Freiheit für Tiere
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Der afrikanische Löwe ist in Gefahr

Nur noch etwa 32.000 Löwen in freier Wildbahn

Der König der Tiere ist in Gefahr:

Der afrikanische Löwe ist in einigen Regionen Afrikas vom Aussterben bedroht. Das ist das Ergebnis einer Studie einer internationalen Forschergruppe der Universität Oxford. Lediglich in Schutzgebieten auf dem südlichen Kontinent steigt die Zahl der Tiere.· Bild: EcoView - Fotolia.com

Von Dr. Kristina Kesch

Der afrikanische Löwe ist wohl eine der majestätischsten Tierarten, die unsere Erde jemals bevölkert hat, ein Ikon der Tierwelt. Weltweit wird er geliebt und verehrt oder aber gefürchtet und gehasst. Für die Menschen in Afrika ist ein Zusammenleben mit der zweitgrößten Raubkatze der Welt oft sehr schwierig. Wenn Nutzvieh gerissen wird, werden Löwen vielerorts in Vergeltung gejagt und getötet.

Der Aktionsraum eines Löwenrudels kann in manchen Gebieten 1.000 Quadratkilometer überschreiten. Bedenkt man, dass für eine genetisch gesunde Population mindestens 50 zusammenhängende Rudel notwendig sind, wird ersichtlich, dass die Tiere für einen Fortbestand sehr viel Platz benötigen.

Bei einer gleichzeitigen menschlichen Bevölkerungsexplosion in Afrika ist es nicht allzu überraschend, dass es immer häufiger zu Konflikten zwischen Menschen und den Großkatzen kommt. In nur drei Löwen-Generationen ging die Population um etwa 42 Prozent zurück und die aktuellste Schätzung besagt, dass es nur noch etwa 20.000 Tiere in freier Wildbahn gibt.

Eine Löwenmutter mit ihren Kindern in Botswana.

Die Kalahari, eine von breiten Trockenflusstälern durchzogene Halbwüste, prägt das Land. Die Naturschutzgebiete in Botswana zählen zu den artenreichsten der Erde. Bild: EcoView - Fotolia.com

Löwen in Afrika: Dramatischer Rückgang

Löwen sind in Afrika dramatisch weniger geworden. In etlichen Regionen sind sie sogar vom Aussterben bedroht.

Als hauptsächliche Gefahr für die Tiere werden der Konflikt mit dem Menschen, der Rückgang von Beutetierpopulationen, Habitatverlust und die Trophäenjagd genannt. Gleichzeitig sind Top-Prädatoren wie der Löwe allerdings extrem wichtig für das Ökosystem.

In vielen Ländern sind die Tiere auch für den Tourismus sehr wertvoll und Tausende von Menschen kommen jedes Jahr zur Safari nach Afrika, um den afrikanischen Löwen in freier Wildbahn zu bewundern. Wie können wir es also schaffen, diese Tiere zu schützen, sie in gesunden Populationen am Leben zu erhalten und gleichzeitig für eine friedvolle Koexistenz mit dem Menschen sorgen?

SAVE Wildlife Conservation Fund unterstützt

unterstützt das Botswana Lion Corridor Project. · Bild: tarei - Fotolia.com

Löwenschutz-Projekte in Botswana

Die SAVE Wildlife Conservation Fund Stiftung ist seit 2010 im Löwenschutz aktiv und hat ihren Fokus speziell auf Botswana gelegt. Die Löwenpopulation des Landes im südlichen Afrika ist Teil einer der größten zusammenhängenden Populationen afrikanischer Löwen. Für den Arterhalt der Tiere ist es daher von großer Bedeutung, diese gesund zu halten und nachhaltig zu schützen.

Die Stiftung hat hier gemeinsam mit mehreren Dorfschulen ein Umweltbildungsprogramm ins Leben gerufen. Dieses soll Kindern, die am Rande von Wildtiergebieten oft mit Angst vor Raubkatzen groß werden, eine alternative Denkweise vermitteln. Das Umweltbildungsprogramm soll ihnen die Wichtigkeit dieser Tiere näher bringen und kann vielleicht sogar schaffen, die Kinder für Löwen zu faszinieren. Somit wäre der Grundstein für eine Zukunft im Safaritourismus gelegt, der das zweitwichtigste wirtschaftliche Standbein des Landes darstellt.

SAVE Wildlife Conservation Fund unterstützt das Botswana Lion Corridor Project. Das Projekt ist eine Initiative der Wildlife Conservation Research Unit (WildCRU) der Universität Oxford, die seit mehr als 20 Jahren mit innovativer Löwenforschung und Schutzprogrammen im südlichen Afrika tätig ist.

Bild: crazycolors - Fotolia.com

Löwen & Co. bald nur noch hinter Gittern?

Gilt ein Tier in freier Wildbahn als ausgerottet, rühmt sich meist irgendein Zoo damit, noch ein letztes Exemplar zu haben. Doch ist es das, was zählt? Nein, meint Lars Gorschlüter. Der Gründer des SAVE Wildlife Conservation Fund setzt sich ausschließlich für den Schutz von Wildtieren in ihrem natürlichen Lebensraum ein.

»Dass sich Artenschutz lohnt, beweisen viele positive Beispiele: Die bedrohten Berggorillas haben sich dank intensiver Schutzbemühungen wieder erholt«, sagt Lars Gorschlüter. Doch wie zäh diese Arbeit ist, zeigt ein Blick in die verschiedenen Projekte des SAVE Wildlife Conservation Fund. Egal, ob in Botswana, in Kamerun, Gabun oder im Kongo: Immer stehen menschliche Interessen denen der Wildtiere gegenüber. Die Menschen beanspruchen immer mehr Acker- und Weidefläche, dringen in die Randzonen der Wildschutzgebiete ein. Rinder auf den angrenzenden Farmen sind leichte Beute für Großkatzen - und so werden Löwen oft von Farmern erschossen.

Großkatzen: wichtige Rolle im Ökosystem

Erst langsam kommen Wissenschaftler überhaupt dahinter, welch wichtige Rolle die großen Beutegreifer im Ökosystem spielen: Sie sorgen für Artenvielfalt und Erhaltung der Flora. Manche Arten werden verschwinden, bevor wir sie bemerkt haben. Zum Beispiel der Afrikanische Wildhund: Obwohl diese Tiere laut IUCN-Roter Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft sind - es leben maximal noch 3.500 Exemplare - gibt es immer noch legale Abschussrechte für Rinderfarmer.

Ein anderes trauriges Beispiel: der Löwe. Seit jeher ein Symbol für Kraft und Macht, reichte sein Habitat einst von Indien über den Nahen Osten bis nach Europa. Heute gibt es noch rund 20.000 Überlebende. Vor rund 60 Jahren waren es noch 400.000 - ein Rückgang der Population um 95% Prozent!

»Es sind weniger Dürren oder Seuchen, die den Löwen zusetzen. Das Problem ist menschengemacht«, so Lars Gorschlüter. »Der Mensch dringt in ihren Lebensraum, jagt sie ihrer Trophäe wegen und tötet sie zum Schutz des Nutzviehs. Und deshalb gilt all unser Engagement zunächst den Menschen. Erst wenn wir sie mit ins Boot holen, ihnen wirkliche Hilfen anbieten, dann lassen sie auch die Wildtiere am Leben.«

Diese Schutzprogramme verschlingen Unsummen: Sie funktionieren nur, wenn es einen »Notdienst« gibt, der Großkatzen, die Vieh angreifen, sofort auf der Farm einfängt und umsiedelt - oder wenn die Farmer angemessen entschädigt werden.

Doch dieses Geld ist, so SAVE-Gründer Lars Gorschlüter, allemal besser investiert als aufwändige Zuchtprogramme in Zoos mit Tieren, die man am Ende doch nicht mehr auswildern kann. »Prinzipiell halten wir es für nachhaltiger und auch
günstiger, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, bevor die Tiere kurz vor der Ausrottung stehen, anstatt hinterher Unsummen für ihren Erhalt auszugeben.«

Informationen:

SAVE Wildlife Conservation Fund Stiftung
Dieselstraße 70
D-42489 Wülfrath
Internet: www.save-wildlife.org