Interview mit Josef H. Reichholf

Der Zoologe und Ornithologe Prof. Dr. Josef H. Reichholf zählt zu den prominentesten Naturwissenschaftlern Deutschlands. Freiheit für Tiere sprach mit ihm über sein neues Buch Ornis - Das Leben der Vögel , seine Begeisterung für Vögel und was wir für den Schutz der Vögel tun müssen.

Die Feinde unserer Vögel: Jagd und Agrarwirtschaft

Freiheit für Tiere: Ihr neues Buch ist eine Liebeserklärung an die Vogelwelt, die Sie seit Ihrer Jugend erforschen. Was macht für Sie die besondere Faszination von Vögeln aus? Und sind Sie heute immer noch stundenlang in der Natur unterwegs, um Vögel zu beobachten?

Josef H. Reichholf:
Ja, noch immer faszinieren mich Vielfalt und Verhalten der Vögel. Stets gibt es Neues zu sehen. Wenn das Spatzenmännchen ein Weibchen anbalzt, wirkt dies für uns erheiternd, geradezu lustig, auch wenn man die Posen schon oft gesehen hat. Ein Falke im Stoßflug, ein kreisender Adler im Aufwind oder Möwen, die mit dem Sturm zu spielen scheinen, zeigen uns auf beeindruckende Weise, wie simpel die Flugmaschinen sind, derer wir uns bedienen, um auch fliegen zu können. Wer von der Begeisterung für die Vogelwelt einmal erfasst worden ist, wird kaum noch davon wegkommen - und jede Möglichkeit nutzen,
Vögel zu beobachten, ihren Gesängen und Rufen zu lauschen und ihrem Leben zu folgen. Es gibt bei mir kaum einen Tag ohne Notizen über Vögel.

In der Heimat von Josef H. Reichholf

In der Heimat von Josef H. Reichholf

wachsen im stillen Winkel des Schutzgebietes am Inn kleine Gänsesäger heran: »Wer von der Begeisterung für die Vogelwelt einmal erfasst worden ist, wird kaum noch davon wegkommen.« · Bild: Ernst Weber

"Jeder Ornitologe weiß, dass Vögel

viel mehr können, als wir bisher wissen"

Freiheit für Tiere: In Ihrem Buch Rabenschwarze Intelligenz - Was wir von Krähen lernen können , das wir in Freiheit für Tiere 4/2009 vorgestellt haben, bringen Sie Ihre große Begeisterung für die Schwarzgefiederten zum Ausdruck. Sie schreiben, dass ihre Intelligenz es zum Teil durchaus mit der Intelligenz von Primaten aufnehmen kann. Kürzlich war die Meldung zu lesen, dass Krähen im so genannten Wasserkrug-Test sogar die Geschicklichkeit von Schulanfängern erreichten. Ein Ende der erstaunlichen Erkenntnisse aus der Intelligenz- und Verhaltensforschung scheint nicht abzusehen, oder?

Josef H. Reichholf:
Sicher gewinnen wir dank intensivierter Forschung immer tiefere Einblicke in Leben und Leistungsfähigkeiten der Vögel. Jeder gute Ornithologe weiß längst, dass sie viel mehr können als wir bisher wissen. Die Hauptschwierigkeiten bereiten die Artenschutzbestimmungen einerseits und die Scheu der allermeisten heimischen Vogelarten andererseits. Wer sich intensiver mit den Vögeln, ihrer Lebensweise und ihrem Verhalten befassen möchte, braucht dazu von den Naturschutzbehörden Ausnahmegenehmigungen - auch für die Aufzucht und Haltung von Krähen, die von den Jägern aber zu Zehntausenden ohne triftigen Grund (außer dem eigenen Jagdvergnügen) abgeschossen werden. Die Pseudo-Schutzbestimmungen erschweren die Forschung, bringen aber den geschützten Arten so gut wie nichts. Die wahren Feinde unserer Vögel wurden ja ausgenommen von den Beschränkungen. Bejagung macht sie scheu und schwer zu beobachten. Die moderne Intensivlandwirtschaft entzieht vielen Vögeln die Lebensgrundlage. Es ist leichter, an Neukaledonischen Krähen als an heimischen Raben- oder Nebelkrähen zu forschen. Ich bin sicher, dass unsere Krähen nicht minder intelligent sind als diese. Wie sonst hätten sie die anhaltende Verfolgung überstehen können?!

Rabenvögel sind ausgesprochen intelligente Tiere

Rabenvögel sind ausgesprochen intelligente Tiere

- das ist inzwischen bekannt und durch Forschungen vielfach belegt. Josef H. Reichholf hat ein ganzes Buch darüber geschrieben: »Rabenschwarze Intelligenz - Was wir von Krähen lernen können«. · Bild: Bild: Marcel Schauer - Fotolia.com

Jagd macht Vögel scheu

Freiheit für Tiere: Viele Vogelarten werden immer noch bejagt, weil sie als Schädlinge gelten - allen voran ausgerechnet die Krähen, aber auch Kormorane und Gänse. Wissenschaftler dagegen sagen, dass durch den massenhaften Abschuss die Schäden sogar noch größer werden. Welche Folgen hat die Jagd auf Vögel?

Josef H. Reichholf:
Die Folgen sind vielfältig, aber am schwersten wiegt sicherlich die Scheu! Denn die meisten Vögel leben in einer Menschenwelt. Vor dem schlimmsten, heimtückischsten Feind müssen sie sich fast immer und überall in Acht nehmen, um überleben zu können. Die Vögel, sogar die kleinen Arten, wurden auf Menschenscheu selektiert. Die scheuesten überleben. Sogar unsere Singvögel sind davon betroffen, weil noch immer im Nahbereich, im Mittelmeerraum, intensiver Singvogelfang betrieben wird. Die jagdbaren Arten müssen ohnehin stets fluchtbereit sein.
Die Scheu ist lebensnotwendig. Häufige Fluchten kosten zusätzliche Energie. Das bedeutet mehr Nahrung. Daher fressen bejagte, scheu gemachte Kormorane mehr Fisch und wiederholt durch Bejagung aufgescheuchte Gänsescharen mehr Wintergetreide als solche, die man in Ruhe lässt und nicht vertreibt. Umherstreifende Gruppen von Krähen, die aufgrund der Bejagung keine Brutreviere draußen auf dem Land beziehen konnten, verzehren mehr Gelege von Kleinvögeln oder Fasanen als Reviere besitzende Paare. Die Folgen der Bejagung sehen wir generell im Vergleich von Stadt und Land, noch deutlicher aber international in den richtigen Naturschutzgebieten und Nationalparken, in denen nicht wie bei uns munter weitergejagt wird. Zudem macht die Bejagung die betroffenen Arten unverhältnismäßig selten. Habichte und Wanderfalken könnten ohne jagdliche Verfolgung weit besser mit Krähen und Elstern umgehen und Seeadler mit Kormoranen und Wildgänsen als die Jäger, die sich einbilden, die Natur würde ohne ihre Regulierung nicht funktionieren. Deshalb kann man nur nachdrücklich fordern, dass die Jagd auf Vögel vollständig eingestellt wird. Jägerische Schießlust ist kein triftiger Grund.

Freiheit für Tiere: Wenn die Jagd mehr schadet, als dass sie nutzt: Warum ist die Jagd auf Vögel immer noch erlaubt?

Josef H. Reichholf:
Unser Jagdsystem leitet sich ab von der Feudaljagd früherer Zeiten. Es betont unausgesprochen das herrschaftliche Jagdvergnügen und kaschiert dieses mit der angeblichen Notwendigkeit zu regulieren. Diese Privilegierung verteidigen die gesellschaftlich und politisch sehr einflussreichen Kreise nach wie vor höchst wirkungsvoll gegen die Interessen der Allgemeinheit. Die Ansprüche der Angler und der Landwirtschaft kommen verstärkend hinzu. Sie wollen möglichst nichts abgeben von dem, was ihnen gehört , obwohl es die Allgemeinheit bezahlt oder subventioniert hat. Jagdlust und Selbstsucht haben sich in einer unheiligen Allianz verbunden. Wirkliche Schäden müssen jedoch die Steuerzahler tragen, wie etwa nach Hochwässern oder Dürren in der Landwirtschaft oder bei der Sanierung verschmutzter Gewässer, die den Sportanglern zugute kommt.

»Man kann nur nachdrücklich fordern,

»Man kann nur nachdrücklich fordern,

dass die Jagd auf Vögel vollständig eingestellt wird« Josef H. Reichholf · Bild: Bild: Guy - Fotolia.com

"Gegenwärtig hat der Artenschutz

die größten Chancen in Städten"

Freiheit für Tiere: In Berlin gibt es heute mehr Nachtigallen als in ganz Bayern. Werden die großen Städte zu Artenschutzgebieten? Was müsste geschehen, damit die Artenvielfalt auf dem Land wieder zunimmt?

Josef H. Reichholf:
Gegenwärtig hat der Artenschutz in der Tat die größten Chancen in Städten und auf Industrie- oder Verkehrs anlagen. Am Münchner Flughafen singen mehr Lerchen als an irgendeiner anderen Stelle Bayerns vergleichbarer Flächengröße, weil sie auf den Monokulturen der Fluren, insbesondere den Maisdschungeln, nicht mehr leben können. Unsere Politik spendiert Subventionen zwar mit vollen Händen in nicht benötigte Massenproduktion der Landwirtschaft, berücksichtigt dabei aber nicht die Lebensqualität der Menschen. Zu dieser gehören auch die Gesänge der Nachtigallen und Lerchen, die bunten Blumen und gute Luft auf dem Land (!). Eine Änderung wäre vorstellbar, wenn das Subventionssystem schrittweise abgebaut und im Gegenzug ganz direkt gutes Geld für gute Leistungen den benötigten landwirtschaftlichen Produkten bezahlt würde. Längst übersteigt der Bedarf an Bioprodukten die Eigenerzeugung in Deutschland, weil es für die große Mehrheit der Landwirte attraktiver ist, die Subventionen zu kassieren. Geopfert wurde die kleinbäuerliche Wirtschaft, die das Land schön gemacht hatte. Die Subventionen dienen weit weniger den Menschen als der Konzentration zu agro-industriellen Großkombinaten.

"Der Einsatz lohnt!"

Freiheit für Tiere: In Ihrem neuen Buch Ornis - Das Leben der Vögel haben Sie eine aufrüttelnde Mahnung formuliert: Es liegt in unserer Hand, ob sie überleben oder für immer verschwinden . Was möchten Sie den Leserinnen und Lesern von Freiheit für Tiere dazu noch sagen?

Josef H. Reichholf:
Dass sie nicht nachlassen sollen in ihrem Bemühen! Der Einsatz lohnt, wie der Kampf gegen den Stummen Frühling in den 1960er und 70er Jahren gezeigt hat. Der grünen Energiewende dürfen Vielfalt und Schönheit unserer Fluren auf keinen Fall geopfert werden. Ein Land voller Maisfelder, Wind räder, Solaranlagen und Stromleitungen ist nicht mehr lebenswert. Der Trend dorthin erhält und fördert die unmenschliche Massentierhaltung ebenso wie die Nachverdichtung der Städte, die auch noch die letzten Freiflächen kosten wird. Bald können das nicht einmal mehr die Spatzen von den Dächern pfeifen, weil sie die Jahr tausende alte Gemeinschaft mit den Menschen aufgeben (müssen).

Das Interview mit Josef H. Reichholf führte Julia Brunke, Redaktion Freiheit für Tiere .


Lesen Sie auch die Buchvorstellung:
Das Leben der Vögel

Der Autor

Prof. Dr. Josef H. Reichholf wurde 1945 in Aigen am Inn geboren. Der Zoologe und Ornithologe zählt zu den prominentesten Naturwissenschaftlern Deutschlands. Bis 2010 leitete er an der Zoologischen Staatssammlung München die Hauptabteilung Wirbeltiere und lehrte 20 Jahre Ökologie und Evolutionsbiologie der Vögel an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Josef H. Reichholf wirkte 20 Jahre lang als Generalsekretär der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern und veröffentlichte viele vogelkundliche Arbeiten. Er war zudem viele Jahre lang Mitglied der Kommission für Ökologie der Internationalen Naturschutzunion (IUCN). Er ist Träger der Treviranus-Medaille , der höchsten Auszeichnung der Deutschen Biologen, und des Grüter-Preises für Wissenschaftsvermittlung. 2007 wurde er mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

Josef H. Reichholf hat zahlreiche Bücher zu naturwissenschaftlichen und ökologischen Themen geschrieben, darunter:
Der Tanz um das goldene Kalb. Der Ökokolonialismus Europas (2004, 3. überarbeitete Aufl. 2011)
Die Zukunft der Arten (2005, Neuauflage 2009)
Rabenschwarze Intelligenz (2009)
Wilde Tiere in der Stadt (von Florian Möllers und Josef Reichholf, 2010)
Der Ursprung der Schönheit: Darwins größtes Dilemma (2011)
Ornis - Das Leben der Vögel (2014).

Das Buch

Josef H. Reichholf: Ornis - Das Leben der Vögel
272 Seiten, 80 Abbildungen in Farbe
Verlag C.H. Beck, 2014
ISBN 978-3406660481
Preis: 19,95 Euro

Ornis meint die Vogelwelt, aber auch die Ornis selbst, die Ornithologen.
Ornis - Das Leben der Vögel ist ein Buch über Vögel und Menschen und über die Zukunft der Vögel.

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

jesus-tempelreinigung Ausschnitt

Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter