Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

Katharertaube

»Katharer-Taube« auf einem Sandsteindenkmal, das an die Ermordung der Katharer in Südfrankreich erinnert. Die Gemeinschaft der Katharer wurde durch die Inquisition und einen Kreuzzug der Katholischen Kirche im 13. und 14. Jahrhundert ausgerottet.

Über die urchristliche Glaubensbewegung der Katharer findet sich in den Inquisitionsakten der Kirche Folgendes: »...sie durften ... kein Tier töten.« Und: »Ferner glauben sie, dass es sogar in drängender Not eine Todsünde sei, Fleisch, Eier oder Käse zu essen...« · Bild: »Taube in Minerve«, Slatibartfas, CC-Lizenz (BY 2.0)

Von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE


»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!

Die Ketzer von Montsegur, Alte Gravur. Morphart Creation – Shutterstock

Etwa 200 Katharer wurden zum Osterfest des Jahres 1244 unterhalb der Festung Montségur durch katholische Kreuzzügler verbrannt.

Die Katharer (die »Reinen« - von griechisch: katharós = rein) waren eine urchristliche Glaubensbewegung vom 12. bis zum 14. Jahrhundert. Sie lebten vor allem in Südfrankreich (Okzitanien), aber auch in Italien, Spanien und Deutschland. Bekannt sind sie auch als »Albigenser« nach der südfranzösischen Stadt Albi, einer ehemaligen Katharer-Hochburg. Sie selbst nannten sich »veri christiani« (»die wahren Christen«).

Aus dem Wort Katharer wurde die abwertende Bezeichnung »Ketzer« für alle Abweichler von der katholischen Kirche.
· Bild: Die Ketzer von Montsegur, Alte Gravur. Morphart Creation - Shutterstock.com

Warum verfolgte die Kirche vegetarisch lebende »Ketzer«?

Dass die Katholische Kirche - und später auch die Lutherische Kirche - über viele Jahrhunderte hunderttausende sogenannte Ketzer verfolgte, grausam foltern und brutal töten ließ - oft durch Verbrennen bei lebendigem Leibe -, gehört heute zum Allgemeinwissen. Interessant ist jedoch, dass fast allen verfolgten Gemeinschaften, die dem urchristlichen Glauben treu waren, etwas gemeinsam war: Sie weigerten sich strikt, Menschen und Tiere zu töten und Fleisch zu essen!

Als »Ketzer« wurden sie durch die Kirche jahrhundertelang verfolgt und erbarmungslos ausgerottet. Was hat diese Menschen bewogen, die Tiere als Mitgeschöpfe zu achten? Was war ihre Ethik, mit der sie ihrer Zeit - und auch dem Verhalten der meisten Menschen heute - weit voraus waren?

Wer waren die »Ketzer«?

Mit der Entstehung der römischen Machtkirche in den ersten Jahrhunderten nach Jesus von Nazareth hatte sich die Kirche immer mehr von der urchristlichen Lehre entfernt. Besonders im Mittelalter war es offensichtlich, dass die Kirche nicht in den Spuren des Jesus von Nazareth wandelte. Ein Zeitgenosse schrieb: »Dekadente Prälaten, Bischöfe, die immer reicher werden, weil sie ihre Gemeinden skrupellos ausplündern, Päpste und Kardinäle mit einer reichen illegitimen Kinderschar, Klöster, die auf eine sehr unmittelbare Art „Häuser der Lust und Freude“ sind, ... Oberhirten, die ganze Landstriche mit Krieg und Zerstörung überziehen..., um ihren Machtbereich und ihre Territorien zu erweitern« - dies war der Nährboden, der eine Sehnsucht nach dem ursprünglichen Christentum weckte und ein Wiedererwachen desselben begünstigte. (Quelle: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche. Verlag Das Brennglas, 2003)


Die urchristlichen Bewegungen bemängelten deshalb, dass die katholische Kirche nichts mit den Lehren des Jesus von Nazareth gemein habe. Sie erkannten die römische Kirche als heidnische Kultreligion. Sie vermissten fundamentale Lehren Jesu, die bei der Zusammenstellung der Bibel und der katholischen Glaubenssätze nicht aufgenommen wurden: wie die Achtung der Tiere als Mitgeschöpfe, die Lehre von der Reinkarnation oder das Gesetz von Saat und Ernte.


Bischof Buchard von Orta, Zeremonienmeister bei Papst Alexander VI., hielt über die Zustände im Vatikan im 15. Jahrhundert handschriftlich fest:
»Wollte ich all die in Rom vorkommenden Mordtaten, Räubereien und Gräuel aufzählen, so fände ich kein Ende. Wie viel Vergewaltigungen und Blutschande! Wie viel Verdorbenheit macht sich in diesem päpstlichen Palast breit, ohne Scheu vor Gott oder den Menschen! Welche Herden von Kupplerinnen und Prostituierten treiben sich in diesem Palast St. Peter herum!«


Und so stand auf der einen Seite eine blutrünstige Kirche, die an Grausamkeit und Perversität nicht mehr zu überbieten war, und auf der anderen Seite die so genannten Ketzer, die sich bemühten, ein friedvolles Leben - auch gegenüber den Pflanzen und den Tieren - im Sinne der Bergpredigt Jesu zu führen.

Les_marchands_chassés_du_Temple_Ausschnitt-_Jean_Jouvenet Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Bekannt ist die Szene, wie Jesus von Nazareth die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!«

Gemälde von Jean Jouvenet: Les marchands chassés du Temple (1706) · Foto: Gloumouth1 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Verheimlichte Tierliebe Jesu

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden - solche Stellen wurden im 4. Jahrhundert durch Correctores in den Evangelien »korrigiert«. Aus frühchristlichen Berichten wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte.


»Wahrlich, Ich sage euch, darum Bin Ich in die Welt gekommen, dass Ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden.«

(Das Evangelium Jesu, Kap. 75, 9, Rottweil, 1986)


»Siehe die Felder, wie sie wachsen und fruchtbar sind, und die fruchttragenden Bäume und die Kräuter!
Was willst du noch mehr als das, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt?«

(Das Evangelium Jesu, Kap. 14, 7, Rottweil, 1986)



Clemens von Alexandrien schrieb über den Jünger Matthäus, er habe allein von Pflanzenspeisen gelebt und kein Fleisch berührt. Der Kirchenvater und Bischof von Cäsarea Eusebius (264 - 349) zitiert in seiner Kirchengeschichte den Kirchenschriftsteller Hegesipp, wonach der Jünger Johannes niemals Fleischkost genossen habe. In der gleichen Quelle wird von Jakobus dem Jüngeren berichtet, dass er niemals etwas aß, das beseelt war. Jakobus war der Führer der ers­ten Christengemeinde in Jerusalem. Er gilt nach evangelischer Lehre als Bruder Jesu, nach katholischer Auffassung als Vetter Jesu.

Das Paradies Nr 1 Jan Bruegel (1568- 1625);

In der Schöpfungsgeschichte sagte Gott zu den Menschen: »Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.« (1. Mose 29)

Bild: »Das Paradies« · Jan Bruegel (1568-1625)

Vegetarisches Urchristentum

Die ersten Christen in den Urgemeinden töteten keine Tiere und sie aßen kein Fleisch. Das Gebot »Du sollst nicht töten!« galt für die Urchristen also auch in Bezug auf die Tiere. In Bezug auf die Menschen natürlich sowieso. Wer Soldat oder wer Jäger war, konnte nicht gleichzeitig Mitglied in einer urchristlichen Gemeinde sein. Die ersten Christen waren also - wie Jesus - Pazifisten und daher Kriegsdienstverweigerer.


Wenn die Urchristen zusammenkamen, hielten sie ein gemeinsames Mahl. Dies war aber kein rituelles Abendmahl, sondern ein feierliches Abendessen. Sie nannten es »Agape«, das heißt »Liebemahl«.


Johannes Chrysostomus (Erzbischof von Konstantinopel, er gilt als einer der größten christlichen Prediger) schrieb im 4. Jahrhundert über eine Gruppe solcher Urchristen:

»Keine Ströme von Blut fließen bei ihnen; kein Fleisch wird geschlachtet und zerhackt ...
Bei ihnen riecht man nicht den schrecklichen Dunst des Fleischmahles ...
Wünschen sie ein üppiges Mahl, so besteht ihre Schwelgerei aus Früchten,
und dabei empfinden sie höheren Genuss als an königlichen Tafeln.«
(Homil. 69)


Ein weiteres Zitat verdeutlicht die Einstellung der ersten Christen zum Fleischkonsum:

»Der Leib, der mit Fleischspeisen beschwert wird, wird von Krankheiten heimgesucht,
eine mäßige Lebensweise macht ihn gesünder und stärker und schneidet dem Übel die Wurzel ab.

Die Dünste der Fleischspeisen verdunkeln das Licht des Geistes.
Man kann schwerlich die Tugend lieben, wenn man sich an Fleischgerichten und Festmahlen erfreut.«
Basilius der Große (329–379), Kirchenvater und Erzbischof von Cäsarea



Als Kirchenvater Hieronymus (331–420) von Papst Damasus I in Rom die Aufgabe erhielt, aus den vielen überlieferten und einander widersprechenden Evangelien die Bibel zu schreiben, stand er unter dem großem Druck der entstehenden römischen Machtkirche und der politischen Kräfte. Dass Hieronymus aber um die Tierliebe Jesu wohl wusste, belegt anschaulich folgendes Zitat:

»Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt - aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die übelriechenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft...

Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, sodass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen ...«

Kirchenvater Hieronymus von Bethlehem (331–420)


Mit der Aussage, Jesus Christus habe »das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft« bezieht sich Kirchenvater Hieronymus auf die vegetarische Schöpfungsordnung: In der Schöpfungs­geschichte, wie sie in der Genesis beschrieben wird, gab Gott den Menschen Pflanzen und Früchte zur Nahrung.

Gott sprach:

»Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.«

(Bibel, Schöpfungsgeschichte, Genesis 1,29)


Von den kriegerischen Römern wurden die Urchristen in den ersten Jahrhunderten zum Teil blutig verfolgt und im Kolosseum den Löwen zum Fraß vorgeworfen.

christenverfolgung

Christenverfolgung in Rom

Mit dem Aufkommen des Christentums im 1. Jahrhundert wurden die Anhänger der neuen Religion auch schon verfolgt. Sie weigerten sich, den Kaiser in Rom als Gott zu verehren. So verfolgte man die Christen, warf sie ins Gefängnis oder tötete sie. In Amphitheatern kämpften sie um ihr Leben.

Kaiser Konstantin machte das Christentum im 4. Jahrhundert zur Staatsreligion. Dies führte zu einer Verfälschung der ursprünglichen Lehre des Jesus von Nazareth. Die bis dahin pazifistisch lebenden Christen wurden gezwungen, Kriegsdienst zu leisten und Tiere zu essen. Diejenigen, welche dem urchristlichen Glauben treu blieben, wurden verfolgt.

Im 4. Jahrhundert machte der römische Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion - aus machtpolitischen Gründen. Beim ersten Vatikanischen Konzil in Nicäa (325 n. Chr.) wurde der Fleischverzehr für Christen quasi vorgeschrieben und wurde in die entstehende Bibel aufgenommen. Die bis dahin pazifistisch lebenden Christen wurden nun offiziell gezwungen, Kriegsdienst zu leisten und Tiere zu essen. Diejenigen jedoch, welche dem urchristlichen Glauben treu blieben, wurden verfolgt. Von Kaiser Konstantin ist überliefert, dass er Vegetariern flüssiges Blei in den Hals schütten ließ.

Woher kommt das Schimpfwort »Ketzer«?

Das Wort »Ketzer« wurde abgeleitet von »Katharer«. Die Katharer waren eine urchristliche Bewegung in Südfrankreich im 12. und 13. Jahrhundert. »Katharer« heißt übersetzt: »die Reinen«. So wurde diese Bewegung von der Bevölkerung genannt. Denn die Katharer häuften keinen Besitz an, sondern teilten alles miteinander - so, wie es von den urchristlichen Gemeinden im ersten Jahrhundert berichtet wird. Die Katharer halfen armen und kranken Menschen. Sie lehnten jede Form von Gewalt ab. Sie aßen keine Tiere und lebten enthaltsam.


Leider gibt es über den Glauben dieser urchristlichen Gemeinschaften fast keine Original-Dokumente. Denn nicht nur »Ketzer« wurden von einer unglaublich blutrünstigen Kirche verfolgt, sondern die Kirche versuchte auch, ihre Lehre auszulöschen. Und so fielen auch fast alle ihrer Schriften dem Feuer anheim. Wenn wir etwas über den Glauben der »Ketzer« erfahren wollen, stehen uns heute nur die Protokolle der Inquisitoren zur Verfügung, also die »Untersuchungen« ihrer Verfolger und Mitschriften in den Verhören (oft unter Folter). Diese Quellen bringen Erstaunliches zum Vorschein.

Inquisition Everett Collection Shutterstock.com

»Inquisitionsverhör« - das hört sich recht harmlos an. Das Bild zeigt, wie grausam diese Verhöre waren - und sie führten in der Regel zum Tod des »Ketzers«.

Bild: Everett Collection - Shutterstock.com

Die Protokolle der Inquisitoren beweisen: Viele Ketzer waren Vegetarier und Veganer

Die Manichäer

Die Gemeinschaft der Manichäer entstand im 3. Jahrhundert nach Christus und fand schnelle Ausbreitung. Bereits im 4. Jahrhundert wurden die Manichäer als Ketzer angesehen und stießen auf wachsenden Widerstand. Im 6. Jahrhundert befanden sich die Manichäer in Europa im Niedergang, breiteten sich aber in Asien weiter aus. Über die Gemeinschaft der Manichäer ist in »Untersuchungen« ihrer Verfolger Folgendes zu lesen:

»Sie würden auf keinen Fall irgendein Tier töten, weil sie sagen und glauben, dass sich in vernunftlosen Tieren und sogar in den Vögeln jene Geister (Seelen) befinden, die den Körpern der Menschen entweichen...«
Quelle: Bernard Gui, Manuel de l'Inquisiteur, Band 1, Paris 1926 (Les Classiques de l'Histoire de France au Moyen Âge 8), S. 18-22

»Die besagten Ketzer sagen auch, man dürfe kein Fleisch essen, und das erklären sie so: „... Man liest nie, dass Christus Fleisch aß.... also essen auch wir keines".«
Quelle: Cod. Monac. lat. 544 (Saec. XV.)

»Sie essen jedoch auch kein Fleisch... Sie essen nicht einmal Eier... Sie dürfen sich nicht von irgendwelchen toten Körpern ernähren... Sie trinken auch keine Milch...«
Quelle: Petra Seifert/Manfred Pawlik: Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten. Aus den Akten der Inquisition, Pattloch Verlag, 1997, S. 115

In einer Schrift der Manichäer heißt es: »Da der Mensch essen muss, um auf Erden leben zu können, ist es besser, Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die viele Lichtanteile enthalten, wie Obst in leuchtenden Farben, Melonen, Kürbisse und Gurken.«
Quelle: Seifert/Pawlik, a.a.O., S. 116

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Einheit von Mensch, Natur und Tieren: Darstellung auf einem Bogominenstein.

Die Bogomilen

Die urchristliche Bewegung der Bogomilen (Gottesfreunde) verbreitete sich vom 9. bis ins 15. Jahrhundert von Bulgarien aus über Mazedonien, Serbien, Montenegro und Bosnien bis nach Dalmatien und weit darüber hinaus. Die Bogomilen bezogen das Gottesgebot »Du sollst nicht töten« auf jedes von Gott geschaffene Leben und töteten und aßen daher auch keine Tiere. In den Akten der Inquisition ist über die Bogomilen zu lesen:


»Sie verurteilen das Essen von Fleisch und allem, was vom Leibe kommt, und behaupten, dass jene nicht errettet werden können, die Fleisch und Gepökeltes essen.«
Quelle: Aus dem Verzeichnis der Irrtümer der bosnischen Christen, Punkt 30, aus dem 14. Jahrhundert

»Ihre Nahrung war ausschließlich pflanzlich - verboten waren ihnen Fleisch, Milch, Käse, Eier. Sie lebten ausschließlich von Brot, Früchten und Gemüse.«
Quelle: Zeljko Fajfric, Sveta loza Stefana Nemanja, Grafosrem,Sid, 1998, S. 50

Bogumilenstein Mittelalterliche in Brontnice, Kroatien. stu.dio – Shutterstock.com

In Bosnien, Kroatien, Serbien und Montenegro stehen über 70.000 Bogomilensteine. Sie sind Zeugnisse ihres Glaubens und ihrer Kultur: In die Steine wurden Bilder gemeißelt, welche die Einheit von Mensch, Tier und Natur symbolisieren.

Bild: Bogumilenstein in Brontnice, Kroatien. stu.dio - Shutterstock.com

Die Katharer

Die Katharer waren eine urchristliche Glaubensbewegung, die im 12. und 13. Jahrhundert vor allem in Südfrankreich (Okzitanien), aber auch in anderen Teilen Europas und bis nach Deutschland verbreitet war. Allein die Inquisitionsprotokolle des Bischofs Jacques Fournier umfassen 578 Vernehmungen. Manche Verhöre füllen 10, 20 oder mehr großer Folio-Seiten. Über die Katharer findet sich in den Inquisitionsakten Folgendes:


»...sie durften ... kein Tier töten.«

»Ferner glauben sie, dass es sogar in drängender Not eine Todsünde sei, Fleisch, Eier oder Käse zu essen...«

»... sie beten oft, fasten und verzichten alle Zeit auf Fleisch, Eier und Käse...«
Quelle: Petra Seifert/Manfred Pawlik: Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten. Aus den Akten der Inquisition, Pattloch Verlag, Augsburg 1997



Die Katharer hielten mit den Gläubigen ein »Liebemahl« (Agape) wie im Frühchristentum, mit ausschließlich pflanzlichen Speisen. Vor jeder Mahlzeit brach der Älteste unter ihnen das Brot und segnete es. Die Katharer verwarfen die römisch-katholische Eucharistie mit der Wandlung von Brot in den Leib und von Wein in das Blut Christi.
Quelle: Otto Rahn: Kreuzzug gegen den Gral: Die Geschichte der Albigenser. Verlag Zeitenwende, 4. Aufl. 2018


In einem Inquisitionsprotokoll ist der Eid eines der Ketzerei Angeklagten zu lesen. Johann Teisseire aus Toulouse verteidigte sich gegen den Vorwurf, den Katharern anzugehören:

»Ich bin kein Ketzer, ... ich esse Fleisch, ich lüge, schwöre und bin ein gläubiger Christ, so wahr mir Gott helfe.«
Quelle: Otto Rahn: Kreuzzug gegen den Gral. s.o.

Erinnerungsmal an die Verbrennung von über 200 Katharern von Montsegur . MarioB149 – Shutterstock

Erinnerungsmal an die Verbrennung der Katharer von Montsegur.

Bild: Erinnerungsmal an die Verbrennung von über 200 Katharern von Montsegur. MarioB149 - Shutterstock.com

Was war der Glaube der Ketzer?

Wie die urchristlichen Bewegungen selbst wurden auch ihre schriftlichen Aufzeichnungen - die Bogomilen sollen sogar eine eigene Universität aufgebaut haben, an der ihre Gelehrten Wissen weitergaben - systematisch durch die Inquisitoren vernichtet. So sind von den Katharern gerade einmal drei originale Schriftstücke erhalten (wobei nur bei zwei davon als gesichert gilt, dass sie tatsächlich aus ihrer Feder stammen). Was also der Glaube der »Ketzer« war, erfahren wir nur aus den Aufzeichnungen ihrer Gegner und vor allem den akribischen Aufzeichnungen der Inquisitionsverhöre.

Szene aus der Inquisition, Vintage-Gravur. Morphart Creation Shutterstock.com

»Peinliche Befragung« durch die Inquisition: Die Ketzer wurden gefoltert, um Bekenntnisse zu erpressen und vor allem Namen weiterer Ketzer zu erfahren.

Die Mitschriften und Namen der Opfer füllen die Archive.
· Bild: Morphart Creation - Shutterstock.com

Für diesen Glauben wurden die Bogomilen verfolgt:

· Die Bogomilen glaubten an zwei Prinzipien: Gut und Böse, Gott und Satan, Geist und Materie als gegensätzliche Kräfte.

· Die Bogomilen lehnten die kirchliche Hierarchie, Papst, Priester und die Verehrung von Heiligen ab und betonten eine direkte Beziehung zu Gott.

· Die Bogomilen lehnten die Säuglingstaufe, die Eucharistie und andere Sakramente ab. Statt dessen vollzogen die Bogomilen eine Geisttaufe und versprachen, Gott zu lieben.

· Für die Bogomilen galt das Gottesgebot »Du sollst nicht töten« für Menschen und Tiere.

Quelle: Walter L. Wakefield, Austin P. Evans, Heresies of the High Middle Ages, Columbia University Press, New York, 1991


· »Sie verurteilen das Essen von Fleisch und allem, was vom Leibe kommt, und behaupten, dass jene nicht errettet werden können, die Fleisch und Gepökeltes essen.«
Quelle: »Verzeichnis der Irrtümer der bosnischen Christen« aus dem 14. Jahrhundert. die-bogomilen.de

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Die Bogomilensteine sind gleichzeitig Mahnmale der jahrhunderte­langen Verfolgung dieser Urchristen durch die Kirche:

Häufig ist der Hirsch zu sehen, der als Symbol für die Geisttaufe der Bogomilen steht. Auf vielen Steinen wird der Hirsch als von Jägern und Hunden Verfolgter dargestellt. Die Hunde stehen für die Dominikaner­mönche, welche die »Ketzer« grausam verfolgten und »Hunde des Herrn« (»domini canes«) genannt wurden.
· Bild: die-bogomilen.de

Für diesen Glauben wurden die Katharer verfolgt:

· Die Katharer glaubten an eine dualistische Welt: Gott ist der Schöpfer einer geistigen Welt und ausschließlich gut. Die Erde wurde nicht von Gott geschaffen. Das Materielle entstand durch den Abfall von Gott. Die Menschen sind gefallene Engel. Die geistige Welt (Gott) und das Materielle (Satan, das Böse) stehen im Kampf miteinander.

· Die Katharer lehrten absolute Gewaltlosigkeit gegenüber Menschen und Tieren.

· Die Katharer glaubten an ein weiblichen Prinzips im Göttlichen. Der weibliche Aspekt Gottes ist Sophia, »Weisheit«. Darum waren Männer und Frauen in ihren Gemeinschaften gleichgestellt.

· Die Katharer glaubten an Reinkarnation: Eine Seele wird immer wiedergeboren, bis sie sich der Welt entzieht und wieder göttlich wird. Es gibt keine ewige Verdammnis.

· Die Katharer lehnten die Lehren der katholischen Kirche als vom Satan inspiriert ab. Sie kritisierten die Heuchelei und die Ausschweifung der Päpste und Priester und den Erwerb von Land und Reichtum durch die Kirche.

Quelle: Michel Roquebert: Die Geschichte der Katharer. Reclam, 2012

Burg Montsegur - CristiDumi – Shutterstock

Der Montségur in Südfrankreich - hier suchten viele Katharer Zuflucht. 10.000 Kreuzfahrer belagerten die Burg vom Sommer 1243 bis März 1244.

Die Bewohner der Burg wurden vor die Wahl gestellt, entweder ihrem Glauben abzuschwören oder auf dem Scheiterhaufen am Fuße des Berges verbrannt zu werden.

Die Katharer, nach ihrem Wirken in der Stadt Albi auch als Albigenser bezeichnet, hatten im 12. Jahrhunderts unter dem Schutz vieler Adeliger in Okzitanien und vor allem in der dortigen Provinz Languedoc eine mächtige urchristliche Bewegung ins Leben gerufen, welche die römische Kirche, die Ausschweifungen, Gier und Verrohung des Klerus kritisierte und der Lehre des Jesus von Nazareth unmittelbar folgte.

Okzitanien war trotz Lehnshoheit des französischen Königs weitgehend unabhängig, hatte eine eigene Sprache, eine blühende Kultur und war durch den Handel über das Mittelmeer wohlhabend. Die Katharer, die sich selbst »gute Christen« oder »Freunde Gottes« nannten, wurden durch ihre vorbildliche Lebensführung, aber auch als kunstfertige Handwerker, Architekten, Heilkundige und Gelehrte geschätzt. Die okzitanischen Adligen vertrauten ihnen die Erziehung iher Kinder an, viele Adlige waren katharische »Gläubige«. Predigte ein »Ketzer«, strömte das Volk herbei.

Der Katharerkreuzzug leitete den Untergang der Katharer ein. Das bis dahin unabhängige Okzitanien fiel unter die Herrschaft des französischen Königs. Nicht nur die Bewegung der Katharer wurde ausgelöscht, sondern auch die Sprache und Kultur Okzitaniens. Die Inquisition und weitere Feldzüge vernichteten schließlich die Katharer bis zum Ende des 13. Jahrhunderts.

Bild: Burg Montsegur - CristiDumi – Shutterstock.com

Für diesen Glauben wurden die Waldenser verfolgt:

Die urchristliche Glaubensbewegung der Waldenser entstand Ende des 12. Jahrhunderts in Lyon am Rande der Alpen, benannt nach ihrem Gründer, dem Kaufmann Valdès. Die Waldenser verbreiteten sich im Mittelalter über ganz Europa hinweg - immer im Untergrund. In den Inquisitionsverhören von Inquisitor Petrus aus dem Jahre 1398 wurden »die Irrlehren der Ketzer von der Sekte der Waldenser« aufgezeichnet:


»... Sie glauben, dass sie von Gott allein und nicht vom Papst oder irgendeinem katholischen Bischof die Vollmacht haben, das Wort Gottes zu verkünden.«

»Ferner verurteilen sie die römische Kirche deshalb, weil sie seit der Zeit von Papst Silvester Besitztümer angenommen, behalten und erworben hat.«

»Ferner glauben sie nicht, dass eine geweihte Kirche heiliger sei als irgendein beliebiges anderes gewöhnliches Haus.

»Ferner verurteilen und verwerfen sie die Verehrung von Bildern und das Küssen von Reliquien. Ferner verurteilen und verwerfen sie die Ablässe der Kirchenfürsten. (...)«

Quelle: Cod. S. Emmeram. Ratisb. X, 5.


»... jede Art des Blutvergießens galt ihnen als Todsünde.«
Quelle: Seifert/Pawlik, a.a.O., S. 311

Verbrennen von der Inquisition Verurteiler Stick aus dem 16. Jahrhundert

Verbrennen von durch die Inquisition verurteilter »Ketzer« - Stich aus dem 16. Jahrhundert

In einer Würzburger Handschrift aus der Zeit der Ketzer­verfolgung finden sich unter anderem folgende Aussagen:


»Sie behaupten, die Taufe sei bei Kindern deshalb unwirksam, weil sie noch nicht wirklich glauben können.«

»Sie behaupten, das Sakrament der Firmung sei wertlos, aber anstelle dieses Sakraments legen ihre Lehrer ihren Schülern die Hände auf.«

»Sie behaupten, der Leib und das Blut Christi seien nicht echt, sondern nur gesegnetes Brot, das in gewisser Weise Leib Christi genannt wird.«

»Es sei nicht erlaubt, Tiere zu töten, Fische und dergleichen...«

Quelle: Cod. Wirceburg., 190 fol.

Völkermord Folterarten

Blutige Ketzerverfolgung - immer unter dem Zeichen des Kreuzes.

Wer sich weigerte, Tiere zu töten, galt nachweislich als »Ketzer«

Die kirchliche Inquisition des Mittelalters ließ sogar Menschen umbringen, die sich weigerten, Tiere zu töten. Als Beweis seiner Rechtgläubigkeit musste ein Verdächtiger öffentlich ein Tier schlachten. Tat er dies nicht, galt er als Ketzer überführt.


In einem Buch über das Papsttum ist zu lesen: »Durch die Bischofsversammlung in Goslar im Jahre 1051 wurden mehrere als Ketzer zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten: Denn es entspräche den Anschauungen der Katharer, keine Tiere zu töten.«
Quelle: Graf von Hoensbroech: Das Papsttum in seiner sozial-kulturellen Wirksamkeit, Volksausgabe, Leipzig, Breitkopf und Härtel, 1904, Seite 35.

Völkermord Ketzerverbrennung

Ketzerverbrennung.

Kreuzzug gegen die Katharer

Die Gemeinschaft der Katharer in Südfrankreich, die der ursprünglichen Lehre von Jesus, dem Christus, nachfolgten, weder Menschen noch Tiere töteten und ausschließlich von Pflanzen lebten, wurde durch einen regelrechten Kreuzzug der römischen Kirche ausgelöscht.


»Wenn ihr sie nicht bekehren könnt, dann tötet sie!« - Dies forderte der Mönch Bernhard von Clairvaux im Kreuzug gegen die Katharer. Unglaublich: Der Kreuzzugprediger wurde 1174 heiliggesprochen und 1830 zum Kirchenlehrer ernannt.


Papst Alexander III. beschloss im Jahre 1179, dass jeder, der mit »Irrgläubigen« Umgang hatte oder sie aufnahm, dem Bannfluch verfallen war. Die Häuser derer, die Ketzer unterstützt hatten, wurden zerstört und durften nie wieder aufgebaut werden. Wer nicht gegen sie in den Krieg ziehe, sei vom »Empfang des Leibes und Blutes des Herrn« ausgeschlossen. Dafür versprach er jedem zwei Jahre Ablass, wenn er gegen Ketzer kämpfe.


Der Kreuzzug gegen die Katharer wurde 20 Jahre lang von 1209-1229 geführt. Papst Innozenz III. (1161-1216) versprach jedem, der sich am Kreuzzug gegen die Katharer beteiligte, einen Ablass seiner Sünden.


So sammelte sich ein Heer von bis zu 200.000 Kreuzfahrern, um das Städtchen Béziers anzugreifen. Alle Einwohner, etwa 20.000 Menschen, wurden in einem Massaker getötet und die Stadt wurde niedergebrannt. Der päpstliche Gesandte, Abt Arnaud Amaury, soll den Kreuzfahrern auf die Frage, wie sie denn die Ketzer von den anderen Bewohnern unterscheiden sollten, geantwortet haben: »Tötet sie! Denn der Herr kennt die Seinen!« (»Caedite eos! Novit enim Dominus qui sunt eius!«).


Das nächste Ziel war Carcassonne, wo die Kreuzritter am 1. August 1209 eintrafen. Die Stadt war mit Flüchtlingen überfüllt. Nach zweiwöchiger Belagerung bot sie ihre Kapitulation an. Als die Kreuzritter die Stadt eroberten, waren fast alle Einwohner durch unterirdische Gänge in die umliegenden Wälder geflohen. Von den verbliebenen 500 Einwohnern, vor allem Greise, Kranke und Kinder, durften 100 die Stadt nackt, »nur mit ihren Sünden beladen«, verlassen, die anderen 400 wurden verbrannt oder gehängt.

Vertreibung der Katharer aus Carcasonne 1209 Französische Buchillustration Kopie

Vertreibung der Katharer aus Carcasonne 1209.

Bild: Alte französische Buchillustration

Im Juli 1210 wurden in der Stadt Minerve mindestens 140 Katharer auf einem großen Scheiterhaufen verbrannt.


Im Mai 1211 wurden etwa 400 Menschen in Lavaur auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Bürgermeisterin, eine Katharerin, warf man bei lebendigem Leibe in einen Brunnen.


1243 belagerte ein 10.000 Mann starkes Heer die Katharer auf dem Montségur. Nach fast einem Jahr Belagerung wurden 225 Katharer auf einem großen Scheiterhaufen zum Osterfest lebendig verbrannt, weil sie die geforderte Unterwerfung unter den Glauben der römischen Kirche verweigerten.

Katharer Burg © Raymond Thill  Shutterstock

Uneinhembar: Die Katharerburg auf dem Montségur.

In Städten und Dörfern wurde die Inquisition als Waffe eingesetzt und regelrechter Gesinnungsterror ausgeübt. Die 1229 unter Papst Gregor IX. tagende Synode von Toulouse verschärfte die Bestimmungen gegen die »Ketzer«: Ihre geheimen Zufluchtsorte sollten aufgespürt werden. Wer einen Ketzer verbarg, wurde mit dem Verlust des Vermögens oder gar mit dem Tod bedroht. Jedes Haus, in dem man einen Ketzer fände, sollte niedergerissen werden. Wer mit einem Ketzer verkehrte, war ebenso verdächtig. Der auf eine Vorladung nicht Erschienene oder Flüchtige galt ohne weiteres als schuldig. Wer erschien, wurde eingekerkert. Wessen Name in einem Verhör genannt wurde, fiel ebenfalls der Inquisition zum Opfer. Bis Ende des 13. Jahrhunderts waren die Katharer in Südfrankreich ausgerottet.

Unter der Verfälschung der Lehre Jesu mussten und müssen Unzählige leiden, Menschen und Tiere

Im Mittelalter wurden im Zeichen des Kreuzes und unter dem Schlachtruf »Gott will es!« (»Deus lo vult!«) in den Kreuzzügen »Irrgläubige« zu Tausenden hingemetzelt. Während der Inquisition wurden unter dem Kreuz Millionen Menschen gefoltert und verbrannt - angeblich »im Namen Gottes«. Die tierfreundlichen urchristlichen Bewegungen wurden immer wieder durch die römische Kirche verfolgt und ausgelöscht. Stattdessen setzte sich eine tierfeindliche Lehre durch.


Von Kaiser Konstantin, durch den aus machtpolitischen Gründen ab dem Jahr 313 n. Chr. das Christen­tum von einer verfolgten Minderheitsreligion zu einer staatlich geförderten Religion und schließlich zur Staatskirche wurde, wird berichtet, dass er Vegetariern Blei in den Hals geschüttet habe. Christen, die bisher Pazifisten waren, mussten nun Kriegsdienst leisten. Seither ist die Geschichte des Christentums eine Geschichte der Unterdrückung und des Tötens.


Bereits auf dem frühkirchlichen Konzil Ancyra im Jahr 314 n. Chr. wurde beschlossen, »dass die, die in der Geistlichkeit Priester und Diakonen waren und sich des Fleisches enthielten, es kosten sollten ... wenn sie aber Abscheu zeigten, nicht einmal das mit Fleisch vermischte Gemüse zu essen ... sind sie aus dem Amte zu entfernen«. Priester, die kein Fleisch aßen, galten fortan als »Irrlehrer« (Häretiker).


Papst Johannes III formulierte auf der Synode von Braga im Jahr 561 einen Bannfluch, der nicht nur für Priester, sondern jeden Christen galt und heute noch gültig ist:

»Wer die Fleischspeisen, die Gott zum Gebrauch der Menschen verliehen hat, für unrein hält und ... sich ihrer so enthält, dass er nicht einmal von Gemüse, das mit Fleisch gekocht wurde, kostet, ... der sei mit dem Anathema belegt.« (Anathema = Verfluchung und Kirchenbann)

Metzger Fleischhacker von 1465

Bild: Metzer (»Fleischhacker«) im Mittelalter. Dass die Tiere in unserer Gesellschaft millionenfach so unsagbar leiden müssen, ist nicht zuletzt auf die tier-feindliche Lehre der Kirche zurückzuführen.

Wenn auch einzelne Pfarrer oder Priester versuchen, sich innerhalb der Kirche für Tierschutz einzusetzen, stehen sie damit im Gegensatz zur Lehre ihrer Kirche. Denn die Kirchenlehre rechtfertigt bis heute Massentierhaltung, Tiertransporte, Schlachthöfe, Tierversuche und Jagd.
· Bild: Metzger Fleischhacker von 1465. Seite aus dem Hausbuch der Nürnberger Zwölfbrüderstiftung, Amb. 317.2° Folio 83 verso (Mendel I)

Dass der Mensch, dem die Schöpfung untertan sei, Tiere töten und essen und auch peinigen darf, ist Kirchenlehre seit Augustinus und Thomas von Aquin.


Kirchenvater Augustinus (354–430) lehrte, dass nur Menschen eine unsterbliche Seele haben. Tiere seien ohne Vernunft.


Thomas von Aquin (1225-1274), der zu den bedeutendsten Kirchenlehrern der römisch-katholischen Kirche zählt, lehrte, dass Tiere als »unvernünftige Wesen« nicht Gegenstand der Moral seien und machte sie zum »Ding«.


Descartes (1596-1650), Philosoph und Jesuitenschüler, griff diese Lehre auf und erklärte die Tiere zur »bloßen Sache«. Er bezeichnete die Tiere »als Maschinen und Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele.«


Im Katechismus der katholischen Kirche ist heute zu lesen:

»2417 Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen... Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind sittlich zulässig...«

»2418 ... Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.«

Hubertusmesse  Shutterstock AI

Hubertusmesse: Jedes Jahr im Herbst segnen Pfarrer die Jäger, ihre Waffen und die Strecke der getöteten Tiere.

Bild: Shutterstock AI

Jedes Jahr im Herbst finden überall in den Kirchen die sogenannten Hubertusmessen statt. Priester und Pfarrer segnen Jäger, Jagd und die »Strecke« der getöteten Tiere.

Dies ist ein blutiger Etikettenschwindel: Denn der heilige Hubertus, in dessen Namen diese Messen stattfinden, hat in den Tieren Christus erkannt und mit der Jagd aufgehört. Der Legende nach war Hubertus ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch schießen wollte, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: »Hubertus, warum jagst du mich?« Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Moment an entsagte Hubertus der Jagd.

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Hubertusmesse Salzburg respektiere

Hubertusmesse bei Salzburg.

Bild: Respektiere.at

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Der heilige Hubertus, auf den sich Jäger und Pfarrer in so genannten "Hubertusmessen" berufen, hat Christus im Tier erkannt und der Jagd entsagt!

Ausgerechnet Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu, sowie Ostern, das Fest Seiner Auferstehung, sind wahre Tötungsorgien: Die Leichen von Millionen von Gänsen und Enten landen auf dem festlich gedeckten Tisch, während man das Jesus-Püpplein dekorativ in die Krippe zu Ochs und Eselchen legt.

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Weihnachten - Fest der Liebe zu Mensch und Tier

Jesus kam auch für die Tiere

Weihnachten Gans essen Shutterstock AI

»Die Menschen feiern ihre Weihnacht, indem sie unzählige Gottes­geschöpfe töten.« (Manfred Kyber)

Bild: Shutterstock AI

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Lamm zu Ostern hat eine lange, angeblich »christliche« Tradition.

Bild: leopictures - Shutterstock.com

Jesus liebte die Tiere: Er trieb die Tierhändler aus dem Tempel und ließ die Tiere frei

Auf Jesus von Nazareth kann sich die Kirche dabei nicht berufen. Denn Jesus liebte die Tiere und trieb die Tierhändler mit der Peitsche aus dem Tempel. Dass Jesus Christus nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Tiere auf die Erde kam, wurde durch Seine Geburt im Stall zu Bethlehem deutlich: Er kam mitten unter den Tieren zur Welt.

Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Erich Grässer (1927-2017), Ordinarius für Neues Testament an der Universität Bonn, bemerkte vor einigen Jahren treffend:
»Was ist mit Kirche und Tierschutz? Ich muss an dieser Stelle deutlich werden: Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema "Kirche und Tierschutz" im 20. Jahrhundert ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie das Thema "Kirche und Hexenverbrennung" im Mittelalter.«


Aufgrund der tierfeindlichen Haltung und Lehre der katholischen Kirche - und ebenso der lutherischen Kirche - wurden und werden Milliarden und Abermilliarden Tiere unter grausamen Bedingungen in Massenställen eingepfercht und geschlachtet - mit dem ausdrücklichen Segen der Kirche.

Mahnmal gegen Tierversuche Monika Ritter (@monika.ritter_bildh) • Instagram-Fotos und -Videos Kopie

Seit 2023 steht in Erlangen ein Mahnmal für Tierrechte gegen Tierversuche.

Das Werk der Bildhauerin Monika Ritter wurde initiiert von »Ärzte gegen Tierversuche«.

Bei der Eröffnung des Tierversuchszentrums in Erlangen 2005 wurde ein Gottesdienst der katholischen und evangelischen Kirche abgehalten - mit kirchlichem Segen für das Zentrum und die dort durchzuführenden Tierversuche.

Bild: monikaritter.de/bildhauerei/ · www.instagram.com/monika.ritter_bildh

Millionen Wildtiere werden von Jägern erschossen - die Kirche segnet die Jäger Jahr für Jahr in Hubertusmessen, auf dem Altar liegt der brutal erschossene Hirsch. Millionen und Abermillionen Tiere leiden und sterben Jahr für Jahr in Tierversuchslaboren - mit dem Segen der Kirche. Aber sicher nicht mit dem Segen Gottes!

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Hubertusmesse: Priester und Pfarrer segnen Jäger, Jagd und die »Strecke« der getöteten Tiere.

Bild: Respektiere.at

Heute wendet sich das Blatt. Immer mehr Menschen sind Vegetarier und Veganer - und sie müssen nicht mehr fürchten, schief angesehen oder belächelt zu werden. Und immer mehr Menschen prangern die Tierfeindlichkeit der Kirche an: Tierfreunde protestieren, wenn Pfarrer und Priester neu gebaute Tierversuchszentren segnen. Sie protestieren gegen die sogenannten Hubertusmessen, in denen Pfarrer und Priester die Jäger und ihre Waffen segnen sowie die »Strecke« der grausam abgeknallten Tiere.

Kein Wunder also, dass immer mehr Tierfreunde - und nicht nur diese - aus der Kirche austreten.

Literatur:

· Die verheimlichte Tierliebe Jesu. Verlag Das Brennglas, 2006
pdf-download

· Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche. Verlag Das Brennglas, 2003
pdf-download

· Ulrich Seifert: Vegetarier - Gottlose Ketzer? Was Fleischesser und Vegetarier gleichermaßen wissen sollten. Gabriele-Verlag Das Wort, 2012.

· Petra Seifert/Manfred Pawlik Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten. Aus den Akten der Inquisition, Pattloch Verlag, Augsburg 1997

· Michel Roquebert: Die Geschichte der Katharer - Häresie, Kreuzzug und Inquisition im Languedoc. Reclam, 2012

· Otto Rahn: Kreuzzug gegen den Gral: Die Geschichte der Albigenser. Verlag Zeitenwende, 4. Aufl. 2018.

· Die Bogomilen - Verfolgte Gottesfreunde in Südosteuropa.
https://die-bogomilen.de

· Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche.
kirchenopfer.de

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss. Im Dezember 2025 tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste. Im November 2025 tötete ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. weiterlesen

DVD gibt den Tieren eine Stimme: Der Hase und der Tod – Stumme Bitten

Der Schnee lag kalt und weiß auf freiem Felde.

Ein Hase und seine Frau suchten Futter. Die Pfoten froren. Es war ein mühsamer Weg, und der Wind pfiff über die Fläche. Die Ausbeute war kümmerlich. Man musste erst den Schnee fortkratzen, um etwas Essen zu finden.

Die Pfoten wurden so leicht wund dabei. Man musste sie dazwischen immer wieder ablecken. Auch war die Frau des Hasen leidend. Ein Bein war ihr zerschossen worden. Sie humpelte hilflos und gebrechlich über den Schnee.

»Ach, diese schrecklichen Jagden!« seufzte die Häsin. »Töten ist doch kein Vergnügen! Sogar Wölfe reißen aus Hunger, nicht aus Lust am Töten.«

»Es sind eben keine Wölfe, sondern Menschen«, sagte der Hase.


Manfred Kyber (1880-1933) war ein deutscher Schriftsteller und Tierschützer, der vor allem durch seine besonderen Tiergeschichten bekannt geworden ist. Aus zwei seiner Geschichten hat der Verlag Das Brennglas einen ergreifenden Zeichentrickfilm auf DVD produziert.

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DVD: „Stumme Bitten“ · „Der Hase und der Tod“ als Zeichentrick-Filme

Artikelnummer: 321

»Die Welt ist voll von stummen Bitten, die nicht gehört werden. Es sind Menschen, die sie nicht hören. Es scheint unmöglich, diese stummen Bitten zu zählen. So viele sind es. Aber sie werden alle gezählt. Sie werden gebucht im Buche des Lebens.« (Manfred Kyber) Ein Zeichentrickfilm, der unter die Haut geht, die »stumme Bitten« hörbar macht und den Tieren mit ergreifenden Bildern eine Stimme gibt!

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Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter