Tiere leiden wie Menschen - wenn nahestehende Artgenossen sterben, empfinden auch Tiere ein Gefühl von Trauer. Auch körperliche Reaktionen gleichen sich.
Forscher wiesen nach: Physiologisch gesehen haben viele Tierarten die Voraussetzung, Trauer zu empfinden, denn auch sie haben ein limbisches System, was im menschlichen Gehirn als Sitz der Gefühle angenommen wird.
Auch die körperlichen Reaktionen trauernder Tiere und Menschen gleichen einander: Bei trauernden Menschen ist die Konzentration der Stresshormone im Blut erhöht - bei trauernden Tieren auch. Dies wurde in einem Experiment nachgewiesen, in dem Forscher die Reaktion männlicher Meerschweinchen auf den Verlust ihres Lieblingsweibchens gemessen haben. Das Meerschweinchen wurde eine Stunde lang aus seiner Gruppe isoliert und allein in einen Käfig gesetzt. Sofort stieg die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut des Tieres. Das änderte sich auch nicht, als dem Männchen ein ihm unbekanntes Weibchen Gesellschaft leistete. Auch ein bekanntes Weibchen aus seiner Kolonie konnte den gestressten Meerschwein-Mann nicht beruhigen. Erst als die Forscher das Lieblingsweibchen in den Käfig setzten, sank der Cortisolspiegel im Blut des Männchens wieder.
Dies beweist weiterhin, dass die Tiere einander individuell kennen und soziale Bindungen aufbauen - eine Grundvoraussetzung für die Fähigkeit zu trauern. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 19.08.06
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