gene und auch ihr Verhalten geben sie an ihre Nachkommen weiter. Verhaltensforschungen zeigen, dass Stadtfüchse und Landfüchse inzwischen sehr unterschiedliche Verhaltensformen ausgeprägt haben.

In Zürich, wo seit Jahren viele Stadtfüchse zu Hause sind, wurden im Rahmen des Schweizer Fuchsprojektes Haar- und Gewebeproben von Stadtfüchsen genommen und mit der DNA von Füchsen aus drei angrenzenden ländlichen Gebieten verglichen. „Die Ergebnisse waren erstaunlich: Obwohl viele Kilometer voneinander entfernt, waren die Füchse aus den drei ländlichen Gebieten näher miteinander verwandt als die Stadtfüchse mit den jeweils benachbarten Landfüchsen,“ fasst Bernhard Kegel das Ergebnis zusammen. (ebda.) Die meisten in der Stadt lebenden Füchse verlassen das Siedlungsgebiet nicht – und bilden somit eine eigene „Fuchskultur“.

Der Stadtökologe Bernhard Kegel berichtet, dass das Sozialleben der Stadtfüchse für die Forscher eine sensationelle Überraschung war. „Man hielt die Tiere bis in die 1970er-Jahre für Einzelgänger. Fähe und Rüde treffen nur zur Paarung zusammen und trennen sich dann wieder, das war lange und unbestritten der Stand der Dinge.“ David Macdonald bewies Ende der 1970er-Jahre das Gegenteil: Mithilfe der Radiotelemetrie spürte er den nächtlichen Aktivitäten von Füchsen in Oxford nach. Mit Ergebnissen, die alles auf den Kopf stellten, was man über das Sozialleben von Füchsen zu wissen glaubte: „Stadtfüchse, das bestätigen später weitere Untersuchungen, leben nicht allein, sondern in Familienverbänden, die aus einer Fähe, einem Rüden, deren Jungtieren und weiteren erwachsenen Füchsen bestehen, zumeist Schwestern oder ältere Töchter der Eltern.“ (ebda.) In Zürich stellten Forscher sogar fest, dass im Revier einer solchen Fuchsfamilie mehrere verwandte Männchen leben. Die Verwandten der Elterntiere haben keinen eigenen Nachwuchs, sondern beteiligen sich gemeinsam an der Aufzucht der Jungen.
Kegel verweist darauf, dass Studien zeigen, dass sich die Überlebenschancen der Fuchsjungen deutlich erhöhen, wenn mindestens ein weiteres erwachsenes Tier Nahrung herbeischafft.

Die Sicherheit der Städte, wo es Nahrung im Überfluss gibt, ermöglicht es somit den Füchsen, eine Seite ihres Verhaltensrepertoires auszuleben, für die in ländlichen Gebieten meist die Voraussetzungen fehlten, erklärt Bernhard Kegel. So wurde schon beobachtet, wie Füchse und Hauskatzen friedlich nebeneinander essen und sogar miteinander spielen.

Gibt es nicht zu denken, dass Feldhasen

- seit Jahren auf der Liste bedrohter Arten - in der Stadt einen Lebensraum gefunden haben, während auf dem Land ihr Lebensraum dramatisch schwindet und zusätzlich Jäger jährlich über 300.000 Feldhasen erschießen? Bild:MarFot - Fotolia.com

Erfahrung mit Artenvielfalt in Städten zeigt:

Auf dem Land muss sich etwas ändern!

Während unsere Städte zu Oasen der Artenvielfalt werden, sind auf dem Land viele Pflanzen- und Tierarten, die früher selbstverständlich waren, selten geworden oder sogar vollständig verschwunden. Rund die Hälfte der mitteleuropäischen Arten gilt als gefährdet, die Roten Listen werden von Jahr zu Jahr länger. 

Artenfeind Nr. 1 ist die industrielle Landwirtschaft, so Prof. Dr. Josef H. Reichhof in seinem Buch „Die Zukunft der Arten“: Überdüngung, Strukturverarmung, Monokulturen sind Arten-Killer. Die Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft raubte in den letzten Jahrzehnten zahllosen Wildtieren und -pflanzen kontinuierlich Lebensraum und Nahrungsgrundlage: durch die Flurbereinigung mit Trockenlegung von Mooren und Auen, Begradigungen von Wasserläufen und Abholzung von Hecken; durch den Siegeszug der Agrochemie mit exzessiver Kunstdünger-, Pestizid- und Fungizidverwendung; durch die Überdüngung mit riesigen Güllemengen, die das Bodenleben ersticken und Wildpflanzen, die magere Böden benötigen, ausrotten; durch Monokulturen, die Kultursteppen schufen. Es fehlt an Lebensräumen wie Hecken, Gewässern und Stellen ohne intensive landwirtschaftliche Nutzung. Und aus unseren Wäldern ist Forst geworden, der Ertrag und möglichst viel Geld bringen soll: Viele Wälder haben sich durch eine intensive Forstwirtschaft in bloße Stangenholzäcker fast ohne jede Rückzugsmöglichkeit verwandelt.

Nach der industriellen Landwirtschaft ist die Jagd Artenfeind Nr. 2: Auf dem Land wird in den Wäldern und Feldern überall und das ganze Jahr gejagt. Prof. Dr. Reichholf ist überzeugt: Bei den meisten der größeren Arten hängt die Zukunft an den Gewehrläufen der Jäger. Die Jagd erzeuge künstlich Scheu und schränke damit die Lebensmöglichkeiten der bejagten Arten sehr stark ein. »Jeder kann dies an der ungleich geringeren Scheu der in den Städten lebenden Tiere im Vergleich zum freien Land draußen direkt feststellen«, so Reichholf. Gegenüber der Jagd seien die Schädigungen durch Bau- und Siedlungstätigkeit, durch Industrie und Verkehr vergleichsweise gering.

So sehr wir uns also darüber freuen können, dass in den Städten die Artenvielfalt immer größer wird und Oasen für wild lebende Tiere entstanden sind, so sehr wir uns freuen, dass die Tiere ihre unnatürliche Scheu vor dem Menschen verloren haben und so für uns wieder erlebbar werden – umso deutlicher wird, dass sich auf dem Land etwas ändern muss. Wollen wir die Natur und die in ihr lebenden Tiere bewahren, ist ein Umdenken in der Landwirtschaft mehr als überfällig. Mehr als überfällig ist auch eine andere Sicht der Tiere: Wild lebende Tiere sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern gehören zu unserer Natur dazu. Letztlich zerstören wir Menschen durch die Vernichtung der Lebensräume von immer mehr Tieren und Pflanzen unseren eigenen Lebensraum – und bedrohen unser Überleben auf dem Planeten Erde.

Das Erfolgsmodell „Wildtiere in der Stadt“ zeigt: Tiere möchten in Frieden mit dem Menschen zusammenleben und ihn nicht als Todesfeind fürchten müssen. Tiere, die ohne Angst vor dem Menschen aufwachsen, können auch ihre eigene Persönlichkeit entwickeln, wie die Stadtbiologie zeigt. Auch auf dem Land müssen solche Oasen für Tiere und Natur entstehen: Ohne Jagd und mit einer Landwirtschaft im Einklang mit der Natur.

Literatur:

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt - Eine Naturgeschichte. Dumont-Verlag, 2013

Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt. Bildband zur Natur - Fotografie: Inseln der Artenvielfalt. Knesebeck-Verlag, 2010

Josef H. Reichholf: Die Zukunft der Arten - Neue ökologische Untersuchungen
Verlag C.H.Beck München, 2005

NABU Berlin: Wildtiere in der Stadt
berlin.nabu.de/tiereundpflanzen/wildtiere/

Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

Florian Möllers zeigt uns, warum die Tiere zunehmend in Städten einen komfortablen Lebensraum finden und wie die Menschen damit umgehen.

Seine Landschaftsaufnahmen aus Berlin sind für eine Großstadt unerwartet stimmungsvoll, seine Tierbilder und Stadtbeobachtungen außergewöhnlich spannend, immer wieder überraschend und häufig voller Komik. Ein praktischer Infoteil zum Thema »Stadtnatur erleben« rundet neben den zahlreichen überraschenden Bilddokumenten diesen wunderbaren Band ab.

Florian Möllers hat sich als Fotograf und Autor auf Bildreportagen spezialisiert, die das Zusammenleben von Mensch und Tier illustrieren. Als Naturfotograf arbeitet er auf der ganzen Welt, doch nie hatte er derart unmittelbare und häufige Begegnungen mit Wildtieren wie bei der Arbeit für dieses Buch. Seine Geschichten, z.B. über Wildschweine, Nerze oder Kormorane, erscheinen in Magazinen wie GEO und National Geographic, in Büchern und Kalendern. Seine Fotos wurden mehrfach international ausgezeichnet. Er ist berufenes Mitglied der International League of Conservation Photographers (ILCP).
Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt - Inseln der Artenvielfalt
Gebunden, 174 Seiten, mit 140 farbigen Abbildungen
Knesebeck, 2010 · ISBN 978-3-86873-196-5
Preis: 29,95 Euro

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt

In der Stadt findet sich eine erstaunliche Vielfalt der Arten: Nirgendwo lassen sich so viele heimische Vogelarten (mehr als 150) auf so kleiner Fläche beobachten wie in Berlin. Graureiher jagen neben einer Berliner U-Bahn-Station, Füchse dösen im Kölner Klingelpützpark in der Sonne, vom Aussterben bedrohte Graukopf-Flughunde hängen in den Bäumen nahe der Oper von Sydney. Unübersehbar drängt die Wildnis in die Städte, ehemals scheue Tierarten werden Teil der Stadtnatur.

Wie ist das zu erklären? Sind unsere Städte zu Oasen aufgeblüht, während das Land ringsherum zur Agrarwüste verkommt? Was sagt diese Vielfalt über die Qualität der Lebensräume in Stadt und Land aus? Was müssen Tiere mitbringen und wie müssen sie sich verändern, um in unserer Nachbarschaft überleben zu können? Und wie beeinflussen diese Begegnungen unseren Umgang mit der Natur?

Bernhard Kegel, geboren 1953 in Berlin, studierte Chemie und Biologie an der Freien Universität Berlin und arbeitete am Institut für Biologie der TU. 1991 Promotion zum Dr. rer. nat. mit einer agrarökologischen Arbeit über Nebenwirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bodentiere, anschließend Tätigkeit als ökologischer Gutachter und Lehrbeauftragter. Seit 1993 veröffentlichte Bernhard Kegel mehrere Romane und Sachbücher, darunter das inzwischen in 5. Auflage erschienene Sachbuch »Epigenetik« (2009) und den Wissenschaftskrimi »Ein tiefer Fall« (2012). Seine Bücher wurden mit mehreren Publizistikpreisen ausgezeichnet.

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt - Eine Naturgeschichte
479 Seiten
Dumont-Verlag, 2013 · ISBN 978-3832197186
Preis: 22 Euro