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Rindfleisch und Milch können Darmkrebs verursachen

Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums:

Erreger in Rindfleisch und Milch können Darmkrebs

verursachen

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums

wiesen infektiöse Erreger aus Milch und Rindfleisch in unmittelbarer Nähe von Tumoren nach. "Die Ergebnisse unterstützen unsere Hypothese, dass der Konsum von Milch und Rindfleisch ursächlich mit der Entstehung von Darmkrebs in Zusammenhang steht", so Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen. · Bild: Toa55 Shutterstock

Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums können infektiöse Erreger in Milch und Rindfleisch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielen. Die Wissenschaftler um Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen wiesen »Bovine Meat and Milk Factors« bei Darmkrebspatienten in unmittelbarer Nähe von Tumoren nach.

»Bovine Meat and Milk Factors« (BMMFs) aus Milchprodukten und Rinderseren in 15 von 16 Darmkrebs-Gewebeproben nachgewiesen

In der Studie, die im Fachmagazin PNAS veröffentlicht wurde, weisen die Forscher nach, dass »Bovine Meat and Milk Factors« (BMMFs) aus Milchprodukten und Rinderseren zu lokalen chronischen Entzündungen führen, welche Mutationen auslösen und damit langfristig die Krebsentstehung fördern. Die Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums wiesen BMMFs in 15 von 16 Darmkrebs-Gewebeproben nach. Sie können sich in menschlichen Zellen vermehren und bilden dort ein Proteinprodukt mit dem Namen Rep, das sie für ihre Vermehrung benötigen.

Um herauszufinden, ob die Anwesenheit von BMMFs und die damit verbundene chronische Entzündung tatsächlich mit Darmkrebs in Verbindung steht, untersuchten die Forscher Darmkrebsproben und verglichen sie mit Darm-Gewebeproben einer Gruppe jüngerer krebsfreier Kontrollpersonen.

Ergebnis: Bei den Krebspatienten wiesen 7,3 Prozent aller Darmzellen in der Tumorumgebung das Proteinprodukt Rep in Kombination mit entzündungsförderndem Makrophagen auf. Bei den Darmzellen der gesunden Kontrollgruppe waren es mit nur 1,7 Prozent signifikant weniger.

»Der Konsum von Milch und Rindfleisch steht ursächlich mit der Entstehung von Darmkrebs in Zusammenhang«

Ein weiterer Hinweis auf entzündliche Prozesse waren die erhöhten Spiegel an reaktiven Sauerstoffverbindungen, welche die Forscher in der Umgebung der Rep-positiven Zellen nachweisen konnten. »Solche Sauerstoffradikale begünstigen die Entstehung von Erbgutveränderungen«, erklärt Prof. Dr. med. Dr. h.c. Harald zur Hausen.

»Wir betrachten die BMMFs daher als indirekte Krebserreger, die teilweise wahrscheinlich über Jahrzehnte hinweg auf die sich teilenden Zellen der Darmschleimhaut einwirken«, so der Nobelpreisträger für Medizin. »Die Ergebnisse unterstützen unsere Hypothese, dass der Konsum von Milch und Rindfleisch ursächlich mit der Entstehung von Darmkrebs in Zusammenhang steht und eröffnen gleichzeitig Möglichkeiten zum präventiven Eingreifen.«

Quellen:
· Deutsches Krebsforschungszentrum: Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können. Pressemitteilung vom 15.3.2021
· Harald zur Hausen, Timo Bund, Ekaterina Nikitina et al: Analysis of chronic inflammatory lesions of the colon for BMMF Rep antigen expression and CD68 macrophage interactions. PNAS 23.3.2021
www.pnas.org/content/118/12/e2025830118