Das Leben der Vögel

Neues Buch von Josef H. Reichholf

Buchvorstellung von Julia Brunke

Vögel faszinieren uns seit jeher. Auch und gerade in unserer modernen Welt lieben es viele Menschen, Vögel zu beobachten: in Parks und Gärten, an Flüssen und Seen, im Gebirge oder am Meer. Es erscheinen immer neue Auflagen von Vogelbestimmungsbüchern. Überall in den Gärten sind Futterhäuser und Nistkästen zu sehen, Jahr für Jahr werden Millionenbeträge für die Vogelfütterung ausgegeben. Und die Mitgliederzahlen in Vogelschutzverbänden sowie die Spenden für den Vogelschutz belegen, dass viele Menschen auch darüber hinaus aktiv etwas für Vögel tun möchten. Denn immer mehr Vogelarten sind bedroht. Mit seinem neuen Buch Ornis - Das Leben der Vögel hält Prof. Dr. Josef H. Reichholf ein engagiertes Plädoyer für die Gefiederten.

Der Zoologe und Ornithologe Josef H. Reichholf zählt zu den prominentesten Naturwissenschaftlern Deutschlands. Die große Begeisterung für Vögel geht bis in seine Kindheit zurück: Als Schüler hatte er eine zahme Dohle, später eine zahme Rabenkrähe. Mit 13 Jahren fing er sein erstes ornithologisches Notizbuch an. Er versuchte die Vögel, die er beobachtete, zu bestimmen und erhielt schließlich ein gutes Fernglas. Es förderte die Begeisterung so sehr, dass ich in jeder freien Minute damit draußen war, um Vögel zu beobachten , erzählt Reichholf. Später machte er sein Hobby zum Beruf. 1974 übernahm er der Sektion Ornithologie an der Zoologischen Staatssammlung in München, dann leitete er die Hauptabteilung Wirbeltiere. Bis zu seiner Emeritierung 2010 lehrte Prof. Reichholf Ökologie und Evolutionsbiologie der Vögel an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Vögel lassen sich gut am Futterhaus im Garten

Vögel lassen sich gut am Futterhaus im Garten

oder in Parks und Gewässer in den Städten beobachten. · Bild Rotkehlchen: Bild: davematt - Fotolia.com

"Es liegt in unserer Hand, ob sie überleben

oder für immer verschwinden"

In seinem neuen Buch geht es um das Beobachten der Vögel, um ihr Leben und ihren Schutz. Es gibt rund 10.000 Vogelarten. Etwa 1.200 Vogelarten sind vom Aussterben bedroht - und einige Hundert Arten wurden bereits vom Menschen ausgerottet. Es liegt in unserer Hand, ob sie überleben oder für immer verschwinden , schreibt Reichholf. Die Bemühungen, sie zu erhalten, werden am ehesten Erfolg haben, wenn die Lebensweisen der betreffenden Arten, ihre Ansprüche an die Umwelt, in der sie leben, gut genug bekannt sind. (S. 11) Die Ornithologen tragen dazu wesentlich bei.

Reichholf beschreibt die Ornithologen als Naturbegeisterte, die bei jedem Wetter und an allen möglichen Orten Vögel beobachten: Ornis erkennt man daran, dass sie stets unruhig in die Ferne schauen und plötzlich sehen, was andere Menschen nicht sehen (S. 9). Angetrieben werden sie von einer Leidenschaft, einer nicht nachlassenden Begeisterung für das Geschaute und noch zu Schauende. Es ist eine Leidenschaft, die nicht tötet oder Schaden verursacht, wie so manch andere Naturleidenschaft" . (ebda.) Damit spielt Reichholf auf die Hobbyjäger an, deren Passion Jahr für Jahr hunderttausende Vögel zum Opfer fallen.

Eisvogel

Eisvogel

Bild: Ernst Weber · Aus: Ornis - Das Leben der Vögel

Vom Polarmeer bis zum Äquator

Vögel gibt es überall auf dieser Erde: von den Polregionen bis zum Äquator, von den dichtesten Wäldern bis in die Wüsten oder die höchstgelegenen Regionen des Himalaya. Vögel haben den Luftraum erobert. Aber die größten Vögel, die Strauße, sind Läufer. Und die Pinguine können auch hervorragend tauchen.

Josef H. Reichholf erklärt, dass Vögel die mit Abstand leistungsfähigsten und am stärksten von den Umweltverhältnissen losgelösten Lebewesen sind. So sind Vögel weit weniger abhängig von der Außentemperatur als wir: Die Kohlmeise beispielsweise kommt von Skandinavien bis in die südostasiatischen Tropen vor. Jeden Winter trotzen Kleinvögel mit nur wenigen Gramm Lebendgewicht einem Unterschied von 40 Grad Temperatur im Körperinneren und unter minus 20 Grad Außentemperatur.

Vogelschutzgebiet Linum

Vogelschutzgebiet Linum

Bild: Vogelschutzkomitee

Faszination Vögel beobachten

Vögel beobachten kann man eigentlich überall. Das Wichtigste für den Anfang ist, dass man an die Vögel nahe genug herankommt, sie also nicht scheu sind , schreibt Reichholf. (S. 20) Dafür bieten das Futterhaus im Garten oder Parks und Gewässer in den Städten günstige Voraussetzungen. Denn hier sind die Vögel, anders als auf dem Land nicht scheu, weil sie nicht bejagt werden.

Wer die Vögel näher kennen lernen möchte, greift zu einem (oder mehreren) der vielen guten Bestimmungsbücher. Von da an ist es nicht mehr weit vom Vogel- und Naturfreund zum Amateur-Ornithologen: Wer einmal angefangen hat, die gesehenen Vögel zu bestimmen, gibt sich nicht mehr zufrieden mit Ist der aber schön!" oder So einen Vogel habe ich noch nie gesehen!". Der Name des Vogels wird alsbald zum Schlüssel. Er öffnet den Zugang zu den gar nicht mehr so geheimen Geheimnissen der Vogelwelt , schreibt Reichholf. (S. 18)

Der Autor beschreibt die Möglichkeiten und die Faszination der Vogelbeobachtung durch das Jahr: am winterlichen Stadtteich oder am Futterhaus, die ersten Vogelgesänge im Frühjahr, der Vogelzug im Frühling und Herbst.

Alljährlich im Oktober und November

Alljährlich im Oktober und November

können Naturfreunde an vielen Orten Deutschlands das großartige Schauspiel ziehender Kraniche am Himmel beobachten. In der Teichlandschaft im brandenburgischen Linum machen 70.000 bis 80.000 Kraniche Rast. Das Vogelschutzkomitee hat hier ein Schutzgebiet geschaffen, in dem die Vögel nicht gejagt werden. · Bild: Vogelschutzkomitee

Faszination Vogelzug

Im Herbst, wenn die Zugvögel die Schlafplätze aufsuchen, lassen sie sich gut beobachten. Von August bis Oktober sammeln sich die Stare. Ihre Formationszüge bringen auch Menschen zum Staunen, die sich sonst nicht für Vögel interessieren. Allein die Tatsache, dass es in diesen dicht gedrängten Schwärmen, in denen die Vögel fast Flügelspitze an Flügelspitze fliegen, zu keinen Zusammen stößen und Abstürzen kommt, nötigt uns Respekt ab . (S. 80)

Seit die Kraniche in weiten Teilen Europas seit rund einem halben Jahrhundert geschützt sind, nahmen die Bestände wieder zu und es entstanden neue Zugrouten. Fast in jeder Gegend Deutschlands sind nun im Oktober/Anfang November die weithin und wohltönenden Flugrufe der Kraniche zu hören. Sie lenken die Blicke nach oben, hin zu den Keilen gestaffelt einander folgender Formationen Dutzender oder Hunderter Kraniche. (ebda.)

Die Orientierung der Vögel ist ein Wunder für sich

Die Orientierung der Vögel ist ein Wunder für sich

Vögel haben eine »innere Uhr« und erfassen den Tagesgang der Sonne als Zeitgeber. Nachts orientieren sie sich an den Sternen. Sind Sonne oder Sterne von Wolken verdeckt, nutzen sie das für uns Menschen nicht sichtbare ‚polarisierte Licht’. Außerdem sind Vögel in der Lage, sich am Magnetfeld der Erde zu orientieren. · Bild: Vogelschutzkomitee

Wie ein Wunder: Die Orientierung der Vögel

Die Orientierung der Vögel ist ein Wunder für sich: Vögel haben eine innere Uhr und erfassen den Tagesgang der Sonne als Zeitgeber. Nachts orientieren sie sich an den Sternen, wie früher die alten Seefahrer. Ausgeklügelte Experimente erbrachten den Nachweis für die Sternkompass-Orientierung der Vögel , so Reichholf. (S. 204) Und wenn tagsüber die Sonne von dichten Wolken verdeckt ist, nutzen Vögel das für uns Menschen nicht sichtbare polarisierte Licht", wenn die Wolken wenigstens kurzzeitig Lücken für das Sonnenlicht freigeben, erfahren wir in dem Buch. Außerdem sind Vögel in der Lage, sich am Magnetfeld der Erde zu orientieren: Der Richtung der Magnetfeldlinien und der Stärke ihrer Neigung entnehmen sie, wohin es nach Süden geht und wie weit vom Äquator (oder von den Polen) sie sind. (S. 205)

Für den Ort, an dem sie leben oder aufgewachsen sind oder an dem sie überwintern, haben Vögel eine Landkarte im Kopf - so wie Google Earth.

Sinnesleistungen von Vögeln

Vögel sind meistens Augentiere , so wie wir Menschen auch. Sie sehen die Welt noch bunter als wir, da sie das für uns unsichtbare Ultraviolett als eigene Farbe erkennen.

Vögel verfügen über einen einen ausgeprägten Geschmackssinn. Vor allem von Insekten lebende Vögel erfassen sehr wohl und sehr empfindlich Geschmacksstoffe, die Giftigkeit signalisieren , erklärt Reichholf. Als ich einmal einer zahmen Rabenkrähe einen Schmetterling anbot, der als Angehöriger der Bärenspinner durch Abwehrstoffe geschützt ist, probierte die in dieser Hinsicht völlig unerfahrene Krähe den Schmetterling zwar, schleuderte ihn aber sofort aus dem Schnabel, speichelte heftig und wischte ihn wiederholt ab, bis sie offenbar den Geschmack wieder wegbekommen hatte. Sie rührte solche Schmetterlinge nie wieder an. (S. 201)

Folgen der Jagd auf Vögel

Während sich die Enten und Gänse in der Stadt auf den Gewässern ohne große Scheu vor dem Menschen beobachten lassen und ihnen zum Brüten oder Mausern eine Insel im Teich oder ein nicht direkt zugängliches Ufer reicht, zeigen sie in der freien Natur" große Fluchtdistanzen.

Dass die Wasservögel so empfindlich auf Störungen reagieren, liegt an der Bejagung , erklärt Reichholf. Sie macht nicht nur die betroffenen Arten scheu, sondern auch jene, die eigentlich geschützt sind. Diese können nicht wissen, wem die Schüsse gelten, die die Panik auslösen. (S. 77)

Selbst die offiziellen Naturschutzgebiete erfüllten die notwendige Aufgabe des Vogelschutzes nicht, kritisiert Reichholf, denn in den meisten würden die Wasservögel bejagt und die Angler hätten freien Zugang an die Ufer.
Oft lassen sie (die Vögel) sich sogar in Vogelschutzgebieten nur auf große Distanz mit Fernrohren beobachten und bestimmen, weil - fasse es, wer es kann - Vogelschutzgebiet" in Deutschland nicht bedeutet, dass die Vögel geschützt sind, sondern eher, dass Vogelfreunde nicht oder höchstens mit schwer zu bekommender Ausnahmegenehmigung hineindürfen. Die Vogeljagd geht wie die anderen Formen der Jagd darin trotzdem weiter. Eher noch heftiger, weil ja dank des Betreten verboten" unangenehme Zeitgenossen ferngehalten werden, die Zeugen des jagdlichen Tuns werden oder die Jagdausübung" (welcher Ausdruck!) sogar stören könnten. (S. 78/79)

Die von der Jagd erzwungene Scheu ist das Hauptproblem für fast alle größeren und großen Vögel , so der Ornithologe. Und er weist daraufhin, dass sich während der Jagdsaison die Verhältnisse bei uns zwar graduell, aber nicht grundsätzlich von denen rund ums Mittelmeer unterscheiden würden, wo der Krieg ausgebrochen scheint, wenn die Jäger bei der herbstlichen Vogeljagd loslegen - und sehr viel von unserem Vogelschutz zunichte machen. Wohl der Ente, die im Burgfrieden der Städte geblieben ist. Wenige Kilometer außerhalb kann sie tödlicher Bleischrot treffen. (S. 78)

Dabei ist die Jagd in unserer Zeit nur noch ein reines Vergnügen der Jäger: Eine Notwendigkeit ist sie nicht. Denn wo Vögel wirtschaftliche Schäden verursachen, etwa Stare in Weingärten, leistet die Jagd nichts zur Regulierung". (ebda.)

Enten mit Schrot vom Himmel geschossen

Enten mit Schrot vom Himmel geschossen

Etwa 1.000 Tonnen Bleischrot werden einer EU-Studie zufolge jährlich in Deutschlands Natur verschossen. · Bild: Foto: Eilert Voß

Vögel erobern die Städte

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben die Vögel die Städte erobert. In Berlin brüten über 150 Vogelarten - das sind zwei Drittel aller Vogelarten, die in Mitteleuropa zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen vorkommen. In Köln wurden mit bis zu 1150 Brutpaaren pro Quadratkilometer die bislang dichtesten Brutvoge bestände überhaupt nachgewiesen. Wanderfalken ziehen am Kölner Dom, am Roten Rathaus in Berlin oder den Türmen der Münchner Frauenkirche ihre Jungen groß.

Die Städte sind sehr reich an Strukturen, viel reichhaltiger, als das ausgeräumte, intensiv genutzte Land. Gärten, Parks und Stadtwälder bieten vielfältige Strukturen an buntem Grün, an Büschen und Bäumen mit einer Fülle an Nahrung, Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten sowie Gewässern. Und was mindestens genauso wichtig ist: Die Städte sind nicht überdüngt - es wird in den Städten keine Gülle ausgefahren oder im großen Stil künstlich gedüngt. Daher bieten sie den Pflanzen den Lebensraum, den sie brauchen: In einigen Städten finden sich doppelt so viele Wildpflanzenarten wie in ihrem Umland.

Während die Vögel die Städte als Inseln der Artenvielfalt erobern, haben sich in den letzten 20 Jahren europaweit die Vogelbestände auf dem Land halbiert. Durch die industrielle Landwirtschaft mit ihren giftigen Spritzmitteln und Monokulturen sind hier regelrechte Agrarwüsten entstanden. Durch die industrielle Massentierhaltung mit den riesigen Güllemengen sind die Fluren völlig überdüngt. Prof. Reichholf erklärt das Problem der Überdüngung, durch welche die Nutzpflanzen immer schneller und dichter aufwachsen: Dadurch wird der Bodenbereich zu dicht, zu nass und zu kalt für Jungvögel, für die Insekten, von denen sie leben sollten, und für die Wildkräuter und Wiesenpflanzen, deren Samen benötigt würden .

Wer sich näher mit der Vogelwelt beschäftigt, wird zwangsläufig auf den Zustand unserer Natur und die Belastungen aufmerksam, denen wir alle ausgesetzt sind. Muss es sein, dass die Städte vogelreicher sind als das Land? Wäre es nicht an der Zeit, die Jagd auf Vögel gänzlich zu verbieten, und nicht bloß den Südeuropäern ihren Vogelfang vorzuwerfen? , schreibt Josef H. Reichholf in einem Artikel für den Tagesspiegel Berlin (30.5.2014).

In keiner anderen deutschen Stadt

In keiner anderen deutschen Stadt

gibt es so viele Turmfalken wie in Berlin: Hier brüten etwa 180 bis 250 Turmfalkenpaare. Auch Waldkauz, Schleiereule und andere Fels-, Nischen- und Höhlenbewohner wie Mauersegler, Mehlschwalbe, Ringeltaube sowie verschiedene - auch seltene - Fledermausarten haben längst die Stadt als Lebensraum erobert. Bild: Jearu - Fotolia.com

An Berliner Gewässern

An Berliner Gewässern

sind in den letzten Jahren etliche Graureiher zu beobachten. Graureiher wurden lange intensiv verfolgt, so dass die Bestände stark zurückgingen. Doch als man Schonzeiten einführte, erholten sich die Bestände - und plötzlich zeigen die Graureiher ein verändertes Verhalten: Ihre Fluchtdistanz beträgt nur noch wenige Meter. · Bild: Bild: eSchmidt - Fotolia.com

Wie können wir Vögel schützen?

Der direkten Verfolgung durch die Jagd ist die Mehrzahl der in der Neuzeit ausgestorbenen Vogelarten zum Opfer gefallen. Prof. Reichholf appelliert daher an die Naturschutzverbände, eigene Schutzgebiete aufzubauen, in denen sie zeigen, wie wirklicher Vogelschutz aussieht: Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist ihnen die Möglichkeit geboten, zu erreichen, dass auf ihren Flächen die Jagd eingestellt wird. (S. 260)

Neben einem Jagdverbot auf Vögel hängt das Überleben vieler Arten an ihren Lebensräumen. Vögel brauchen Futter und Nistmöglichkeiten: Hecken, giftfreie Wiesen und vielfältig strukturierte naturnahe Baumbestände und Wälder.

Wollen wir die Natur und die in ihr lebenden Tiere bewahren, ist ein Umdenken in der Land- und Forstwirtschaft mehr als überfällig. Mehr als überfällig ist auch eine andere Sicht der Tiere: Wild lebende Tiere sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern gehören zu unserer Natur dazu.

Doch auch jeder Einzelne kann in seinem Garten Lebensraum für Vögel schaffen und verbessern - auch durch das Anbringen von Nistmöglichkeiten und Futterhäusern. Die Winterfütterung ist für viele Vögel sehr wichtig. Vogelfachleute wie Prof. Peter Berthold, der bis 2004 Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie war, empfehlen längst, die Fütterung auch im Frühling und Sommer weiterzuführen, um die Vögel auch in der Brutzeit zu unterstützen.

Josef H. Reichholf appelliert

Josef H. Reichholf appelliert

an die Naturschutzverbände, eigene Schutzgebiete aufzubauen, in denen die Jagd verboten ist. Denn so unglaublich es klingt: In Natur- und Vogelschutzgebieten ist die Vogeljagd immer noch erlaubt! · Bild: Vogelschutzkomitee

Neben einem Jagdverbot auf Vögel

Neben einem Jagdverbot auf Vögel

hängt das Überleben vieler Arten an ihren Lebensräumen. Vögel brauchen Futter und Nistmöglichkeiten: Hecken, giftfreie Wiesen und viel-fältig strukturierte naturnahe Baumbestände und Wälder. · Bild: Vogelschutzkomitee

Ein Plädoyer für Vögel

Josef H. Reichholfs neuestes Buch ist ein flammendes Plädoyer für Vögel - die Begeisterung des Biologen für Vögel und Vogelbeobachtung ist auf jeder Seite zu spüren.

Ornis - Das Leben der Vögel ist sehr informativ und gut lesbar, da es dem Autor - wie in jedem seiner Bücher - gelingt, wissenschaftliche Erkenntnisse und sein großes Fachwissen in eine verständliche Sprache zu bringen und im Erzählstil zu verpacken. Das Buch bleibt auch dann gut verständlich und faszinierend, wenn man als Leser querbeet von Kapitel zu Kapitel springt oder Abschnitte auslässt.

In eindrucksvoller Weise gelingt es Josef H. Reichholf, dem Leser seine Liebe zu den Vögeln zu vermitteln - und die Achtung vor der Intelligenz der Natur, in der alles miteinander in verwoben ist.

Lesen Sie auch: Interview mit Josef H. Reicholf: Die Feinde unserer Vögel sind Jagd und Agrarwirtschaft

Der Autor

Prof. Dr. Josef H. Reichholf wurde 1945 in Aigen am Inn geboren. Der Zoologe und Ornithologe zählt zu den prominentesten Naturwissenschaftlern Deutschlands. Bis 2010 leitete er an der Zoologischen Staatssammlung München die Hauptabteilung Wirbeltiere und lehrte 20 Jahre Ökologie und Evolutionsbiologie der Vögel an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Josef H. Reichholf wirkte 20 Jahre lang als Generalsekretär der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern und veröffentlichte viele vogelkundliche Arbeiten. Er war zudem viele Jahre lang Mitglied der Kommission für Ökologie der Internationalen Naturschutzunion (IUCN). Er ist Träger der Treviranus-Medaille , der höchsten Auszeichnung der Deutschen Biologen, und des Grüter-Preises für Wissenschaftsvermittlung. 2007 wurde er mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

Josef H. Reichholf hat zahlreiche Bücher zu naturwissenschaftlichen und ökologischen Themen geschrieben, darunter:
Der Tanz um das goldene Kalb. Der Ökokolonialismus Europas (2004, 3. überarbeitete Aufl. 2011)
Die Zukunft der Arten (2005, Neuauflage 2009)
Rabenschwarze Intelligenz (2009)
Wilde Tiere in der Stadt (von Florian Möllers und Josef Reichholf, 2010)
Der Ursprung der Schönheit: Darwins größtes Dilemma (2011)
Ornis - Das Leben der Vögel (2014).

Das Buch

Josef H. Reichholf: Ornis - Das Leben der Vögel
272 Seiten, 80 Abbildungen in Farbe
Verlag C.H. Beck, 2014
ISBN 978-3406660481
Preis: 19,95 Euro

Ornis meint die Vogelwelt, aber auch die Ornis selbst, die Ornithologen.
Ornis - Das Leben der Vögel ist ein Buch über Vögel und Menschen und über die Zukunft der Vögel.

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

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Artikelnummer: 053

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter