Sind Wildtiere von Natur aus scheu?

Wilde Tiere

Wilde Tiere

haben in unseren Großstädten einen neuen Lebensraum gefunden. Inzwischen gibt es Füchse in fast jeder Stadt und Rehe in fast jedem größeren Stadtwald. Bild: Pim Leijen · fotolia.com

Von Julia Brunke

Immer mehr Wildtiere zieht es in die Nähe der Menschen. Es scheint unglaublich: In unseren Großstädten findet sich eine ganz erstaunliche und immer weiter zunehmende Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten. Und je größer die Stadt, desto vielfältiger und reichhaltiger ist ihr Tierleben. Füchse ziehen ihre Jungen seelenruhig vor den Augen der Spaziergänger in Parks groß, Wildschweine laufen am helllichten Tage mit ihrem Nachwuchs durch die Grünanlage, Waschbären ziehen im Gartenhäuschen ein, Habichte und Wanderfalken nisten mitten in der Innenstadt.

Berlin

Berlin

gilt als »Hauptstadt der Wildschweine«. Bild aus: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

"Schneewittchen und die 7 Zwerge",

"Schneewittchen und die 7 Zwerge",

so tauften die Berliner diese Wildschweinfamilie. Bild: Florian Möllers

Städte - Inseln der Artenvielfalt

"Die Wildnis drängt in die Städte und ehemals scheue Tierarten, die sich, solange man denken konnte, vom Menschen fernhielten, werden zu einem Teil der Stadtnatur", schreibt Bernhard Kegel in seinem neuen Buch "Tiere in der Stadt". Inzwischen gibt es sogar eine eigene Wissenschaftsdisziplin, die sich mit den wild lebenden Tieren und Pflanzen der Städte beschäftigt: die Stadtökologie.

Es scheint, als habe sich eine Umkehr vollzogen: Auf dem Land verkommen ehemals fruchtbare und lebensfreundliche Flächen durch die industrielle Landwirtschaft mit ihren giftigen Spritzmitteln, intensive Düngung und Monokulturen zu regelrechten Agrarwüsten. In einem Umland der Monotonie werden Städte zu Inseln der Artenvielfalt, die Lebensraum für unzählige Tierarten bieten. Der in München lebende Naturforscher Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der TU München war, spricht bei den großen Städten gar von "Rettungsinseln der Artenvielfalt". Er meint damit, dass viele Tierarten, die eigentlich vom Aussterben bedroht sind, in den Städten überleben können.

"Die Zugewinne in der neuen städtischen Artenvielfalt waren keineswegs nur irgendwelche, früher vielleicht einfach übersehene Kleintiere und exotische Pflänzchen, sondern durchaus auffällige Arten wie Wildschwein und Biber, Wanderfalke und seltene europäische Entenarten", schreibt Reichholf in seinem Buchbeitrag "Städte Insel der Artenvielfalt" (in: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt). Wanderfalken ziehen am Kölner Dom, am Roten Rathaus in Berlin oder den Türmen der Münchner Frauenkirche ihre Jungen groß. In München hat sich infolge der Renaturierung der Isar sogar der Biber wieder angesiedelt, der eigentlich als extrem menschenscheu gilt. Sogar Feldhasen wurden zu Stadthasen. "Verständlicherweise, denn wie die Kaninchen werden sie in der Stadt, wenn überhaupt, weit weniger gejagt als draußen in der freien Natur"", so Reichholf.

Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke

Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke

brütet in Berlin im Turm des Roten Rathauses. Bild aus: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

Auf jeden Münchner kommt ein Vogel

In einer europäischen Großstadt leben durchschnittlich mehr als 10.000 unterschiedliche Arten. Die Städte sind sehr reich an Strukturen, viel reichhaltiger, als das ausgeräumte, intensiv genutzte Land. "Gebäude aller Art bieten Sonnen- und Schattenseiten, Unterschlupf und Nistplätze; Gärten bilden Mosaike von buntem Grün; Parkanlagen locken mit Licht und Nahrungsfülle, weil auf den Freiflächen nicht produziert" wird wie draußen auf der Flur", erklärt der renommierte Biologe Prof. Dr. Reichholf (ebda.). Und was mindestens genauso wichtig ist: Die Städte sind nicht überdüngt - es wird in den Städten keine Gülle ausgefahren oder im großen Stil künstlich gedüngt. Daher bieten sie den Pflanzen den Lebensraum, den sie brauchen: In einigen Städten finden sich doppelt so viele Wildpflanzenarten wie in ihrem Umland.

Die Vielfalt an Pflanzen bietet wiederum einen Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren: Im Park der Zoologischen Staatssammlung München leben 650 verschiedene Schmetterlingsarten das ist eine Zahl, wie man sie vielleicht in einigen wenigen sehr guten Naturschutzgebieten finden kann. Und auch mit seinen 110 verschiedenen Brutvogelarten kann es München mit den meisten bayerischen Naturschutzgebieten an Artenvielfalt durchaus aufnehmen. Auf jeden Münchner kommt ein Vogel mindestens. Und auf jeden der dreieinhalb Millionen Berliner kommt sogar mindestens ein Vogelpaar.

In der Hauptstadt brüten über 150 Vogelarten das sind zwei Drittel aller Vogelarten, die in Mitteleuropa zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen vorkommen. "Hamburg konkurriert mit noch mehr Arten", schreibt Reichholf in seinem Buchbeitrag "Städte Insel der Artenvielfalt" (in: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt). "Küstenvögel, die naturgemäß in Berlin nicht vorkommen, kommen in Hamburg ja dazu." Und in Köln seien mit bis zu 1150 Brutpaaren pro Quadratkilometer die bislang dichtesten Brutvogelbestände überhaupt nachgewiesen worden. "Sortiert man die Städte nach ihrer Größe, so gilt: je größer die Stadt, desto reichhaltiger die Vogelwelt und umso zahlreicher auch der Brutbestand an Vögeln", so Reichholf (ebda.) Aber auch Fledermäuse fliegen in der Dämmerung und im Dunkeln durch die Parks.

Bernhard Kegel schreibt in "Tiere in der Stadt": Unter Ornithologen kursiert ein Witz, bei dem man allerdings bei näherer Überlegung nicht weiß, ob man ihn wirklich komisch finden soll: Wenn ein südamerikanischer Kollege nach Deutschland käme, um die hiesige Vogelwelt kennenzulernen, schickte man ihn am besten..., ja, wohin? In die Nationalparks und Biosphärenreservate, in den Harz oder Bayerischen Wald, nach Hiddensee, ins Untere Odertal? Nein, in die Hauptstadt, nach Berlin! An kaum einem anderen Ort in diesem Land, schon gar nicht in der viel gerühmten, aber intensiv genutzten Kulturlandschaft lassen sich so viele Vogelarten (151) auf so kleiner Fläche (892 Quadratkilometer) beobachten.

In keiner anderen deutschen Stadt

In keiner anderen deutschen Stadt

gibt es so viele Turmfalken wie in Berlin: Hier brüten etwa 180 bis 250 Turmfalkenpaare. Auch Waldkauz, Schleiereule und andere Fels-, Nischen- und Höhlenbewohner wie Mauersegler, Mehlschwalbe, Ringeltaube sowie verschiedene - auch seltene - Fledermausarten haben längst die Stadt als Lebensraum erobert. Bild: Jearu - Fotolia.com

"Unter Ornithologen kursiert ein Witz, bei dem man allerdings bei näherer Überlegung nicht weiß, ob man ihn wirklich komisch finden soll: Wenn ein südamerikanischer Kollege nach Deutschland käme, um die hiesige Vogelwelt kennenzulernen, schickte man ihn am besten..., ja, wohin? In die Nationalparks und Biosphärenreservate, in den Harz oder Bayerischen Wald, nach Hiddensee, ins Untere Odertal? Nein, in die Hauptstadt, nach Berlin! An kaum einem anderen Ort in diesem Land, schon gar nicht in der viel
gerühmten, aber intensiv genutzten Kulturlandschaft lassen sich so viele Vogelarten (151) auf so kleiner Fläche (892 Quadratkilometer) beobachten."
Bernhard Kegel in: Tiere in der Stadt

In Berlin kann man Wildschweine

In Berlin kann man Wildschweine

so hautnah und vertraut erleben, wie sonst wohl nirgends in Europa. Auf 890 Quadratkilometer Berliner Stadtgebiet sollen etwa 6.000 Wildschweine leben. Wildschweinmütter bringen ihre Jungen in Vorgärten, Gartensiedlungen und Parks zur Welt - und lassen sich von Anwohnern, Spaziergängern, Auto- und Fahrradfahrern nicht stören. Bild: Photohunter - Fotolia.com

Berlin: Hauptstadt der Tiere

Berlin gilt als Hauptstadt der Tiere: In keiner anderen europäischen Stadt gibt es so eine große Arten- und Pflanzenvielfalt. Mehr als 20.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten kommen inzwischen in der Bundeshauptstadt vor. Mittlerweile leben in Berlin mehr Nachtigallen als in ganz Bayern. Und der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke brütet im Turm des Roten Rathauses. Und neben mehr als 150 Brutvogelarten leben in Berlin 53 Säugetierarten.

In Berlin ist nur ein Viertel von 890 Quadratkilometern Stadtfläche bebaut. Die innerstädtische Waldfläche erstreckt sich über 161 Quadratkilometer. Nahezu 2500 Parks und Grünanlagen bilden ein Mosaik von Lebensräumen im gesamten Stadtgebiet. 6 Prozent der Stadtfläche besteht aus einem weitverzweigten Netz von Flüssen, Kanälen, Seen, Teichen, Feuchtgebieten und Kleingewässern. Hinzu kommen zahllose Kleingärten und verwilderte Brachen an aufgegebenen Bahntrassen, ehemaligen Industriegebieten und im Bereich des ehemaligen Mauerstreifens. Das "grüne Berlin" ist zum Lebensraum einst extrem menschenscheuer Wildtiere geworden.

"In Berlin gebären Wildschweinmütter ihre Jungen in einem wenige Meter breiten Waldstreifen zwischen der Autobahn und einer Parallelstraße, in der jedes Wochenende Tausende von Fitnessfans mit Rädern oder Rollerskates entlangrasen", schreibt der in Berlin lebende Stadtökologe Bernhard Kegel. "Kaninchen fühlen sich in unmittelbarer Ku"dammnähe auf einer kaum fußballplatzgroßen, mit Rasen und Büschen bepflanzten Verkehrsinsel wohl." (in: Tiere in der Stadt)

Auf den 890 Quadratkilometern des Berliner Stadtgebiets sollen etwa 6.000 Wildschweine leben sie wissen das reichhaltige Menü der Kleingartenanlagen zu schätzen. Florian Möllers berichtet in seinem Buch "Wilde Tiere in der Stadt" von Schneewittchen, einer jungen Wildschweinmutter, die in der Waldsiedlung Zehlendorf in einem kleinen Gebüsch unter dem Küchenfenster von Nr. 191 Mitte März ihre Jungen bekam: "Nachdem der erste Schrecken über die ungewöhnlichen Untermieter verflogen war, hatte die Anwohnerin sofort die Polizei verständigt. Zusammen mit den Berliner Forsten wurde daraufhin der bereich des Wurfkessels, eine flache Mulde überhäuft mit Zweigen, Gras und anderem Pflanzenmaterial, großräumig mit einem Flatterband gekennzeichnet. Die Nachricht von die süßen Kleenen" verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Eine fürsorgliche Gruppe von Wildschweinsympathisanten formierte sich, nachdem die Ausflüge der jungen Familie immer weiter Richtung Bürgersteig und Straße führten. Bald hingen an Laternenpfählen, Baugruben und Straßenbäumen selbst gedruckte Hinweisschilder: 2Vorsicht Wildschweine! Bitte langsam fahren!""

Die junge Wildschweinfamilie wurde nicht nur in Zehlendorf zu einer Attraktion - aus ganz Berlin und Umgebung reisten Wildschweintouristen an, um die Tiere einmal aus so unmittelbarer Nähe zu sehen.

Als Schneewittchen und ihre sieben putzmunteren Frischlinge gepflegte Rasenflächen und Vorgärten auf der Suche nach Nahrung umpflügten, wurde es manchen Anwohnern zu viel: "Natürlich wolle man sie nicht gleich erschießen, erklärten die Wildschweingegner, aber ob man sie denn nicht fangen und woanders aussetzen könne?" Marc Franusch, Pressesprecher der Berliner Forsten, versuchte die Wildschweinnachbarn bei einem Ortstermin zu beruhigen: "Wenn die Tiere nicht gefüttert werden, dann zieht die Mutter mit ihren Kleinen in spätestens zwei bis drei Wochen zurück in den Wald." Es sollte allerdings sechs Wochen dauern, bis Schneewittchen ihre sieben Zwerge wohlbehalten zurück in den Wald führte. (Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt)

"Wenn es Probleme gibt mit Wildschweinen im Stadtgebiet, dann liegt das eigentlich immer an Leuten, die die Tiere füttern", berichtet Derk Ehlert, Wildtierreferent des Berliner Senats. Denn wenn die Tiere gefüttert werden, suchen sie diese Orte immer wieder auf und können dann beim Stöbern durchaus Schäden verursachen.
In der Regel bedeutet das ihr Todesurteil, weil dann ganz sicher irgendjemand den Jäger ruft. Im Übrigen kann das Füttern mit unnatürlicher Nahrung wie Kuchen oder Süßigkeiten bei den Tieren zu Organschäden oder Stoffwechselerkrankungen führen. Somit ist das Füttern eine falsch verstandene Tierliebe.

In den Berliner Parks kann man Füchse beobachten, während sich nur paar Schritte weiter unbekümmert Wildkaninchen tummeln. Derk Ehlert hat sogar schon beobachtet, dass sich in der Nähe des Hauses der Kulturen der Welt Kaninchen und Füchse einen Bau teilen. Unter dem Titel "Seltsame Wohngemeinschaft" schrieb die Berliner Morgenpost: "Ehlert kannte den Kaninchenbau schon lange. Ein Bau mit vielen Ein- und Ausgängen. Und er hatte schon häufiger beobachtet, wie Kaninchen rein- und raushoppelten. Eines Tages aber schlüpfte aus einem Loch ein Fuchs. Ganz friedlich." (Berliner Morgenpost, 18.9.2011) "Burgfrieden" wird dieses friedliche Zusammenleben von Beutegreifern und Beutetieren in der Fachliteratur genannt.

Der Wildtierreferent des Senats beruhigt Anwohner, wenn sie sich Sorgen wegen Tollwut und Fuchsbandwurm machen: Seit mehr als 20 Jahren wurde die Fuchstollwut nicht mehr registriert, seit vielen Jahren auch kein Fuchs mit Bandwürmern mehr gefunden. Wer keinen Fuchs im Garten haben will, sollte sich Nachbars Hund einmal ausleihen: "Um einen Fuchs zu vertreiben, muss man nicht auf ihn schießen. Es reicht meist, in seinem Revier mit einem Hund spazieren zu gehen und es ihn markieren zu lassen. Füchse haben Angst vor Hunden. Binnen drei Wochen sind die Tiere weg", so Derk Ehlert im NABU-Magazin "Naturschutz heute" 1/2012.

In einem Park mitten in München

In einem Park mitten in München

ist diese Fuchsfamilie zu bestaunen. Zwei Tierfreundinnen haben diese Fotos mit ihrer Handykamera gemacht: »Insgesamt sind es fünf Junge und zwei Elterntiere. Man ist rundherum (also Anwohner, Arbeitende, Spaziergänger und Touristen) begeistert!« Bild: M. Haberl

Fuchsfamilie mitten in München

Fuchsfamilie mitten in München

Bild: A. Hauer

Stadtbevölkerung Tieren gegenüber viel toleranter

Neben dem reich strukturierten Lebensraum, den die Großstädte bieten, gibt einen weiteren wichtigen Grund, der die Wildtiere in unsere Metropolen zieht: Die Stadtbevölkerung ist den wild lebenden Tieren gegenüber viel toleranter eingestellt als die Landbevölkerung nicht nur gegenüber Vögeln, sondern auch Füchsen, Mardern, Waschbären und Wildschweinen. Die Tiere lernen, dass ihnen die Städter nichts anhaben wollen.

So traut sich der Fuchs in den Städten anders als auf dem Land wieder am Tage ins Freie, da er sich hier nicht mehr vor den Jägern verstecken muss. "Man könnte sich wie auf den weltfernen Galapagosinseln wähnen, wenn Füchslein im hellen Sonnenschein zur Terrasse eines Hauses schlendern, um sich dort zu einem Schläfchen zusammenzurollen. Oder wenn im Stadtpark der Waldkauz im Eingang seiner Höhle sitzt und am Tag die milde Sonne genießt, ohne sich um die Menschen zu kümmern", schreibt Josef H. Reichholf in seinem Buchbeitrag "Städte Insel der Artenvielfalt" (a.a.O). Dieser Abbau der Scheu, das Wiederauferstehen der ursprünglichen Vertrautheit, mache die Stadttiere so großartig.

Reichholf berichtet von Gänsesängern, Silberreihern, Graureihern und Kormoranen, die in den Münchner Stadtgewässern vor den Augen zahlloser Menschen tauchen und Fische fangen und denen deswegen kein von der Anglerfischerei erwirktes Todesurteil durch Abschuss droht. Er berichtet von ansonsten unduldsamen Autofahrern, die plötzlich zu Kavalieren werden, wenn Mutter Ente einfach die stark befahrene Straße im Watschelgang überquert. Selbst wenn ein Marder ein Kabel in einem Auto durchbeiße, drohe ihm keine Hundertschaft der Polizei, um ihn unschädlich zu machen.

"Die Städte sind zu einer, vielleicht sogar der entscheidenden Schnittstelle zwischen Natur und Mensch geworden", so der Stadtökologe Bernhard Kegel in seinem Buch "Tiere in der Stadt". Er verweist darauf, dass in den Städten die Käufer ökologischer Lebensmittel leben, die Mitglieder der Natur- und Tierschutzverbände, die Vegetarier und Veganer.

Auf dem Land hingegen werden wild lebende Tiere bekämpft: Wehe dem Spatz, der Kirschen nascht! Wehe den arktischen Gänsen, die während des Vogelzugs auf einem Acker Rast machen! Wehe dem Reh, das an einem Baum knabbert! Wehe der Wildschweinmutter, die ihre Kinder in einem Maisfeld groß zieht! Wehe dem Hasen, der ins Gemüsebeet kommt! Es scheint, als würden die Bauern den Tieren kein einziges Körnchen gönnen und die Bauern sind es, die nach den Jägern schreien, dass mehr Tiere tot geschossen werden.

Die Verfolgung durch den Menschen hat eigentlich tagaktive Tiere wie Füchse oder Wildschweine nachtaktiv gemacht, so dass Erholungssuchende nur selten überhaupt ein Tier zu Gesicht bekommen. Denn die ständige Bejagung macht die Tiere scheu und führt zu großen Fluchtdistanzen. Auch der tierliebende Spaziergänger fällt für die Tiere in die Kategorie "Feindbild Mensch", vor dem man sich verstecken und die Flucht ergreifen muss.

Füchse - intelligente und sehr soziale Tiere

Im Fuchs vereinen sich Schönheit und sprichwörtliche Schläue, unbändiger Überlebenswille und einzigartige Anpassungsfähigkeit.
Füchse sind überaus soziale Tiere, die im Normalfall in Gruppen oder Einehe zusammen leben. Sofern der Mensch Fuchs und Füchsin am Leben lässt, ziehen beide Elternteile ihren Nachwuchs gemeinsam groß.

Füchse erfüllen eine wichtige Rolle als Gesundheitspolizei : Sie fangen hauptsächlich Mäuse, was zum Nutzen der Landwirtschaft ist, vertilgen Aas und erbeuten meist kranke oder verletzte Tiere - und tragen somit zur Gesunderhaltung der Tierpopulationen bei. Doch der Fuchs ist nicht nur Gesundheitspolizei in der Natur, sondern trägt auch zum Schutz des Waldes bei, da er Waldwühlmäuse vertilgt.

Füchse sind heute weitaus häufiger in Siedlungsgebieten anzutreffen als noch vor fünfzig oder gar hundert Jahren. In den grünen Oasen der Städte finden sie hervorragende Lebens bedingungen vor. Gärten und Parks sind reich an Deckung und Nahrung. Und: In der Stadt finden Füchse Schutz vor Jägern.

Gnadenlose Jagd auf Füchse

600.000 Füchse erlegen deutsche Jäger jedes Jahr deutschlandweit. Diese gnadenlose Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und dem Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit als tollwutfrei. Zudem ist in Deutschland kein einziger Fall einer Fuchsbandwurminfektion eines Menschen über Waldbeeren etc. dokumentiert. So berichtete das Magazin Welt der Wunder am 18.6.2012 unter Berufung auf Mediziner vom Uniklinikum Ulm und von der Universität Würzburg, die offiziell Entwarnung gaben: Dass man sich auf diese Weise mit dem Fuchsbandwurm infizieren kann, darf endgültig ins Reich der Legenden verbannt werden.

Die Initiative Schonzeit für Füchse weist darauf hin, dass eine Regulierung der Fuchsbestände mit jagdlichen Mitteln gar nicht möglich ist: Je mehr Füchse durch Jagd sterben, desto stärker steigt die Geburtenrate. Andersherum führt eine sinkende Sterblichkeit durch soziale Regulationsmechanismen der Fuchspopulationen zu weniger Nachwuchs. Diese Ansicht bestätigt der Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzbund NABU gegenüber dem FOCUS: Das Abschießen vieler Füchse stört die Sozialstruktur, was wiederum die Reproduktion ankurbelt. (FOCUS online, 16.2.2012) Studien zeigen, dass durch starke Bejagung mehr Füchsinnen trächtig werden und zudem eine größere Zahl Junge bekommen.

Dieses Füchslein hat ein Tierfreund als Waisenkind

Dieses Füchslein hat ein Tierfreund als Waisenkind

aufgenommen, als es etwa vier Wochen alt war. Inzwischen ist der Fuchs wieder in Freiheit, kommt aber jeden Abend zum Spielen im Garten vorbei. Bild: Thorsten Emberger

Informationen:
www.fuechse.info - DIE Informationsseite über Füchse
www.schonzeit-fuer-fuechse.de

An Berliner Gewässern

An Berliner Gewässern

sind in den letzten Jahren etliche Graureiher zu beobachten. Graureiher wurden lange intensiv verfolgt, so dass die Bestände stark zurückgingen. Doch als man Schonzeiten einführte, erholten sich die Bestände - und plötzlich zeigen die Graureiher ein verändertes Verhalten: Ihre Fluchtdistanz beträgt nur noch wenige Meter. Bild: lumen-digital - Fotolia.com

Ohne Jagd: Tiere verlieren die Scheu

Tatsache ist, dass die Scheu, welche die Wildtiere auf dem Land zeigen, in der Stadt abgebaut ist. Dies liegt vor allem daran, dass in der Stadt nicht gejagt wird. Der Mensch ist für die Tiere in der Stadt damit kein Feindbild mehr ganz anders in der freien Natur, in Wäldern und Feldern. Auf dem Land werden Tiere das ganze Jahr gejagt, die Städte bieten ihnen dagegen Schutz. In Parks, Gartensiedlungen und auf Brachen gibt es Nischen zum Leben, die sogar sicherer sind als die freie Wildbahn.

Früher waren Graureiher in Berlin eine Seltenheit. Nur am östlichen Stadtrand gab es einige wenige Brutkolonien. Im Jahr 2001 wurde im Zoologischen Garten das erste innerstädtische Brutpaar beobachtet. Heute leben in Berlin etliche Graureiher. Sie lassen sich vom Lärm der Menschen nicht beunruhigen.

"Irgendetwas ist mit den Vögeln geschehen", schreibt Bernhard Kegel in seinem Buch "Tiere in der Stadt". Er verweist darauf, dass die Graureiher lange intensiv verfolgt wurden, so dass die Bestände stark zurückgingen. "Doch als man Schonzeiten einführte, erholten sich die Bestände und mit ihrem Comeback zeigten die Graureiher plötzlich ein verändertes Verhalten. Nun drangen sie auch in Gebiete vor, die sie vorher wegen der Menschen gemieden hatten." Immer häufiger sind Graureiher nun in Städten zu sehen. Ihre Fluchtdistanz verringerte sich auf wenige Meter.

Bild: Pim Leijen - Fotolia.com

Bild: Pim Leijen - Fotolia.com

Tiere entwickeln neue Verhaltenskulturen

Füchse sind sehr anpassungsfähig. Ihr Speiseplan ist breitgefächert und reicht von Mäusen und Regenwürmern über Aas bis hin zu Beeren und Früchten. In den Städten finden Füchse reichlich Nahrung in Gärten, auf Komposthaufen und in Küchenresten. Beste Voraussetzungen also, um auch in Städten erfolgreich zu sein. Sie mussten nur" ihre Angst vor dem Homo sapiens besiegen , schreibt der Berliner Stadtökologe Bernhard Kegel. Doch als die ersten Fuchs-Pioniere in die Städte zogen, machten sie die Erfahrung, dass die Stadtmenschen keine Füchse töten. In einer Zeit, in der Filme wie Der Fuchs und das Mädchen von Oscarpreisträger Luc Jacquet ein Millionenpublikum in die Kinos locken, freuen sich viele Städter sogar über den Anblick von Füchsen. Wenn heutzutage ein Städter im Frühjahr einen ausgezehrten Fuchs zu Gesicht bekommt, ruft er bei den zuständigen Behörden an und fragt, ob man das arme Tier nicht füttern müsse um dann zu erfahren, dass es sich wahrscheinlich um eine Fuchsmutter handelt, die gerade ihr Winterfell verloren hat und einige Jungfüchse zu säugen hat.

Für moderne Biologen ist Fuchs nicht gleich Fuchs: sie beobachten Stadtfüchse als individuelle Tiere und nicht einfach als Exemplar einer Gattung. In seinem Buch Tiere in der Stadt erklärt Bernhard Kegel, dass die Tiere, welche in den letzten Jahrzehnten vom Land in die Städte einwanderten, besondere Tierpersönlichkeiten innerhalb ihrer Art darstellen: Sie sind die neugierigsten und am wenigsten ängstlichen Tiere, mutige Pioniere, die das Wagnis eingehen, eine neue Lebenswelt zu erobern. Ihre Gene und auch ihr Verhalten geben sie an ihre Nachkommen weiter. Verhaltensforschungen zeigen, dass Stadtfüchse und Landfüchse inzwischen sehr unterschiedliche Verhaltensformen ausgeprägt haben.

In Zürich, wo seit Jahren viele Stadtfüchse zu Hause sind, wurden im Rahmen des Schweizer Fuchsprojektes Haar- und Gewebeproben von Stadtfüchsen genommen und mit der DNA von Füchsen aus drei angrenzenden ländlichen Gebieten verglichen. "Die Ergebnisse waren erstaunlich: Obwohl viele Kilometer voneinander entfernt, waren die Füchse aus den drei ländlichen Gebieten näher miteinander verwandt als die Stadtfüchse mit den jeweils benachbarten Landfüchsen," fasst Bernhard Kegel das Ergebnis zusammen. (ebda.) Die meisten in der Stadt lebenden Füchse verlassen das Siedlungsgebiet nicht und bilden somit eine eigene "Fuchskultur".

Der Stadtökologe Bernhard Kegel berichtet, dass das Sozialleben der Stadtfüchse für die Forscher eine sensationelle Überraschung war. "Man hielt die Tiere bis in die 1970er-Jahre für Einzelgänger. Fähe und Rüde treffen nur zur Paarung zusammen und trennen sich dann wieder, das war lange und unbestritten der Stand der Dinge." David Macdonald bewies Ende der 1970er-Jahre das Gegenteil: Mithilfe der Radiotelemetrie spürte er den nächtlichen Aktivitäten von Füchsen in Oxford nach. Mit Ergebnissen, die alles auf den Kopf stellten, was man über das Sozialleben von Füchsen zu wissen glaubte: "Stadtfüchse, das bestätigen später weitere Untersuchungen, leben nicht allein, sondern in Familienverbänden, die aus einer Fähe, einem Rüden, deren Jungtieren und weiteren erwachsenen Füchsen bestehen, zumeist Schwestern oder ältere Töchter der Eltern." (ebda.) In Zürich stellten Forscher sogar fest, dass im Revier einer solchen Fuchsfamilie mehrere verwandte Männchen leben. Die Verwandten der Elterntiere haben keinen eigenen Nachwuchs, sondern beteiligen sich gemeinsam an der Aufzucht der Jungen.
Kegel verweist darauf, dass Studien zeigen, dass sich die Überlebenschancen der Fuchsjungen deutlich erhöhen, wenn mindestens ein weiteres erwachsenes Tier Nahrung herbeischafft.

Die Sicherheit der Städte, wo es Nahrung im Überfluss gibt, ermöglicht es somit den Füchsen, eine Seite ihres Verhaltensrepertoires auszuleben, für die in ländlichen Gebieten meist die Voraussetzungen fehlten, erklärt Bernhard Kegel. So wurde schon beobachtet, wie Füchse und Hauskatzen friedlich nebeneinander essen und sogar miteinander spielen.

Gibt es nicht zu denken, dass Feldhasen

Gibt es nicht zu denken, dass Feldhasen

- seit Jahren auf der Liste bedrohter Arten - in der Stadt einen Lebensraum gefunden haben, während auf dem Land ihr Lebensraum dramatisch schwindet und zusätzlich Jäger jährlich über 300.000 Feldhasen erschießen? Bild:MarFot - Fotolia.com

Erfahrung mit Artenvielfalt in Städten zeigt:

Auf dem Land muss sich etwas ändern!

Während unsere Städte zu Oasen der Artenvielfalt werden, sind auf dem Land viele Pflanzen- und Tierarten, die früher selbstverständlich waren, selten geworden oder sogar vollständig verschwunden. Rund die Hälfte der mitteleuropäischen Arten gilt als gefährdet, die Roten Listen werden von Jahr zu Jahr länger.

Artenfeind Nr. 1 ist die industrielle Landwirtschaft, so Prof. Dr. Josef H. Reichhof in seinem Buch "Die Zukunft der Arten": Überdüngung, Strukturverarmung, Monokulturen sind Arten-Killer. Die Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft raubte in den letzten Jahrzehnten zahllosen Wildtieren und -pflanzen kontinuierlich Lebensraum und Nahrungsgrundlage: durch die Flurbereinigung mit Trockenlegung von Mooren und Auen, Begradigungen von Wasserläufen und Abholzung von Hecken; durch den Siegeszug der Agrochemie mit exzessiver Kunstdünger-, Pestizid- und Fungizidverwendung; durch die Überdüngung mit riesigen Güllemengen, die das Bodenleben ersticken und Wildpflanzen, die magere Böden benötigen, ausrotten; durch Monokulturen, die Kultursteppen schufen. Es fehlt an Lebensräumen wie Hecken, Gewässern und Stellen ohne intensive landwirtschaftliche Nutzung. Und aus unseren Wäldern ist Forst geworden, der Ertrag und möglichst viel Geld bringen soll: Viele Wälder haben sich durch eine intensive Forstwirtschaft in bloße Stangenholzäcker fast ohne jede Rückzugsmöglichkeit verwandelt.

Nach der industriellen Landwirtschaft ist die Jagd Artenfeind Nr. 2: Auf dem Land wird in den Wäldern und Feldern überall und das ganze Jahr gejagt. Prof. Dr. Reichholf ist überzeugt: Bei den meisten der größeren Arten hängt die Zukunft an den Gewehrläufen der Jäger. Die Jagd erzeuge künstlich Scheu und schränke damit die Lebensmöglichkeiten der bejagten Arten sehr stark ein. Jeder kann dies an der ungleich geringeren Scheu der in den Städten lebenden Tiere im Vergleich zum freien Land draußen direkt feststellen , so Reichholf. Gegenüber der Jagd seien die Schädigungen durch Bau- und Siedlungstätigkeit, durch Industrie und Verkehr vergleichsweise gering.

So sehr wir uns also darüber freuen können, dass in den Städten die Artenvielfalt immer größer wird und Oasen für wild lebende Tiere entstanden sind, so sehr wir uns freuen, dass die Tiere ihre unnatürliche Scheu vor dem Menschen verloren haben und so für uns wieder erlebbar werden umso deutlicher wird, dass sich auf dem Land etwas ändern muss. Wollen wir die Natur und die in ihr lebenden Tiere bewahren, ist ein Umdenken in der Landwirtschaft mehr als überfällig. Mehr als überfällig ist auch eine andere Sicht der Tiere: Wild lebende Tiere sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern gehören zu unserer Natur dazu. Letztlich zerstören wir Menschen durch die Vernichtung der Lebensräume von immer mehr Tieren und Pflanzen unseren eigenen Lebensraum und bedrohen unser Überleben auf dem Planeten Erde.

Das Erfolgsmodell "Wildtiere in der Stadt" zeigt: Tiere möchten in Frieden mit dem Menschen zusammenleben und ihn nicht als Todesfeind fürchten müssen. Tiere, die ohne Angst vor dem Menschen aufwachsen, können auch ihre eigene Persönlichkeit entwickeln, wie die Stadtbiologie zeigt. Auch auf dem Land müssen solche Oasen für Tiere und Natur entstehen: Ohne Jagd und mit einer Landwirtschaft im Einklang mit der Natur.

Literatur:

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt - Eine Naturgeschichte. Dumont-Verlag, 2013

Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt. Bildband zur Natur - Fotografie: Inseln der Artenvielfalt. Knesebeck-Verlag, 2010

Josef H. Reichholf: Die Zukunft der Arten - Neue ökologische Untersuchungen
Verlag C.H.Beck München, 2005

NABU Berlin: Wildtiere in der Stadt
berlin.nabu.de/tiereundpflanzen/wildtiere/

Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

Florian Möllers zeigt uns, warum die Tiere zunehmend in Städten einen komfortablen Lebensraum finden und wie die Menschen damit umgehen.

Seine Landschaftsaufnahmen aus Berlin sind für eine Großstadt unerwartet stimmungsvoll, seine Tierbilder und Stadtbeobachtungen außergewöhnlich spannend, immer wieder überraschend und häufig voller Komik. Ein praktischer Infoteil zum Thema Stadtnatur erleben rundet neben den zahlreichen überraschenden Bilddokumenten diesen wunderbaren Band ab.

Florian Möllers hat sich als Fotograf und Autor auf Bildreportagen spezialisiert, die das Zusammenleben von Mensch und Tier illustrieren. Als Naturfotograf arbeitet er auf der ganzen Welt, doch nie hatte er derart unmittelbare und häufige Begegnungen mit Wildtieren wie bei der Arbeit für dieses Buch. Seine Geschichten, z.B. über Wildschweine, Nerze oder Kormorane, erscheinen in Magazinen wie GEO und National Geographic, in Büchern und Kalendern. Seine Fotos wurden mehrfach international ausgezeichnet. Er ist berufenes Mitglied der International League of Conservation Photographers (ILCP).
Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt - Inseln der Artenvielfalt
Gebunden, 174 Seiten, mit 140 farbigen Abbildungen
Knesebeck, 2010 ISBN 978-3-86873-196-5
Preis: 29,95 Euro

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt

In der Stadt findet sich eine erstaunliche Vielfalt der Arten: Nirgendwo lassen sich so viele heimische Vogelarten (mehr als 150) auf so kleiner Fläche beobachten wie in Berlin. Graureiher jagen neben einer Berliner U-Bahn-Station, Füchse dösen im Kölner Klingelpützpark in der Sonne, vom Aussterben bedrohte Graukopf-Flughunde hängen in den Bäumen nahe der Oper von Sydney. Unübersehbar drängt die Wildnis in die Städte, ehemals scheue Tierarten werden Teil der Stadtnatur.

Wie ist das zu erklären? Sind unsere Städte zu Oasen aufgeblüht, während das Land ringsherum zur Agrarwüste verkommt? Was sagt diese Vielfalt über die Qualität der Lebensräume in Stadt und Land aus? Was müssen Tiere mitbringen und wie müssen sie sich verändern, um in unserer Nachbarschaft überleben zu können? Und wie beeinflussen diese Begegnungen unseren Umgang mit der Natur?

Bernhard Kegel, geboren 1953 in Berlin, studierte Chemie und Biologie an der Freien Universität Berlin und arbeitete am Institut für Biologie der TU. 1991 Promotion zum Dr. rer. nat. mit einer agrarökologischen Arbeit über Nebenwirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bodentiere, anschließend Tätigkeit als ökologischer Gutachter und Lehrbeauftragter. Seit 1993 veröffentlichte Bernhard Kegel mehrere Romane und Sachbücher, darunter das inzwischen in 5. Auflage erschienene Sachbuch Epigenetik (2009) und den Wissenschaftskrimi Ein tiefer Fall (2012). Seine Bücher wurden mit mehreren Publizistikpreisen ausgezeichnet.

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt - Eine Naturgeschichte
479 Seiten
Dumont-Verlag, 2013 ISBN 978-3832197186
Preis: 22 Euro

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter