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Neuer Antibiotika-Skandal in der Massentierhaltung
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» A K T I O N T I E R « D E C K T A U F
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Von Thomas Maier, »Aktion Tier« e.V.
Mischt man eine Prise bestimmter Antibiotika ins Ferkel- oder Kälberfutter, gibt es weniger Krankheiten im Stall. Vor gut 40 Jahren wurden diese »Leistungsförderer« von Tierzüchtern gefeiert. Doch diese Medikamente gerieten in Verruf - wegen der Gefahr, dass durch zu häufige Behandlung Bakterien resistent werden und dann auch beim Menschen nicht mehr zu bekämpfen sind. Seit dem 1. Janaur 2006 sind Antibiotika als »Leistungsförderer« im Tierfutter EU-weit verboten. Anhand von Filmaufnahmen kann Aktion Tier e.V. allerdings beweisen, dass Antibiotika weiterhin im großen Stil in der Tiermast zum Einsatz kommen.
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Der gesamte »Bestand« mit Anitbiotika vollgestopft? - Die Bedingungen der in Deutschland üblichen Tierhaltung führen zu einem Antibiotika-Einsatz großen Ausmaßes und damit zur gefürchteten Resistenzbildung von Bakterien. Durch den Konsum von antibiotikahaltigem Fleisch können Infektionskrankheiten, die an sich gut beherrschbar wären, für den Menschen zu einer tödlichen Bedrohung werden...
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Rund 50 % aller Antibiotika werden in der intensiven Nutztierhaltung eingesetzt; etwa ein Fünftel davon zur Behandlung von Tierkrankheiten, die übrigen vier Fünftel zu prophylaktischen Zwecken. Oft sind es die gleichen Antibiotika, die auch beim Menschen zum Einsatz kommen. (Quelle: Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Stellungnahme von 14.04.2000)
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Eher zufällig machte der britische Biologe Alexander Fleming 1928 die bahnbrechende Entdeckung, dass Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen der Gattung Penicillium das Wachstum von Bakterien hemmen. In den 40er Jahren trat das daraus gewonnene Antibiotikum Penicillin seinen Siegeszug um die Welt an. Heute warnen Wissenschaftler allerdings vor dem übermäßigen Einsatz von Antibiotika, auch in der Tiermast. In Dänemark starb eine junge Frau, nachdem sie ein mit resistenten Salmonellen verseuchtes Stück Schweinefleisch gegessen hatte. Das an sich gesunde Schwein war zuvor mit einem wachstumsfördernden Antibiotikum behandelt worden. Der Frau konnten bei einer Lungenentzündung keine Antibiotika mehr helfen, sie war resistent. Dies nahm die Kommission der EU u.a. zum Anlass, ein EU-weites Verbot von Antibiotika als Wachstumsförderer in der Tiermast auszusprechen. Man wollte verhindern, dass Fleisch mit Antibiotika-Rückständen in den Handel gelangte.
Anhand von aktuellen Filmaufnahmen, die Aktion Tier e.V. anonym zugespielt wurden, lässt sich beweisen, dass es immer noch gängige Praxis ist, Antibiotika in der Massentierhaltung einzusetzen. Das Bildmaterial dokumentiert, dass in einer Putenmast mit ca. 30.000 Tieren über 28 (!) Kilo Antibiotika innerhalb einer Mastperiode verabreicht worden sind. Die Behandlung erfolgt üblicherweise über die Trinkwasserversorgung, somit werden nicht nur kranke, sondern auch gesunde Tiere behandelt. Wahrscheinlich wird unter dem Deckmantel der therapeutischen Behandlung der gesamte Tierbestand mit den Antibiotika voll gestopft.
Die hygienischen Zustände in der industriellen Massentierhaltung sind desolat: Durch die hohe Besatzdichte übertragen sich Krankheiten rasend schnell. Gefördert wird dies durch einen kaum stattfindenden Austausch der Einstreu, wodurch die Tiere gezwungen sind, während der gesamten Mastdauer in ihrem eigenen Kot zu stehen.
Das Aktion Tier e.V. zugespielte Bildmaterial zeigt nicht nur den Einsatz von Antibiotika in der Putenmast, sondern auch in der Intensivhaltung von Hähnchen. Die Bilder zeigen einen Betrieb im Landkreis Cloppenburg. Den Tieren wurden noch am Schlachttag Antibiotika verabreicht, obwohl es nach Angabe der Medikamentenhersteller mehrere Tage dauert, bis die Antibiotika aus dem Tierkörper ausgeschieden sind. Anscheinend wurden hier Tiere mit Antibiotika-Rückständen geschlachtet, die dann in den Handel gelangten. Die Filmaufnahmen zeigen des Weiteren Aufnahmen aus einer Schweinemastanlage in Nordrhein-Westfalen, in der vermutlich Antibiotika verabreicht wurden, die seit mehreren Monaten abgelaufen waren.
»Aktion Tier« nahm diese Erkenntnis zum Anlass, eine unabhängige Fleischuntersuchung durchzuführen. Dabei wurden fast 30 Fleischproben aus 11 Supermärkten auf Antibiotika-Rückstände untersucht. Die Fleischproben stammen aus Testkäufen, die »Aktion Tier« in München, Berlin und Köln nach dem Zufallprinzip durchgeführt hat. Dabei wurden auch Fleischproben von Fleisch aus bekannten Discountern sowie Biomärkten untersucht. Die Untersuchung zeigte, dass zwei Fleischproben im Grenzbereich lagen. Beide stammten aus einem Supermarkt in Berlin. Bei den Testkäufen in München fiel auch eine Babypute auf, deren Haltbarkeitsdatum schon seit 6 Wochen abgelaufen war. Bei einem Testkauf in Köln wurde in einem China-Shop eine ungenießbare Ente gefunden, auch hier war das Haltbarkeitsdatum schon abgelaufen.
Die Verwendung von Antibiotika in der industriellen Massentierhaltung ist offensichtlich kein Einzelfall. Aber woher bekommen die Mäster die Antibiotika? Dieser Frage ging das ARD Politikmagazin »Report« am 18.9.2006 nach: »Medikamentenmissbrauch im Viehstall - Droht ein neuer Fleischskandal?« - »Aktion Tier« hatte dem Sender das zugespielte Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Anscheinend gibt es Veterinäre, die Antibiotika im großen Stil verschreiben, ohne den Tierbestand der Landwirte gesehen zu haben. Die Veterinäre verdienen kräftig an diesem Missbrauch, denn die Tierärzte treten als eine Art Apotheker auf und verkaufen die Medikamente an den Landwirt.
Hier ein Auszug der ARD-Sendung: »Der Drogenhandel im Stall wird deutschlandweit betrieben. Allein in Bayern gab es in den letzten vier Jahren Ermittlungen gegen 241 Tierärzte und 554 Landwirte wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelrecht. ARD Report liegen exklusiv Beweise vor, wie Veterinäre in der Praxis vorgehen... Durch ein hohes Abnahmevolumen an Antibiotika kann manch ein Veterinärmediziner zu günstigsten Konditionen einkaufen.«
Nach Informationen des Senders meldet sich der Landwirt bei dem Veterinär »seines Vertrauens« und fordert bestimmte Antibiotika an. Der Landwirt zahlt und verabreicht dann die Arzneimittel selbst. Der Tierarzt kassiert und hat dafür nicht einmal den Stall betreten.
Der Sender berichtete über einen Tierarzt, Dr. Georg Eisenach, Inhaber einer Tierklinik im Hessischen. Der Veterinär soll seine Landwirte mit Medikamenten, auch mit Antibiotika, versorgt haben, ohne die Tiere vorher untersucht zu haben. Gegen den bundesweit tätigen Veterinär läuft ein Strafverfahren. In 252 Fällen sollen er und zwei bei ihm beschäftigte Tierärzte gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen haben. Das zurzeit laufende Strafverfahren ist das größte, das je gegen einen deutschen Tierarzt lief. Theoretisch sieht der Gesetzgeber in jedem der 252 Fälle eine Haftstrafe bis zu drei Jahren vor.
Auch Aktion Tier recherchierte im Umfeld des Tierarztes; so konnte beobachtet werden, dass trotz Strafanzeige kräftig weiter gemacht wird. Die Praxis, die Privatgarage sowie Fahrzeuge des Tierarztes waren voller Antibiotika - ein Zufall?
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Der unkontrollierte Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft kann für den Menschen lebensgefährlich sein. Allein in der Europäischen Union werden rund 10.000 Tonnen jährlich verbraucht.
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Bei Stichproben in deutschen Supermärkten wurde antibiotikahaltiges Fleisch entdeckt. Die kontinuierliche Aufnahme auch nur geringer Mengen Antibiotika kann zur Ausbildung von resistenten Keimen führen. Im Falle einer Infektion, beispielsweise mit Durchfallerregern, können Antibiotikaresistenzen beim Menschen deutlich die Behandlung erschweren. Die Krankheitsverläufe sind dann in der Regel schwerer und langwieriger und können gravierende Folgen nach sich ziehen.
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Infos: AKTION TIER e.V. Kaiserdamm 97 D- 14057 Berlin www.aktiontier.org
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» F L E I S C H A D E ! « - A K T U E L L E K U R Z M E L D U N G E N
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G E S Ü N D E R L E B E N U N D T I E R E L E B E N L A S S E N
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R A S A N T E R A N S T I E G D E R V E G E T A R I E R -
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Moralische Gründe geben Ausschlag
Immer mehr Menschen verzichten in ihrer Ernährung auf Fleisch. Seit dem Jahr 1983 ist ihre Zahl von 0,6 Prozent der Bevölkerung auf acht Prozent in die Höhe geschnellt, berichtet die »Apotheken Umschau«. Über die Motive war bislang wenig bekannt. Eine Studie des Instituts für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena ergab nun, dass die meisten Vegetarier aus moralischen Gründen auf Schnitzel und Co. verzichten: weil dafür Tiere getötet werden müssen, weil die Haltung der Tiere mit Leid verbunden ist oder deren Rechte verletzt werden. Quelle: »Apotheken Umschau« 9/2006
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B R A T H Ä H N C H E N S C H L Ä G T S C H Ü L E R N A U F D E N M A G E N
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Großalarm für die Gesundheitsbehörden im österreichischen Burgenland: Bis zu 150 Schüler zeigten nach dem Genuss von Brathähnchen Symptome einer Lebensmittelvergiftung. Schon kurz nach dem Mittagessen klagten viele Schüler über Brechreiz, Kreislaufprobleme und schweren Durchfall. Fünf Notärzte und 25 Rettungswagen des Roten Kreuzes seien im Einsatz gewesen, um insgesamt 90 der Betroffenen in Krankenhäuser zu bringen. Quelle: SPIEGEL ONLINE, 21.9.2006
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N I E D E R L A N D E : F Ü R V E G E T A R I E R V E R S I C H E R U N G B I L I G E R L
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Die Niederlande machen es vor: Am 1. Januar 2006 trat die große Gesundheitsreform in Kraft, nun soll Vegetariern eine »Vegapolice« angeboten werden. Die Prämien sind um bis zu zehn Prozent niedriger als die gewöhnlichen Krankenversicherungen. Auch für Nichtraucher und Antialkoholiker soll es spezielle Krankenversicherungen geben. »Begründet wird das Ganze mit Statistiken, wonach Vegetarier, Nichtraucher und Nichttrinker gesundheitsbewusster leben, weniger häufig krank sind und daher auch weniger oft einen Arzt aufsuchen«, schrieb die Stuttgarter Zeitung (19.09.2006). Sollte sich mit der Zeit herausstellen, dass Fleischesser oder Raucher sich widerrechtlich die günstigeren Krankenversicherungstarife erschleichen wollen, indem sie über ihr wahres Konsumverhalten falsche Angaben machen, dann planen die Versicherer Gegenmaßnahmen: Vor Abschluss der Versicherungspolice soll es dann Bluttests geben.
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S T R A H L E N D E S W I L D F L E I S C H
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Auch rund 20 Jahre nach dem Super-GAU im Kernkraftwerk Tschernobyl liegt die Strahlenbelastung bei Wildfleisch weit über dem zulässigen Grenzwert von 600 Becquerel. Teilweise werden Werte von 12000 bis 14000 Becquerel gemessen. Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 20.09.2006
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G E N T E C H N I K - F R E I E S E R N T E D A N K F E S T
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auf dem Münchner Marienplatz
»Gentechnische Manipulation= Schöpfungs-Verbrechen!« - Unter diesem Motto rief die Organisation »David gegen Goliath« beim 1. gentechnik-freien Erntedankfest auf dem Münchner Marienplatz zu umfassenden Protestaktionen gegen die von Verbraucherminister Horst »Genhofer« initiierte Novellierung des Gentechnik-Gesetzes auf. Mit dieser Novellierung sollen Genfood-Produzenten von der bisherigen umfassenden Haftungsregelung freigestellt werden. »Wir wollen mit dieser Veranstaltung eindringlich daran erinnern, dass unsere Nahrung, unsere Lebens-Mittel nicht aus der Tiefkühltruhe des Supermarkts kommen, sondern in einer segensreichen Verbindung von Sonne, Luft, Wasser und Erde als göttliche Gabe entstehen. Wir wollen aber auch sehr deutlich daran erinnern, dass wir jede Form von Genmanipulation als Eingriff in die göttliche Schöpfungsordnung entschieden ablehnen«, so Bernhard Fricke, Vorsitzender von David gegen Goliath. Zwischen genmanipuliertem Anbau und natürlichem Anbau könne es keinen Kompromiss geben.
Informationen: David gegen Goliath e. V. Neuhauser Straße 3 D-80331 München Tel.: 089-23662050 www.davidgegengoliath.de e-mail: dacg-dagg@t-online.de
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