Schmetterlinge: Schwerelose Gaukler

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Der Schwalbenschwanz,

Der Schwalbenschwanz,

ein rasanter Flieger, ist eine wärmeliebende Tagfalterart. · Bild: Karin Zucchi

Von Prof. Dr. Herbert Zucchi

Schmetterlinge siedeln außer in der Antarktis auf allen Kontinenten der Erde und sind in fast allen Lebensräumen zu finden. Über 160.000 Arten sind derzeit bekannt. Aber seit vielen Jahren erleben wir einen dramatischen Rückgang.

Den Kaisermantel

Den Kaisermantel

trifft man auf blütenreichen Flächen an Waldrändern oder auf sonnenbeschienenen Waldwegen an. (Foto: Karin Zucchi)

»Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht,
ein perlmutterner Schauer, glitzert, flimmert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken, so im Vorüberwehn
sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn.«

Mit diesem wunderschönen Gedicht hat Hermann Hesse die Emotionen in Worte gefasst, die viele Menschen bei der Begegnung mit einem Schmetterling empfinden. Ein verspielt über eine Frühlingswiese gaukelnder Aurorafalter, ein schwerelos von Blüte zu Blüte fliegender Schwalbenschwanz, zwei sich auf einer sonnendurchfluteten Waldlichtung umfliegende Kaisermäntel oder ein auf einer Distel ruhendes Tagpfauenauge: Sie alle sind Symbole für Schönheit, Unbeschwertheit und Lebensfreude. Und um noch einmal Hermann Hesse zu zitieren: man muss schon blind oder aber sehr verhärtet sein, um beim Anblick der Schmetterlinge nicht Freude zu empfinden.

Dieses Tagpfauenauge

Dieses Tagpfauenauge

Dieses Tagpfauenauge nutzt vorjähriges Laub, um sich in der Sonne aufzuwärmen. (Foto: Karin Zucchi)

Längst nicht alle Arten bekannt

Insekten machen 70 Prozent aller Tierarten der Erde aus, und die Schmetterlinge sind nach den Käfern die artenreichste Insektengruppe. Jährlich werden etwa 700 Arten neu entdeckt, und so wissen wir im Endeffekt nicht, wie groß die Zahl der Falter auf unserem Planeten tatsächlich ist.

In Deutschland sind 3.682 Arten nachgewiesen, wobei die Tagfalter mit 190 Arten nur eine Minderheit stellen. Bei der Mehrheit handelt es sich um Nachtfalter, zu denen beispielsweise Spinner, Spanner und Eulenfalter gehören.

So unterschiedlich die einzelnen Arten auch sind, haben sie doch viele gemeinsame Merkmale. Eines davon sind die Schuppen, mit denen ihre Flügel dicht besetzt sind und aus denen sich ihr wissenschaftlicher Name Lepidoptera ableitet (lepis = Schuppe und ptera = Flügel, altgriechisch). In die Schuppen sind Farbpigmente eingelagert, die das von Art zu Art unterschiedliche Flügelmuster ausmachen. Dass bei manchen Arten, wie zum Beispiel beim Großen Schillerfalter, die Flügel schillern, resultiert aus Lichtbrechungseffekten, die durch farblose hohle Schuppen verursacht werden. Einige Arten haben auf den Vorderflügeln Duftschuppen, die Weibchen anlocken. Das ist zum Beispiel bei männlichen Kaisermänteln der Fall. Da die Flügelschuppen sehr leicht abgerieben und die Tiere dadurch beeinträchtigt werden können, sollte man Schmetterlinge nie in die Hand nehmen.

Der Große Schillerfalter

Der Große Schillerfalter

lebt in verschiedenen Waldtypen und hält sich gern auf Waldwegen auf. (Foto: Karin Zucchi)

Wundersame Metamorphose

Im Anschluss an die Paarung, die sich bei den einzelnen Arten nach bestimmten Mustern vollzieht, legen die Weibchen ihre befruchteten Eier ab, im Regelfall an der Futterpflanze der Raupen. Die Zahl der Eier ist dabei sehr unterschiedlich und reicht von einigen Dutzend beim Schwalbenschwanz bis hin zu einigen Tausend bei Spinnern. Die daraus schlüpfenden Raupen fressen zunächst ihre Eihülle und dann ihre artspezifische Nahrung wie Blätter oder Blüten. Dabei sind manche Arten hochspezialisiert, andere haben ein breites Nahrungsspektrum. So fressen die Raupen des Kaisermantels nur an Veilchen-Arten, die des Großen Ochsenauges dagegen an einer Vielzahl unterschiedlicher Gras-Arten. Im Laufe ihres schnellen Wachstums häuten sich die Raupen vier- bis fünfmal, denn die aus Chitin bestehende Außenhülle der Tiere ist nur begrenzt dehnbar. Nach dem Raupenleben von meist vier bis fünf Wochen erfolgt ihre Verpuppung an einem geschützten Ort im oder am Boden oder in der Vegetation.

In der Puppe erfolgt dann die wundersame Metamorphose: die Verwandlung der Raupe zum Schmetterling. Bei manchen Arten dauert dieses Stadium nur wenige Tage, bei anderen mehrere Jahre. Der Schlupf aus der Puppenhülle geht dann aber schnell vonstatten, meist in wenigen Sekunden, wobei sich das kompakte und äußerst zerknitterte Tier anschließend noch entfalten muss. Die erwachsenen Schmetterlinge ernähren sich dann nur noch von meist zuckerhaltigen Flüssigkeiten, vor allem von Nektar.

Das Große Ochsenauge

Das Große Ochsenauge

lebt in offenen Graslandlebensräumen trockener bis mäßig feuchter Standorte. (Foto: Karin Zucchi)

Symbole für das Unsterbliche

So unterschiedliche Gestalten wie Raupe, Puppe und Falter innerhalb einer Art haben die Menschen von alters her fasziniert und sind vielfach in die Mythen der Völker eingegangen. Sie symbolisieren Geburt und Leben (Raupe), Tod (Puppe) und Weiterleben der Seele (Falter). In der griechischen Antike war der Schmetterling Sinnbild der Seele (Psyche, altgriechisch), was sich im christlichen Abendland fortgesetzt hat. So fand sich in früheren Zeiten auf manchem Grabstein ein Schmetterling. Auch in einer Fülle von Gedichten, Erzählungen und Märchen spielen Schmetterlinge eine große Rolle. Einer, der immer wieder einfühlsame Texte über sie geschrieben hat, war Friedrich Schnack (1888-1977), der hier zitiert sei: Merkwürdig ist das Leben der Falter, rastlos, nomadenhaft, der Seele gleich, die überall hinschweift, wo ihr ein schwesterlicher Geist entgegenkommt; friedlich wie die Blumen ist es, von denen sie sich nähren und die ihnen ihre süßen Gaben darbringen. Kein Forscher und überhaupt kein Mensch ahnt die Zartheit des Schmetterlingsglücks

Unterschiedliche Spezialisierungsgrade

Unter den Schmetterlingen gibt es einerseits Arten, die bezüglich ihres Lebensraumes unspezialisiert sind. Diese so genannten Ubiquisten, zu denen zum Beispiel Tagpfauenauge und Admiral gehören, können in fast jedem Lebensraum angetroffen werden, wenn es dort blütenreiche Stellen gibt. Andererseits sind viele Arten hochspezialisiert und an ganz bestimmte Lebensräume gebunden. So ist der Apollofalter ein Spezialist von Trockenbiotopen, der Hochmoor-Bläuling dagegen ein Spezialist von Hochmooren. Zwischen Ubiquisten und Spezialisten finden sich viele Arten mit unterschiedlichem Spezialisierungsgrad.

Wenn der Distelfalter im Sommer bei uns auftaucht,

Wenn der Distelfalter im Sommer bei uns auftaucht,

hat er schon eine lange Wanderung hinter sich. (Foto: Karin Zucchi)

Der Admiral ist eng mit dem Distelfalter verwandt

Der Admiral ist eng mit dem Distelfalter verwandt

und immer noch ein recht häufiger Wanderfalter. (Foto: Karin Zucchi)

Der Distelfalter - ein Fernwanderer

Eine Besonderheit unter den Schmetterlingen stellen die Wanderfalter dar, zu denen beispielsweise Gammaeule, Windenschwärmer, Admiral und Distelfalter gehören. Dabei sind die Wanderwege des Distelfalters besonders gut untersucht und äußerst beeindruckend. Im Spätwinter brechen die Tiere in Afrika südlich der Sahelzone auf und erreichen zwischen Februar und April den Mittelmeerraum, wo sie sich paaren und an Disteln ihre Eier ablegen. Nach abgeschlossener Entwicklung fliegt die nächste Generation nordwärts nach Mitteleuropa und auf die Britischen Inseln, wo sich eine weitere Generation entwickelt. Dann geht es nach Skandinavien, teils bis zum Polarkreis, wo abermals eine neue Generation entsteht. Die Falter folgen auf ihrem weiten Weg dem Wachstum der Raupenfutterpflanzen, nämlich Disteln, an deren jungen Trieben sie ihre Eier ablegen. Im August finden sich die Tiere zu Schwärmen zusammen und treten die Wanderung in umgekehrte Richtung an. In der Mittelmeerregion wird noch einmal eine weitere Generation gezeugt, die sich dann wieder in die Überwinterungsgebiete in die afrikanische Savanne südlich der Sahelzone aufmacht. Die Falter wandern in einer Höhe von bis zu einem Kilometer. Die Schwärme können mehrere Millionen Individuen umfassen und per Radar geortet werden. Zählt man die Strecken der einzelnen Generationen zusammen, addieren sie sich auf etwa 15.000 Kilometer.

Vor wenigen Jahren war der Kleine Fuchs

Vor wenigen Jahren war der Kleine Fuchs

noch häufig anzutreffen. Heute kann man ihn kaum noch beobachten. (Foto: Karin Zucchi)

Dramatischer Rückgang

Wie bei vielen anderen Insektengruppen ist auch bei den Schmetterlingen ein starker Rückgang zu verzeichnen, der schon seit vielen Jahren im Gang ist und sich immer mehr beschleunigt. Der größte Schwund betrifft dabei die Tagfalter, von denen über 65 Prozent auf der Roten Liste (inklusive Vorwarnliste) der gefährdeten Tierarten stehen. Dass die Nachtfalter nicht ganz so stark betroffen sind, liegt möglicherweise daran, dass sie weniger gut untersucht sind.

Besonders dramatisch ist der Rückgang der Schmetterlinge in der landwirtschaftlich genutzten Flur, wie verschiedene Untersuchungen gezeigt haben. Dort wirkt ein Bündel negativer Faktoren auf sie ein, wie der Einsatz von Insektiziden und Herbiziden, der Verlust an pflanzenartenreichem Dauergrünland, die Trockenlegung von Feuchtbiotopen, die Vernichtung von Rainen und Hecken, wenig Fruchtwechsel, die Vermaisung der Landschaft und manches mehr.

Aber auch die öden Gärten vieler Zeitgenossen tragen mit zum Schwund der Schmetterlinge bei. Besonders pervers sind dabei die vielen heute zu sehenden Schottergärten. Auf einer Postkarte des Bundesumweltministeriums war zu lesen: Haben wir Schmetterlinge in Zukunft nur noch im Bauch? Das zu verhindern wird nur mit einer umweltgerechten Landwirtschaft möglich sein. Auch jeder Einzelne kann am Erhalt der bunten Gaukler mitwirken, nämlich durch Meidung von Produkten aus konventioneller Landwirtschaft und durch naturnahe Gestaltung des eigenen Gartens. Denn wenn die Schmetterlinge von der Welt verschwinden, geht ein Teil unserer Seele verloren.

Prof. Dr. Herbert Zucchi ist Biologe und Zoologe. Er engagiert sich seit 2012 im Osnabrücker BienenBündnis.
Herbert Zucchi hat an der Philipps-Universität in Marburg an der Lahn Biologie studiert und dort auch promoviert sowie an der Carl von Ossietzky-Universität in Oldenburg habilitiert. Als emeritierter Professor für Zoologie/Tierökologie lehrt und forscht er nach wie vor an der Hochschule Osnabrück.
Seit seiner Jugend ist er im Naturschutz aktiv. 2018 wurde er mit dem Bundesverdienstorden für seinen unermüdlichen Einsatz für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt ausgezeichnet.
Prof. Dr. Herbert Zucchi ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen sowie etlicher Bücher.

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2024

Freiheit für Tiere 3/2024

Artikelnummer: 3/2024

Verhaltensforschung: Was Raben über andere wissen • Überraschende Zwillingsstudie: Ein Zwilling isst vegan, der andere nicht • Machen Sie mit bei der EU-Initiative: Stoppt das Schlachten von Pferden! • Tiere für den Müll? Tiere aus der industriellen Massenhaltung enden millionenfach in »Tierkörperbeseitigungsanlagen« • Amtsgericht Hameln: Schweinemäster zu hoher Geldstrafe verurteilt • Recht: 50 Hektar im Kreis Dithmarschen jagdfrei! • Biotop »Rüm Hart« jagdfrei! • Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer • Wildtier-Findlinge: Erste Hilfe • Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt • RespekTiere International: Der erste Gnadenhof in Mauretanien ist im Entstehen! • Vegan Body Reset: Raus aus Übergewicht, Schmerzen und Entzündungen • Deftig vegan für jeden Tag: Unkomplizierte Köstlichkeiten schnell und einfach gemacht

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2024

Freiheit für Tiere 2/2024

Artikelnummer: 2/2024

Promis für Tiere: Billie Eilish und Fienas eröffnen veganes Restaurant in L.A. · Mary McCartneys veganes Promi-Kochbuch: 60 Rezepte mit Stars von Cameron Diaz, und Woody Harrelson bis Ringo Star und Papa Paul • Interview mit Mary McCartney • Wissenschaft: Vogelmütter singen Lieder für ihre ungeschlüpften Küken • Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Jäger verurteilt, weil er Hündin erschoss • Klage vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück: Grundstück in Niedersachsen jagdfrei! • Interview: Ein Fleischer hört auf zu töten und wird Veganer • Das Leid der Ziegen für Kaschmirpullis • Peter Berthold: HILFESCHREI der NATUR! • WILD UND FREI - Die Schönheit afrikanischer Tiere • ATLAS der bedrohten TIERE • EASY SPEEDY VEGAN - Die besten 10-, 20- und 30-Minuten-Rezepte • Vegane Kuchenliebe

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FREIHEIT FÜR TIERE 1/2024

Freiheit für Tiere 1/2024

Artikelnummer: 1/2024

Fakten zu Fleisch, Milch und Eiern • Wegen industrieller Massentierhaltung: Nitratbelastung steigt immer weiter • Wissenschaft: Oxford-Studie vergleicht Umweltbilanz von verschiedenen Ernährungsformen - Wie schädlich sind Fleisch und Milchprodukte wirklich? • Schwere Misshandlung von Kälbchen auf Kälberauktion: PETA erstattet Strafanzeige • Ergreifender Reisebericht: Einsatz für Straßenhunde in Kap Verde • Keine Jagd auf meinem Grundstück: Ehepaar aus Gütersloh klagt gegen Jagd auf seinen Grundstücken • Neues Buch von Josef H. Reichholf: STADTNATUR - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen • Interview mit Josef H. Reichholf: »Unsere Städte zeigen: Ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur ist möglich« • Vögel verstehen: Was uns die Vögel über uns und unsere Umwelt verraten • Studie: Je mehr tierisches Protein, desto höher die Sterblichkeit • Lifestyle: Tierfreundlich kochen & backen»VEGAN Everyday« von Bianca Zapatka • Easy Vegan Christmas« von Katy Beskow

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Sonderausgabe: Fakten gegen die Jagd

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

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Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Machen Sie mit bei der EU-Initiative: Stoppt das Schlachten von Pferden!

Arischa

Dieses Pferd sollte im Alter von 6 Jahren zum Schlachter.

Tierfreunde kauften die Stute zum Schlachtpreis frei. Heute ist Arischa 33 Jahre alt. · Bild: FREIHEIT FÜR TIERE

In der EU werden Jahr für Jahr Millionen Pferde und Ponys geschlachtet, als »Rossfleisch« verkauft oder zu Salami und Hundefutter verarbeitet. Die Europäische Bürgerinitiative »End The Horse Slaughter Age« fordert jetzt ein Gesetz zum Verbot der Schlachtung von Pferden. Helfen Sie mit, die Pferdequälerei zu beenden und unterschreiben Sie die online-Initiative! weiter

55 Hektar im Kreis Dithmarschen endlich jagdfrei!

Rund 55 Hektar Grundstücke mit Wiesen und Feldern im Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) sind endlich jagdfrei! Dass eine dermaßen große Fläche offiziell jagdrechtlich befriedet wird, ist bisher wohl einmalig: Es gibt inzwischen mehrere Hundert jagdrechtlich befriedete Grundstücke in Deutschland, doch meist besitzen die Eigentümer nur wenige Hektar. Wohl genau aus diesem Grund machte es die Jagdlobby den Eigentümern der 55 Hektar landwirtschaftlicher Fläche so schwer: Es brauchte zehn Jahre und eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig-Holstein, bis das Grundstück von Susanne und Peter Storm* endlich jagdfrei wurde. weiter

WILD UND FREI - Die Schönheit afrikanischer Tiere

»Wild und frei« ist mit atemberaubenden schwarz-weiß-Fotografien eine Ode an die Wildnis. Tom D. Jones ist ein begnadeter »fine art«-Fotograf und zeigt Wildtiere wie Elefanten, Giraffen, Nashörner, Gorillas oder Löwen aus nächster Nähe. »Für mich dreht sich alles um die Freiheit des Tieres«, erklärt er. Deshalb gibt es in den Aufnahmen dieses Buches kein einziges Tier, das gefüttert wird, in einem privaten Reservat lebt oder in irgendeiner anderen Form von Gefangenschaft gehalten wird. Das Ergebnis sind Aufnahmen, welche unter die Haut gehen. weiter

Mary McCartneys veganes Promi-Kochbuch: 60 Rezepte mit Stars von Cameron Diaz, und Woody Harrelson bis Ringo Star und Papa Paul

Mit ihrem neuen Buch »Feeding Creativity« verbindet Mary McCartney ihre beiden großen Leidenschaften: Fotografie und Kochen. Jedes der 60 veganen Rezepte hat sie mit Stars gekocht und sie beim Kochen und Essen fotografiert: Schauspielerinnen und Schauspieler wie Cameron Diaz, Kate Blanchett, Drew Barrymore, Woody Harrelson, Stanley Tucci und David Oyelowo, Musikerinnen und Musiker von Nile Rodgers oder bis Ringo Star und Papa Paul, Künstlerinnen und Künstler wie David Hockney und Jeff Koons oder Primaballerina Francesca Hayward. weiter

Interview mit Mary McCartney: Wie entstand die Idee zu dem veganen Promi-Kochbuch »Feeding Creativity«?

Mit ihrem Kochbuch »Feeding Creativity« möchte Mary McCartney zeigen, wie schnell, einfach, lecker und unkompliziert und einfach das vegane Kochen ist. Damit tritt sie in die Fußstapfen ihrer Mutter Linda McCartney, die ebenfalls Promi-Fotografin war, bereits in den 1970er und 80er Jahren vegetarische Kochbücher veröffentlichte und sich für den Schutz der Tiere einsetzte.


Wie entstand die Idee zu dem Kochbuch?


Mary McCartney: Ich liebe es, Rezepte mit anderen zu teilen. Ich koche schon immer für andere und es ist meine Art, mit jemandem Verbindung aufzunehmen. Aber ich bin nun mal begeisterte Portrait-Fotografin, und so kam eines Tages die Idee für »Feeding Creativity«.
Zum Interview mit Mary McCartney

Metzger gegen Tiermord

Metzger gegen Tiermord? Das scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Was aber, wenn gelernte Metzger dem Tiertöten abschwören und Veganer werden?

Im Verein »Metzger gegen Tiermord« haben sich ehemalige Metzger zusammengeschlossen. Aufgrund Ihrer beruflichen Erfahrung sind sie Insider der Branche und klären mit ihrem Fachwissen und ihren Recherchen über Tierrechts­verstöße auf, die normalerweise vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben.

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Peter Hübner, einem ehemaligen Fleischer. Peter Hübner ist Pressesprecher und zweiter Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins »Metzger gegen Tiermord« e.V.

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Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Jäger verurteilt, weil er Hündin erschoss

Der Fall sorgte für Aufsehen über Bayern hinaus: Ein 77-jähriger Hobbyjäger erschoss im Juli 2022 die Hündin Mara von Urlaubern aus Österreich, die eine Kanutour auf dem Main machten - angeblich, weil sie »gewildert« hätte. Am 20. November 2023 verurteilte das Amtsgericht Haßfurt den Jäger wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 5.600 Euro (140 Tagessätzen zu je 40 Euro). Zudem wurde das bei der Tat benutzte Kleinkalibergewehr eingezogen. Dem Urteil zufolge war der angeklagte Hobbyjäger nicht berechtigt, die Hündin zu erschießen. Hinweise darauf, dass die Hündin gewildert hatte, hätten sich nicht ergeben. weiter

STADTNATUR - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen

»Land« = blühende Landschaften und Artenvielfalt, »Stadt« = Beton und Ödnis? Eine Vorstellung, die längst so nicht mehr gilt. Der bekannte Zoologe, Ökologe und Bestseller-Autor Prof. Dr. Josef H. Reichholf unternimmt in seinem neuen Buch »Stadtnatur - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen« einen Streifzug durch die vielfältigen Ökosysteme des urbanen Raums. Ob Wildschweine, Füchse und Nachtigallen in Berlin, Wanderfalken in Köln oder eine bunte Vogelwelt und Rehe im Englischen Garten in München: viele Wildtiere haben den Lebensraum Stadt längst für sich entdeckt. Inzwischen sind unsere großen Städte sogar Inseln der Artenvielfalt geworden, die sogar mit den besten Naturschutzgebieten mithalten können.
In den Städten finden Tiere und Pflanzen die Biotope, die sie für ihr (Über)Leben brauchen. Hier sind sie weniger Gefahren ausgesetzt als auf dem Land, wo freilebende Tiere gejagt und ihre Lebensräume durch eine industriell betriebene Land- und Forstwirtschaft vernichtet werden...
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Prof. Dr. Josef H. Reichholf: »Unsere Städte zeigen: Ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur ist möglich«

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Prof. Dr. Josef H. Reichholf über sein neues Buch »Stadtnatur«, über Großstädte als Rettungsinseln der Artenvielfalt und darüber, was geschehen müsste, damit die Artenvielfalt auf den Fluren und in den Wäldern wieder zunimmt. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Vegan vom Grill

»Was essen Veganer, wenn gegrillt wird?« Diese Frage wurde der britischen Köchin Katy Beskow während ihrer bisher fünfzehn Jahre als Veganerin unzählige Male gestellt. Die Antwort: »Wenn ihr euch von der Idee verabschiedet, dass Grillen und Fleisch (oder Fertiggerichte aus Fleisch­alternativen) untrennbar zusammengehören, steht euch eine neue Welt offen.« In ihrem neuen Kochbuch »Vegan vom Grill« zeigt Katy Beskow mit 70 kreativen und unkomplizierten Rezepten, dass fleischfrei Gegrilltes hervorragend schmeckt - nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über! Dazu zeigt Katy zahlreiche Tipps und Tricks - damit die Grillparty auch bei blutigen Grill-Anfängerinnen und -Anfängern gelingt. Ob Hauptgericht oder Dessert: »Vegan vom Grill« animiert, den Grill dieses Jahr richtig zum Einsatz kommen zu lassen!
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Urteil BVerwG: Auch Vereine und Stiftungen können die jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen aus ethischen Gründen beantragen

Laut § 6a Bundesjagdgesetz (BJagdG) dürfen nur »natürliche Personen« das Ruhen der Jagd beantragen. Tier- und Naturschutzvereine oder Stiftungen konnten bisher das Ruhen der Jagd auf ihren Flächen nicht beantragen. Doch dies ist mit dem entscheidenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 und der Europäischen Menschenrechtskonvention (Schutz des Eigentums) nicht vereinbar.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof München macht in seinem grundlegenden Urteil vom 28.05.2020 »Erklärung von Grundstücken zu jagdrechtlich befriedeten Bezirken« die Antragstellung auch für juristische Personen wie Vereine, Stiftungen oder GmbHs möglich. (VGH München, 19 B 19.1713 und 19 B 19.1715) weiter

Hannes Jaenicke: »Seit 30 Jahren wird das Tierschutzgesetz wissentlich gebrochen«

»Die Milch macht's«, »Milch macht müde Männer munter«, »Fleisch ist ein Stück Lebenskraft« - wir alle sind mit diesen Werbe-Slogans aufgewachsen. In seinem investigativen Enthüllungsbuch »Die große Sauerei« deckt Hannes Jaenicke die dreistesten Industrie- und Werbelügen auf und erklärt, was Verbraucherinnen und Verbraucher über Fleisch, Milchprodukte und Eier unbedingt wissen sollten, um vor dem Kauf und Verzehr die richtige Entscheidung zu treffen. weiter

FREIHEIT FÜR TIERE-Interview mit Hannes Jaenicke

»Die einzige Antwort auf diese Art der Massentierhaltung ist der Verzicht auf ihre Produkte «
FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem Schauspieler und bekannten Umweltschützer Hannes Jaenicke über die Recherchen zu seinem neuen Buch, warum er vor 40 Jahren zum Vegetarier wurde, warum er Hafermilch trinkt, über das Problem, dass immer noch zu viele Menschen schlecht informiert sind und was dagegen zu tun ist. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Die Vermessung der Ernährung

Haben Sie sich schon einmal überlegt, welche Auswirkung unsere Ernährung, also das, was wir jeden Tag essen, auf die Gesundheit, auf Tiere und Natur, auf Böden und Grundwasser, auf die Artenvielfalt, auf die Regenwälder, auf Menschen in den ärmeren Ländern und auf das Klima hat? Sollten wir vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Umwelt- und Klimakatastrophe, welche unser aller Lebensgrundlagen bedroht, nicht viel mehr über diese Zusammenhänge wissen? weiter

Vermessung der Ernährung: Interview mit Jan Wirsam

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Prof. Dr. Jan Wirsam, wie das Buch Die Vermessung der Ernährung mit Prof. Dr. Claus Leitzmann entstand, aus welchen Gründen die Wissenschaftler mit einigen Kollegen die Forschung über pflanzliche Ernährung so engagiert vorantreiben und warum in Deutschland mehr Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Lupinen und Soja angebaut werden sollten. weiter

Neues Buch von Prof. Reichholf: Stadt, Land, Fuchs

»Unsere Säugetiere verdienen mehr Beachtung; viel mehr, als ihnen gegenwärtig zuteil wird«, ist Prof. Dr. Josef H. Reichholf überzeugt. Sie brauchen neue Freunde! Solche zu gewinnen, ist das Hauptanliegen seines neuesten Buches »Stadt, Land, Fuchs: Das Leben der heimischen Säugetiere«. weiter

Interview mit Prof. Josef H. Reichholf

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem renommierten Zoologen über Wildtiere, Jäger, Massentierhaltung und was jeder Einzelne für wild lebende Tiere tun kann. weiter

Das Leid der Stuten für Schweinefleisch

Bisher kannte man die grausamen Stutenblut-Farmen in Argentininen, Urugay und China: Schwangeren Pferden wird dort literweise Blut abgezapft und an die Pharmaindustrie verkauft. Die Hormone der Stuten werden in der industriellen Schweinemast eingesetzt, um die Trächtigkeit der Sauen zu erhöhen und zu synchronisieren. Nachdem immer wieder über die grausamen Blutfarmen in Südamerika berichtet wurde, stoppten einige Pharmakonzerne den Import aus diesen Ländern - und wichen auf Islandponys aus. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter