Die Sprache der Tiere

Wie wir einander besser verstehen

Sprechen die Pferde miteinander?

Sprechen die Pferde miteinander?

Und können sie auch mit der Katze kommunizieren? · Bild: ita Kochmarjova - Fotolia.com

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Mit Tieren sprechen: Geht das? Ist es wirklich möglich, die uralte Menschheitssehnsucht, dass Mensch und Tier einander verstehen, zu verwirklichen? Das neue Buch von Bestseller-Autor Dr. Karsten Brensing ( Das Mysterium der Tiere ) stellt den neuesten Stand der Wissenschaft vor. Wussten Sie zum Beispiel, dass Meisen in Sätzen reden, Delfine eine komplizierte Grammatik sicher anwenden können und Tauben Rechtschreibregeln? Hätten Sie gedacht, dass manche Tierarten 300 und mehr Vokabeln beherrschen? Doch Kommunikation findet nicht nur über Lautäußerungen statt. So teilen wir mit Menschenaffenarten ein gemeinsames Grundvokabular an Gesten. Übrigens hat schon Charles Darwin bereits vor etwa 150 Jahren über einen universellen Verständigungscode zwischen Menschen und Tieren spekuliert. Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie Tiere besser verstehen - und wenn Sie richtig kommunizieren, werden Sie auch besser verstanden. Die wichtigste Botschaft des Buches jedoch ist: Wir Menschen haben die Tiere jahrhundertelang maßlos unterschätzt. Und leider haben wir auf dieser alten, aber falschen Grundlage unseren Umgang mit ihnen definiert. Dies ist heute nicht mehr haltbar - denn wir wissen es jetzt besser.

Tiere sind uns viel ähnlicher, als wir glauben

In den letzten 30 Jahren hat die Verhaltensforschung erstaunliche wissenschaftliche Erkenntnisse über Intelligenz, logisches und abstraktes Denken, Werkzeuggebrauch, Kultur und Lernen, Moral und Fairness, Mitgefühl, Selbstbewusstsein und Persönlichkeit von Tieren veröffentlicht, die deutlich machen, dass Tiere uns viel ähnlicher sind, als wir bisher annahmen. Vorstellungen, dass Tiere instinktgesteuert sind, dass Tiere in Sachen Intelligenz und Bewusstsein weit unter uns stehen, dass Tiere keine Gefühle haben so wie wir, dass Tiere kein vergleichbares Schmerzempfinden haben - Fischen wird das Schmerzempfinden gleich völlig abgesprochen -, mögen zwar noch in den Köpfen vieler Menschen herumspuken, aber wissenschaftlich sind sie längst überholt.

In letzter Zeit gibt es erstaunliche Forschungsergebnisse zu Kommunikation und Sprache von Tieren. »Vieles deutet darauf hin, dass wir in den kommenden Jahren einige echte Sensationen erleben werden«, so Dr. Karsten Brensing. »Ich wage die Voraussage, dass dieses Thema, wie vor einigen Jahren die Kultur im Tierreich oder die Individualität, zum regelrechten Trendthema wird.«

So haben moderne Verhaltensforscher gezeigt, dass viele Tiere - ähnlich wie wir - für bestimmte Dinge Vokabeln haben. »Heute wissen wir sogar, dass Erdmännchen Eindringlinge und angeblich sogar die Farbe eines T-Shirts beschreiben können«, erklärt der Verhaltensforscher. Auch Wale, Elefanten, Affen und Rabenvögel verwenden kontextbezogene Rufe. Zum Beispiel benennen Elefanten unterschiedliche Gefahren mit unterschiedlichen Rufen. »Es wird sogar glaubhaft darüber spekuliert, dass Tintenfische mittels der Veränderung ihrer Körperfarbe und Muster miteinander kommunizieren«, so der Wissenschaftler.

Können Pferde und Menschen einander verstehen?

Können Pferde und Menschen einander verstehen?

Bild: aglebocka - Fotolia.com

Gibt es eine Sprache zwischen Menschen und Hunden?

Gibt es eine Sprache zwischen Menschen und Hunden?

Bild: kids4pictures - Fotolia.com

Sprechen der Hund und die Katze miteinander?

Sprechen der Hund und die Katze miteinander?

Der berühmte britische Naturforscher Charles Darwin hat bereits vor etwa 150 Jahren einen universellen Verständigungscode zwischen Menschen und Tieren vermutet. · Bild: vvvita - Fotolia.com

Können Tiere in Worten sprechen?

Viele Tiere verwenden also unterschiedliche Rufe für unterschiedliche Bedeutungen. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass bestimmte Tierarten einzelne Rufe - die für sich genommen eine bestimmte Bedeutung haben oder aber nicht bedeutungstragend sind -, miteinander kombinieren. Dieser neue Doppellaut hat dann eine bestimmte Bedeutung - die er nicht hat, wenn der Doppellaut andersherum kombiniert wäre. Wer aus wenigen Lauten unzählige Rufe mit verschiedenen Bedeutungen bilden kann, verwendet so etwas wie Worte.

So hat der australische Rotscheitel-Säbler zwei Laute, nennen wir sie A und B. Werden aber A und B zu AB kombiniert, dann hat dieser Ruf etwas mit dem Fliegen zu tun. Was, ist nicht ganz klar, doch die Tiere blicken in den Himmel. Produzieren die Vögel aber BAB, dann hat es etwas mit der Fütterung der Jungtiere zu tun, und sie blicken in ihr Nest , fasst der Autor die Forschungsergebnisse zusammen. Bei uns wären es zum Beispiel HAL und LO. Beide Lauten haben einzeln keine Bedeutung, aber sagen wir HALLO, haben wir uns freundlich begrüßt. Damit sei der Beweis erbracht worden, dass ein Tier Worte zur Kommunikation verwendet.

Der Elsterdrossling kann zwei unterschiedliche Rufe kombinieren und damit einen völlig anderen Inhalt kommunizieren. Im übertragenen Sinne werden hier Wörter zu Sätzen verbunden , erfahren wir weiter. Auch Meisen sprechen in Sätzen: In den Liedern gibt es unterschiedliche Aufforderungen. So bedeutet die Abfolge der Laute ABC: Gib acht! Die Lautfolge D bedeutet: Komm her! Die Meisen kombinieren gerne ABC mit D und meinen damit: Gib acht und komm her! Spielten die Forscher Meisen die Abfolge A-B-C-D vor, reagierten die Vögel entsprechend. Spielten sie ihnen aber D-A-B-C vor, passierte nichts, denn ohne richtigen Satzbau ergeben die Rufe keinen Sinn. Die Sätze folgen also einer gewissen Grammatik und haben nur, wenn man diesen Regeln folgt, einen Sinn.

Dr. Karsten Brensing stellt in seinem neuen Buch den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand über Sprache von Tieren vor. Doch es wird immer wieder deutlich: Die Wissenschaft steht hier noch ganz am Anfang. Wenn Wissenschaftler also ganz erstaunliche Forschungsergebnisse präsentieren, dass zum Beispiel Rotscheitel-Säbler Worte bilden oder Meisen Sätze nach grammatischen Regeln bilden, heißt das nicht, dass andere Tierarten zu solchen sprachlichen Leistungen nicht fähig wären - es wurde eben nur noch nicht erforscht.

Meisen sprechen in Sätzen

Meisen sprechen in Sätzen

und folgen einer Grammatik – nur wenn man diesen Regeln folgt, ergeben bestimmte Laute einen Sinn. · Bild: Victor Tyakht - Fotolia.com

Tauben können Unsinnwörter von richtigen Begriffen

Tauben können Unsinnwörter von richtigen Begriffen

unterscheiden und sogar Rechtschreibregeln lernen: In einer Orthographie-Studie wurden Tauben mit Wörtern auf einem Monitor konfrontiert und mit Weizenkörnern belohnt, wenn sie bei einem echten Wort auf eine Buchstabenkombination und bei Unsinnwörtern auf einen Stern auf dem Bildschirm pickten. · Bild: Marie Capitain - Fotolia.com

Können Tiere die menschliche Sprache lernen?

Tatsache ist, dass Tiere unsere Sprache lernen können. So wurde der Schimpansin Washoe erfolgreich Gebärdensprache beigebracht. »Weltberühmt wurde sie durch ihre Wortschöpfung für Schwan, den sie als Wasser-Vogel bezeichnete«, erklärt der Verhaltensforscher. Auch andere Schimpansen kreierten neue Wortschöpfungen, zum Beispiel wurde ein scharfes Radieschen als »Schrei-Schmerz-Essen« bezeichnet oder eine Fanta als »Cola, die orange ist«.

Dem Bonobo-Männchen Kanzi wurde eine symbolbasierte Sprache beigebracht - er konnte fast 400 Symbole anwenden. Der Graupapgei Alex, der jahrelang von der Wissenschaftlerin Irene Pepperberg trainiert worden war, wendete Adverbialbestimmungen der Art und Weise kontextgerecht an: Er kannte sieben Farben, fünf Formen und konnte bis sechs zählen. »Auf die Frage "Wie viele Ringe siehst du?" hätte er beispielsweise geantwortet: "Vier". Wenn man ihn dann noch gefragt hätte: "Welcher Ring ist anders als die anderen?", so wäre er in der Lage gewesen zu antworten: "Der rote!"«.

Wissenschaftler haben also einigen Tieren erfolgreich die menschliche Sprache beigebracht. Doch kann man Tieren auch Rechtschreibung beibringen? Dr. Karsten Brensing berichtet von Forschungen, in denen Tauben gelernt haben, geschriebene englische Worte zu erkennen. »Nach einiger Zeit konnten sie diese von willkürlichen Buchstabenkombinationen unterscheiden.« Das Experiment ging noch weiter: Es wurden zusätzlich neue, aber echte englische Worte präsentiert - und tatsächlich konnten die Tiere neue englische Worte als echte Worte erkennen. »Sie hatten sich nicht einfach das optische Muster gemerkt, sondern erkannt, dass diese Muster einem Regelwerk, also einer Orthographie unterlagen. Neue englische Worte, die in dieses Regelwerk passten, wurden ebenso wie die gelernten englischen Worte als echte Worte erkannt. In dieser Beziehung funktioniert ein Taubengehirn genauso wie unser Gehirn, wenn wir orthographische Regeln lernen.« Für ihn als Legastheniker sei dies eine unglaubliche Vorstellung: »Wie machen die das bloß?«

Gibt es einen universellen Verständigungscode zwischen Menschen und Tieren?

Der berühmte britische Naturforscher Charles Darwin, dessen Namen wir alle aus dem Biologieunterricht kennen, hat bereits vor etwa 150 Jahren einen universellen Verständigungscode zwischen Menschen und Tieren vermutet.

Neueste Forschungsergebnisse scheinen dies zu bestätigen: Wissenschaftler haben beispielsweise nachgewiesen, dass Menschen anhand von Lautäußerungen die Emotionen verschiedener Tiere richtig einschätzen können: Versuchspersonen konnten beispielsweise mit über 90-prozentiger Sicherheit bestimmen, ob ein Panda oder ein Frosch erregt ist oder nicht. »Die Tatsache, dass wir Menschen sowohl tierische als auch menschliche Rufe emotional einordnen können (...), lässt den Schluss zu, dass wir alle ähnlich fühlen, Gefühle vergleichbar zum Ausdruck bringen und uns sogar auf einer emotionalen Ebene verstehen können«, schreibt Dr. Karsten Brensing. »Wir alle teilen die gleichen evolutionären Wurzeln.« Und er plädiert dafür: »Wenn wir Tiere verstehen wollen, müssen wir diese Gemeinsamkeiten erkennen und nutzen.«

Neben der Sprache kommunizieren wir auch nonverbal. Die nonverbale Kommunikation gibt es selbstverständlich auch unter Tieren - und so ist es uns möglich, der Körpersprache von Menschen oder Tieren bestimmte Dinge abzulesen. »Gorillas beispielsweise haben circa 126 Gesten, Schimpansen 115«, schreibt Dr. Karsten Brensing. »Erstaunlich ist aber, dass wir mit diesen Menschenaffenarten einen gemeinsamen "Grundwortschatz" von etwa 24 Gesten teilen - Gesten, die schon Kindern genetisch in die Wiege gelegt wurden.«

So gibt es eine Geste, mit der wir zum Beispiel mit dem Finger oder mit den Augen auf etwas zeigen oder von anderen auf etwas verwiesen werden. Verhaltensbiologen nennen diese Geste »Pointing«. Pointing verwenden nicht nur Menschenaffen: Auch Hunde, die ja mit uns Menschen eng zusammenleben, können Pointing verstehen und auch selbst anwenden - wenn sie etwas von uns möchten (zum Beispiel Futter oder raus gehen) oder um uns auf etwas aufmerksam zu machen: Jeder kennt die Berichte von Hunden, die ihre Herrchen oder Frauchen auf drohende Gefahren aufmerksam gemacht haben. Von klein auf verwilderte Hunde schnitten in Tests zum Pointing verständlicherweise schlecht ab. Auch freilebende Wölfe können mit Pointing wenig anfangen, von Menschen aufgezogene Wölfe dagegen erwerben diese Fähigkeit. »Es scheint, als würden viele Tierarten tatsächlich die Fähigkeit des Pointing besitzen, aber sie müssen die Geste erst erlernen und von uns Menschen abschauen.« Ganz ähnlich funktioniere das auch bei unseren Babys, die schon sehr früh ein imperatives Pointing (Bettelgeste) zeigen, aber ein deklaratives Pointing (zum Beispiel auf etwas zeigen, um anderen Person etwas mitzuteilen) erst im Verlauf der frühen Kindheit entwickeln, erklärt der Verhaltensforscher. In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass neben Hunden und Wölfen auch Füchse Pointing verstehen, aber auch Robben, Rabenvögel, Elefanten, Ziegen, Schweine, Katzen und Papageien. Pferde können Poiting nicht nur verstehen, sie wenden es auch an - ebenso wie Elstern. Delfine können mit ihrem Ultraschall Pointing betreiben. »Aus meiner Sicht zeigen diese Ergebnisse eindeutig, dass viele Wirbeltiere in einer gemeinsam geteilten Welt leben«, so Karsten Brensing.

"Wir müssen Tiere vermenschlichen!"

»Wir haben in der Vergangenheit gelernt, dass wir keine menschlichen Gefühle oder Gedanken in Tiere hineininterpretieren dürfen«, schreibt Dr. Karsten Brensing. Vor allem Biologen haben dies gelernt. Dennoch sagt der Verhaltensforscher ganz offen: »Meiner Meinung nach ist das Vermenschlichungsverbot heute nicht mehr haltbar. Im Gegenteil: Wenn wir Tiere verstehen wollen, müssen wir diese Gemeinsamkeiten erkennen und nutzten.«

Dies könnten wir dann, wenn sowohl aus Untersuchungen der vergleichenden Verhaltensbiologie oder aus klugen Beobachtungen im Freiland als auch aus neuronalen und genetischen Untersuchungen abzuleiten sei, dass Menschen und Tiere gleich funktionieren. »Wir dürfen nicht vermenschlichen, indem wir unsere moralischen Maßstäbe auf Tiere übertragen oder etwas in sie hineininterpretieren, das uns gerade in den Kram passt«, erklärt der Autor weiter.

Welche Karte gehört nicht in die Reihe?

Welche Karte gehört nicht in die Reihe?

Hätten Sie gedacht, dass Krähen solche Tests zum abstrakten Denken besser bestehen als manche menschliche Versuchspersonen? · Bild: Anna Smirnova et al: Crows Spontaneously Exhibit Analogical Reasoning. In: Currend Biology, Volume 25, Issue 2, 2015, p. 256-260

Menschenaffen sind genauso wie Delfine,

Menschenaffen sind genauso wie Delfine,

aber auch wie Ratten oder Tauben, zu Metakognition fähig - also zum Reflektieren über das eigene Denken und Wissen. · Bild: atira - Fotolia.com

Sogar Bienen sind erfolgreich

Sogar Bienen sind erfolgreich

auf Metakognition getestet worden. · Bild: Peter Scherer - Fotolia.com

Welche Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier sind nachgewiesen?

Zunächst können wir ohne Probleme unsere Fähigkeit, logisch zu denken, auf Tiere übertragen. Ebenso wie wir Menschen können Tiere Kategorien bilden. So wie wir Menschen, auch wenn wir keinen Kunstunterricht hatten und den Namen des Künstlers nicht wüssten, Bilder von Monet auf den einen und Bilder von Picasso auf den anderen Stapel legen, können selbst Bienen Bilder von Monet und Picasso unterscheiden. In Tests zum abstrakten Denken, in denen herausgefunden werden sollte, welche Karte mit Symbolen nicht in eine Reihe gehört, zeigten Menschenaffen, Paviane und Krähen sogar bessere Ergebnisse als manche menschliche Versuchspersonen.

Wir Menschen haben die Fähigkeit, über uns oder unser Wissen nachzudenken. Dies bezeichnen Wissenschaftler als Metakognition: Ich reflektiere über meine eigenen Gedanken, meinen Wissensstand oder meine Handlungsoptionen. Bisher dachten wir, diese Fähigkeit unterscheide uns von den Tieren. »Aber seit einigen Jahren wissen wir, dass sehr wohl viele Tiere über sich selbst nachdenken und zur Selbstreflexion fähig sind«, erklärt Dr. Karsten Brensing. Bisher seien die großen Menschenaffenarten, Rhesusaffen, Kapuzineräffchen, Delfine, Ratten, Tauben und sogar Bienen erfolgreich auf Metakognition getestet worden.

»Neben der Fähigkeit, über uns selbst nachzudenken, ist das Selbstbewusstsein für uns als Individuen die vielleicht bedeutendste kognitive Fähigkeit. Es sorgt dafür, dass wir uns überhaupt erst unser selbst bewusst sind, und auch in diesem Fall ging man früher davon aus, dass diese Fähigkeit nur von uns Menschen entwickelt wurde. Heute wissen wir, dass viele Tiere ein Selbstbewusstsein haben«, so der Verhaltensforscher.

Wer mit Tieren zusammenlebt, ist meist überzeugt, dass das Tier eine Persönlichkeit hat. In der Wissenschaft wurde Tieren allerdings bis vor nicht allzu langer Zeit so etwas wie Persönlichkeit abgesprochen - Tiere seien instinktgesteuert. »Auch heute ist diese Einstellung weit verbreitet, und selbst viele Biologielehrer wissen es nicht besser«, schreibt Dr. Karsten Brensing. »Der Grund dafür ist eine mangelhafte Lehrerausbildung, in der Erkenntnisse aus der modernen Verhaltensbiologie kaum Berücksichtigung finden. Fakt ist aber: Selbst relativ einfach gebaute Tiere haben schon so etwas wie Persönlichkeit.« Es sei also keine Überraschung, wenn wir den einen Hund anders erleben als einen anderen - er habe einfach eine eigene Persönlichkeit.

Auch Mitgefühl wurde lange Zeit für eine ausschließlich menschliche Eigenschaft gehalten - bis Forscher in den letzten Jahren nachwiesen, dass auch viele Tiere in der Lage sind, sich gedanklich in andere hineinzuversetzen, das Problem eines anderen zu erkennen und zu helfen. Sogar Altruismus oder selbstloses Handeln wurde inzwischen bei vielen Tieren belegt - und zwar nicht nur innerhalb des eigenen Freundeskreises oder der eigenen Art. Wir alle kennen Meldungen, in denen Delfine oder Hunde Menschen retteten - und dabei zum Teil sogar das eigene Leben riskierten. Oder vielleicht haben Sie diese Berichte gehört, in denen ein Nilpferd eine Gazelle vor einem Krokodil rettet oder ein Bär eine Krähe vor dem Ertrinken.

Übrigens ist auch Höflichkeit gegenüber Tieren angebracht - denn seit vielen Jahren ist bekannt, dass sich Tiere in einer sozialen Gemeinschaft nach Auseinandersetzungen wieder vertragen. So haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass sich Hunde, Affen und einige Vögel nach unbeabsichtigt harten Auseinandersetzungen entschuldigen, erklärt der Verhaltensforscher. Eine andere Strategie nach Konflikten sei, dass das Tier Trost bei einem Dritten sucht. »Ganz ähnlich wie bei uns Menschen müssen also auch viele sozial lebende Tiere Aggressionen verarbeiten, und erst wenn dies gelungen ist, kann sich ein normales Sozialleben etablieren.« Es sei manchmal frappierend, wie sich die Mechanismen bei Menschen und Tieren ähneln - wir scheinen tatsächlich miteinander verwandt zu sein. Auch Moral und Fairness wurden bei Tieren nachgewiesen.

Dr. Karsten Brensing weist darauf hin, dass alle bisher genannten Fähigkeiten für ein Individuum bedeutungslos würden, wenn es die Erlebnisse, die es mit diesen Fähigkeiten gemacht habe, nicht bewahren könne - wenn es sich nicht an Vergangenes erinnern und aus Fehlern lernen könnte. »Mit anderen Worten: Unsere Biographie macht uns eigentlich zu dem, was wir sind. Ich habe noch in der Schule gelernt, dass Tiere im Hier und Jetzt leben, und auch heute noch verlassen viele Schüler die Schule mit einer solchen Vorstellung.« Und er stellt die Frage: Sollte es wirklich so sein, dass nur wir Menschen uns an unsere Vergangenheit erinnern können? Doch wie kann sich dann ein Delfin an den Namen eines anderen Delfins erinnern, den er 20 Jahre lang nicht mehr gesehen hat? Ja, Sie haben mich richtig verstanden: Delfine haben Namen, sie können sich, ganz ähnlich wie wir, gegenseitig rufen. Seit einigen Jahren wissen wir, dass auch Papageien Namen haben. Oder warum können sich eine Seebärenmutter und deren Kinder noch nach Jahren aneinander erinnern? Und wieso erforscht man an Mäusen Medikamente gegen Alzheimer, eine Krankheit, bei der wir Menschen unsere Biographie verlieren?

Viele Tiere sind wie wir Menschen in der Lage,

Viele Tiere sind wie wir Menschen in der Lage,

sich gedanklich in andere hineinzuversetzen, das Problem eines anderen zu erkennen und zu helfen. So können Familien, in denen Hunde und Katzen zusammenleben, immer wieder beobachten, wie eine Hündin die Rolle der Ersatzmama für Katzenbabys übernimmt. · Bild: vvvita - Fotolia.com

Affen, aber auch Hunde und Vögel entschuldigen

Affen, aber auch Hunde und Vögel entschuldigen

sich nach unbeabsichtigt harten Auseinandersetzungen. · Bild: Impala - Fotolia.com

Papageien rufen sich gegenseitig

Papageien rufen sich gegenseitig

beim Namen. · Bild: Bild: Martina Berg - Fotolia.com

Wie können wir mit Tieren sprechen? - Die universelle Verständigungsformel

Wir haben nun anhand zahlreicher Forschungsergebnisse gesehen: Viele Tiere verfügen über die gleichen kognitiven Fähigkeiten wie wir Menschen. Natürlich verfügen nicht alle Tiere auch über alle Fähigkeiten. In manchen Fähigkeiten mögen Tiere uns Menschen unterlegen, in anderen überlegen sein. Manchmal sind Tiere auch nur in bestimmten Lebensphasen zu bestimmten Leistungen fähig. »Aber auch dies ist ähnlich wie bei uns«, schreibt Dr. Karsten Brensing, »und jeder Erwachsene, der gegen kleine Kinder im Memoryspiel schon einmal verloren hat, weiß, was ich meine.« Es gibt also je nach Fähigkeiten keinen Unterschied zwischen uns und den Tieren, die diese Fähigkeiten auch besitzen.

Tiere sind uns also ähnlicher, als wir bisher gedacht haben. Wenn wir uns darauf einlassen, fällt es uns leichter, Tiere zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren. »Vertrauen Sie Ihrer Intuition, um zu verstehen, was in einem Tier vor sich geht«, sagt Dr. Karsten Brensing. »Die meisten Menschen machen dies automatisch, und das ist auch richtig so.«

Wissenschaftliche Versuche haben gezeigt, dass wir Menschen dazu in der Lage sind, bei den unterschiedlichsten Tieren ihre Gefühlslage anhand der Stimme meist richtig einschätzen können. »Nutzen Sie Ihre Empfindungen«, empfiehlt der Verhaltensforscher. »Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Ihre Einschätzung richtig.«

Da wir Menschen - wie auch die Tiere - zu Mitgefühl fähig sind, können wir diese Fähigkeit nutzen, uns in ein Tier hineinzuversetzen und zu überlegen, was das Tier in dieser Situation empfinden und denken könnte. Dabei kann ein sehr einfacher (und doch schwerer) Trick helfen, der in dem Buch »Die Sprache der Tiere« so beschrieben wird: »Denken Sie in Bildern, lösen Sie sich von sprachlichen Gedanken, und konzentrieren Sie sich auf kleinste visuelle, akustische oder andere Details. Ignorieren Sie alle Ambivalenz im Denken und Fühlen, und konzentrieren Sie sich auf nur ein Kerngefühl, und das fühlen Sie bitte intensiv. Vermutlich gelingt es uns so nicht nur besser, uns in ein Tier hineinzuversetzen, sondern auch mit dem Tier über die Gefühlswelt zu kommunizieren.«

Dr. Karsten Brensing ruft alle Tierhalter dazu auf, mit ihren Tieren zu sprechen. »Auch wenn es für viele Tierhalter selbstverständlich ist, mit ihren Tieren zu reden, die meisten tun es mit dem unangenehmen Gefühl, Dritte könnten Sie für wunderlich halten. Bitte ignorieren Sie diese Dritten, treten Sie mit "Ihrem" Tier in Dialog, und vor allen Dingen: Akzeptieren Sie auch eine andere Meinung. Ein Dialog funktioniert nur so lange, wie beide Seiten motiviert sind, ihn zu führen.« Ein Tier, das immer nur Kommandos bekomme oder an der Leine herumgezerrt werde, verliere zwangsläufig die Lust zu einem echten Miteinander.

Hunde sind Meister darin, unsere Körpersprache

Hunde sind Meister darin, unsere Körpersprache

zu lesen und unsere Absichten zu deuten. Und sie kommunizieren auf so intensive und vielfältige Art mit uns, dass sich jeder Hundefreund von seinem Hund verstanden fühlt. · Bild: laszlolorik - Fotolia.com

Wenn wir mit unseren Tieren sprechen,

Wenn wir mit unseren Tieren sprechen,

fördert dies das gegenseitige Verständnis. Kinder machen dies noch intuitiv. · Bild: David Büttner - Fotolia.com

Wenn wir mit Tieren in Dialog treten, sollten wir nicht voraussetzen, dass diese Tiere den Dialog genauso verstehen wie wir, erklärt der Verhaltensforscher. »Doch bitte gehen Sie in den Dialog, denn jeder Dialog ist eine intensive Form des Miteinanders und festigt den sozialen Bezug.« Mit kleinen Kindern machen wir es schließlich auch so: Wir sprechen mit ihnen, auch wenn sie uns (noch) nicht richtig verstehen. Auch der Dialog mit Kindern sollte nicht in Babysprache und mit »Eideidei«, sondern in richtiger Sprache geführt werden - dann fällt ihnen der echte Spracherwerb später leichter. »Wer weiß, vielleicht sollten wir mit Tieren viel öfter reden und in Dialog treten«, so Dr. Karsten Brensing. »Ich zumindest habe meinen Hund Flint bei jedem Spaziergang gefragt, in welche Richtung er gehen möchte. Er hat sich mal für die eine und mal für die andere Richtung entschieden, und ich habe dies respektiert. Tatsächlich glaube ich, dass diese kleinen Dialoge meine Beziehung zu ihm gefestigt haben. Keinesfalls hat dies meine Autorität untergraben, denn je nach Kontext hat er einschränkungslos auf mich gehört.«

Um ein Tier zu verstehen, sollten wir uns unbedingt auch möglichst viel Wissen über dieses Tier, sein Verhalten, seine Bedürfnisse und seine natürliche Lebensweise aneignen - damit wir uns nicht aus falschen Annahmen oder mangelndem Wissen falsch verhalten und dem Tier vielleicht sogar Leid zuzufügen. Ein Beispiel wäre der Wunsch, einmal im Leben mit Delfinen zu schwimmen. Dr. Karsten Brensing erläutert in seinem Buch ausführlich, dass Delfine entgegen weit verbreiteter Annahmen gar nicht gerne mit Menschen schwimmen: Aus seinen eigenen Untersuchungen weiß er zu berichten, dass die Tiere eine möglichst große Distanz zwischen sich und den menschlichen Schwimmern einnehmen. Außerdem versuchen sie bei der Anwesenheit von Menschen tiefer zu tauchen und sie holen öfter Luft - beides ein Zeichen für Stress. Delfine werden für diese Schwimmprogramme in Gefangenschaft gehalten, was natürlich alles andere als tiergerecht ist. Besonders in Asien, aber auch in der Türkei, werden sogar einige Delfine aus den blutigen Treibjagden verwendet - und welches Martyrium diese hinter sich haben, ist vielen Menschen aus dem oscarprämierten Dokumentarfilm »Die Bucht« bekannt.

Bild: Andrea Izzotti - Fotolia.com

In seinem Buch »Das Mysterium der Tiere« berichtet Karsten Brensing über ein für ihn sehr beschämendes Beispiel für falsch verstandene Tierliebe:

»Ich bin mit Flipper groß geworden, und einmal mit Delfinen zu schwimmen, war ein Kindheitstraum von mir. Meine Doktorarbeit in Verhaltensbiologie habe ich darum auch über die Interaktion zwischen Menschen und Delfinen in Schwimmprogrammen und in der so genannten Delfintherapie geschrieben. In meiner Pilotstudie, die jeder gewiefte Forscher vorher durchführt, um nicht komplett daneben zu liegen, habe ich getreu meinen Beobachtungen geschrieben, dass die Delfine in den Schwimmprogrammen offensichtlich die Nähe zu Menschen im Wasser suchen. Mit dieser Beobachtung machen auch die unzähligen Anbieter von Schwimmprogrammen Werbung. Nach einem Jahr Videobeobachtung und detaillierter Auswertung stellte sich aber genau das Gegenteil heraus: Die Delfine versuchen - und das mit deutlicher Signifikanz - den Schwimmern auszuweichen... Damit platzte nicht nur ein naiver Kindertraum, sondern auch meine damalige Berufsplanung. Wie konnte ich mich nur so gewaltig irren?«

Bild: Andrea Izzotti - Fotolia.com

Ein anderer Umgang mit den Tieren

Haben Sie schon einmal von dem Hormon Oxytocin gehört? Es wird auch gerne als Kuschelhormon bezeichnet - wobei dieser Ausdruck viel zu kurz greift. Oxytocin hat Einfluss auf unser Verhalten untereinander: Ist Oxytocin im Spiel, fühlen wir uns zueinander hingezogen, wir sind liebevoller, sind unserem Partner treu und lieben unsere Kinder. Durch die liebevolle Zuwendung der Mutter oder des Vaters zum Kind steigt der Oxytocinspiegel, was die Liebesgefühle weiter verstärkt. Dr. Karsten Brensing erklärt es so: »Wenn Sie Kinder haben, dann können Sie sich ganz schnell die Stärke dieses Gefühls bewusst machen. Stellen Sie sich einfach vor, Ihr Kind würde entführt, und Sie haben keine Ahnung, was der Entführer mit Ihrem Kind vorhat. Sie wissen es nicht, Sie spüren nur diesen ungeheuren Schmerz, den der Verlust auslöst.« Dies komme daher, dass das Stresshormon CRP die Produktion von Oxytocin beeinflusse. »Es ist fast wie eine Droge, von der wir abhängig sind und die uns plötzlich fehlt. Aus Sicht der Biologie ist das eine absolut gewünschte Empfindung. Sie soll uns veranlassen, unser Kind, unseren Lebenspartner oder einen wichtigen Sozialpartner wiederzufinden und alles für dessen Rettung zu tun. Erst wenn dies geschafft ist, wird die Oxytocinblockade gelöst, und Sie dürfen sich wieder entspannen und Liebe empfinden.«

Das Hormon Oxytocin gibt es bei Menschen wie bei Tieren. Zum Beispiel konnte bei Nagetieren gezeigt werden, dass die Tiere unter Oxytocineinfluss mehr Zeit mit körperlicher Zuwendung verbrachten und gestresste Artgenossen trösteten. Besonders viel Oxytocin wird bei der Geburt produziert, wodurch die sprichwörtliche Mutterliebe und übrigens auch die Milchproduktion in der Brust angeregt werden. Alle Säugetiere werden über diesen Mechanismus gesteuert. »Wir können also davon ausgehen, dass der Trennungsschmerz zumindest von allen Säugetieren ganz ähnlich empfunden wird wie bei uns«, schreibt der Verhaltensforscher. »An dieser Stelle wird jedem bewusst denkenden Menschen auch klar, mit welchen psychischen Schmerzen unsere Milchproduktion erkauft wird. "Milchkühe" produzieren keine Milch, ohne Nachkommen zur Welt gebracht zu haben. Leider werden die Kälbchen Minuten, Stunden oder einige Tage nach der Geburt von ihren Müttern getrennt. Die Kühe schreien dann stundenlang vor emotionalen Schmerz.« - Vielleicht sollte jeder, bevor er Milchprodukte konsumiert, einmal versuchen, sich den Schmerz vorzustellen, den eine Menschenmutter fühlen würde, wenn man ihr das neugeborene Baby gewaltsam entreißt...

Dieses Beispiel steht stellvertretend für die unzähligen Tiere, deren industrielle Haltung für die Produktion von Fleisch, Milchprodukten und Eiern mit erheblichem körperlichen und psychischen Leiden verbunden sind - Leiden und Schmerzen von denen wir heute wissen, dass sie von Tieren vergleichbar empfunden werden wie von uns Menschen.

Bei Menschen wie bei Tieren

Bei Menschen wie bei Tieren

hat das Hormon Oxytocin Einfluss auf das Verhalten zueinander. Ist Oxytocin im Spiel, fühlen wir uns zueinander hingezogen, wir sind liebevoller, sind unserem Partner treu und lieben unsere Kinder. Besonders viel Oxytocin wird bei der Geburt produziert, wodurch die sprichwörtliche Mutterliebe und auch die Milchproduktion angeregt werden. So wird auch der Trennungsschmerz von allen Säugetieren ähnlich empfunden. · Bild: Kara - Fotolia.com

»An dieser Stelle wird jedem bewusst denkenden

»An dieser Stelle wird jedem bewusst denkenden

Menschen auch klar, mit welchen psychischen Schmerzen unsere Milchproduktion erkauft wird«, schreibt Dr. Karsten Brensing. · Bild: Gerisch - Fotolia.com

Wie die Sprache unser Verhältnis zu Tieren beeinflusst

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass auch die Art und Weise, wie wir von Tieren sprechen, unser Verhältnis zu Tieren beeinflusst? »Die Sprache ist unser wichtigstes, aber auch ein sehr gefährliches Werkzeug«, schreibt Dr. Karsten Brensing. »Nigger darf man versklaven, Schlampen darf man schlagen und Nutztiere ausnutzen.« In der Psychologie spreche man von Opferabwertung. »Unsere Sprache ermöglicht uns, Dinge zu tun, die wir sonst mit unserer Moral nicht in Einklang bringen könnten.«

Klassisches Beispiel ist das Jägerlatein: Der Jäger trifft nicht richtig, das Reh ist angeschossen, es flüchtet voller Panik, beim Laufen verfängt es sich in heraushängenden Eingeweiden und hinterlässt eine Spur aus Blut und Teilen von Eingeweiden, bis es nicht mehr kann. Blutend und voller Schmerzen sackt es zusammen. Nach Stunden wird es von einem Jagdhund aufgestöbert, erleidet noch einmal furchtbare Panik, bis es der Jäger erschießt. Brutal, oder? In Jägersprache hört sich das ganz harmlos an: Ein »Stück« (Tier) wurde »angeschweißt« (angeschossen) und hinterlässt eine »Schweißspur« (Blutspur). Bei der Nachsuche mit dem Schweißhund wird es vom Waidmann im Schweißbett gefunden und bekommt den Fangschuss.

Der Verhaltensforscher bringt weitere Beispiele, wie unsere Sprache messerscharf zwischen uns Menschen - der Krone der Schöpfung - und den Tieren trennt: Wir Menschen essen, Tiere fressen. Wir Menschen haben ein Familienleben, Tiere betreiben nur Brutpflege. Wir Menschen haben eine Bevölkerung, Tiere haben eine Population. Weitere Beispiele wären: Eine Mutter bringt ein Kind zur Welt - eine Hündin wirft Welpen, eine Kuh kalbt.

Studien zeigten, dass Menschen, die Fleisch essen, Tieren weniger kognitive Fähigkeiten zubilligen. Je eher befragte Personen einem Tier Verstand oder Geist zugestanden, desto eher waren sie bereit, das eigene Verhalten moralisch zu hinterfragen.

Wir haben die Tiere in der Vergangenheit maßlos unterschätzt - und wir definieren bis heute auf dieser alten, aber falschen Grundlage unser Verhalten ihnen gegenüber. Das ist heute nicht mehr haltbar. Und so kommt Dr. Karsten Brensing zu dem Schluss: »Ich bin fest davon überzeugt, dass wir, wenn wir das aktuelle Wissen zur Kenntnis nehmen und bereit sind, die moralischen Konsequenzen zuzulassen, unser Verhältnis zu Tieren verbessern werden«. Es wird Zeit für ein faires Miteinander!

Dr. Karsten Brensing, Jahrgang 1968, ist Meeresbiologe, Verhaltensforscher und Bestsellerautor. Er erforschte die Delfintherapie in Florida und Israel und musste aus seinen eigenen Daten erfahren, dass Delfine gar nicht gerne mit uns kuscheln und auch nicht gerne in unserer »Obhut« leben. So wurde er vom Delfinforscher zum Delfinschützer. Von 2005 bis 2015 arbeitete er als wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC. Seit 2015 arbeitet Dr. Karsten Brensing selbstständig und hat mehr Zeit zum Schreiben.

Internetseite von Dr. Karsten Brensing:
karsten-brensing.de

Bücher von Karsten Brensing:
· Das Mysterium der Tiere: Was sie denken, was sie fühlen. Aufbau-Verlag, 2017
· Persönlichkeitsrechte für Tiere - Die nächste Stufe der moralisichen Evolution. Herder Taschenbuch, 2o15
· Brehms Tierleben: Die Gefühle der Tiere. Brehms Original-Texte über heimische Wildtiere mit Einführungskapitel von Dr. Karsten Brensing, das den deutschen Pionier bei seiner Forschung begleitet und seinen Stellenwert in den heutigen Kontext einordnet. Duden-Verlag, 2018

Bestseller-Autor Karsten Brensing zeigt anhand unzähliger Beispiele das breite Spektrum der Kommunikation von Tieren und Menschen.
Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie Tiere besser verstehen, und wenn Sie richtig kommunizieren, werden Sie auch besser verstanden. Die Zeiten der brutalen Ausbeutung unserer tierischen Mitbewohner dieses Erdballs müssen vorbei sein, die Zeiten eines fairen Miteinanders müssen beginnen. Warum? Weil wir es heute besser wissen!


Karsten Brensing: Die Sprache der Tiere
Wie wir einander besser verstehen
Gebunden mit Schutzumschlag, 240 Seiten
Aufbau Verlag, Oktober 2018 · ISBN: 978-3-351-03729-1
Preis: 22,- Euro

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter